(c) Pester Lloyd / 31 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ungarische Nationalbank benennt Anwälte gegen Holocaust-Klage
10.08.2010 · Nachrichten
Ungarische Nationalbank benennt Anwälte gegen Holocaust-Klage
Die Ungarische Nationalbank (MNB) hat sich jetzt prominente Anwaltsunterstützung für einen Prozess in den USA besorgt. Die Kanzlei „Katten Muchin Rosenman“ soll die MNB gegen die gerichtlich geltende gemachten Ansprüche von Holocuastüberlebenden oder den Erben von Holocaustopfern verteidigen, die eine Reihe in Ungarn tätiger Banken in den USA verklagt haben. Konkret lautet der Vorwurf, dass diese Banken Vermögenswerte von Deportierten oder Exilierten jüdischen Bürgern des Landes eingezogen, also geraubt haben. Insgesamt fodern die Anwälte der Klägerseite 2 Mrd. US-Dollar plus Zinsen. Dabei geht es um etliche Konten, aber auch die Inhalte von Bankschließfächern, die sich die Banken zu unrecht angeegnet haben sollen. Neben der Nationalbank werden auch private Institute wie die Erste Bank, die MKB (Tochter der Bayerischen Landesbank) die Creditanstalt bzw. deren Rechtsnachfolger und die OTP, vorlmals die ungarische Landessparkasse, verklagt. Die meisten der Institute erklärten bereits, dass sie nicht in der Rechtsnachfolge der damals in Ungarn operierenden Gesellschaften stehen und sich daher als nicht haftbar sehen. Nicht ganz so gelassen sieht das offenbar die Nationalbank.
Ungarische Banken von Erben von Holocaustopfern auf 2 Mrd. USD verklagt
Ungarische Versicherungen nehmen wieder mehr Prämien ein, fürchten aber dennoch Verluste für 2010
10.08.2010 · Nachrichten
Ungarische Versicherungen nehmen wieder mehr Prämien ein, fürchten aber dennoch Verluste für 2010
Die Umsätze der Versicherungsgesellschaften in Ungarn haben sich im ersten Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahr um 11% verbessert. Die Prämieneinnahmen stiegen wieder auf 244,5 Mrd. Forint (derzeit ca. 876 Mio. EUR), meldet die Fiannzaufsicht PSZÁF. Der Vorsteuergewinn der Unternehmen stieg sogar um 39,2% auf 20,4 Mrd. Forint, allerdings sind dabei noch nicht die Auswirkungen der Hochwasser- und Sturmschäden des Frühjahrs eingerechnet, weswegen bei einigen Gesellschaften der Gewinn in Quartal 2 gelitten haben dürfte. Im dritten Quartal schlägt zudem erstmals die Finanzsondersteuer zu (erste Rate per 30.09, 2. Rate per 10.12.), die direkt von den Prämieneinnahmen abgezogen wird, weshalb der Interessensverband der Versicherungsbranche befürchtet, dass mehr als die Hälfte der Versicherungen in Ungarn am Jahresende in der Verlustzone enden wird. Auf die Versicherungen kommen in diesem Jahr rund 35 Mrd. Forint der insgesamt 200 Mrd. aus der Sondersteuer zu.
Tageszeitungen in Ungarn büßen weiter Leser ein, Boulevardblättchen legen weiter zu
10.08.2010 · Nachrichten
Tageszeitungen in Ungarn büßen weiter Leser ein, Boulevardblättchen legen weiter zu
Während sich die großen Boulevard-Blätter Blikk und Bors im zweiten Quartal über steigende Verkäufe ihrer Tabloids freuen konnten, mussten die etablierten Tageszeitungen, aber auch die politischen Wochenblätter, mit weiteren Rückgängen zu Rande kommen, meldet der Branchenverband der Zeitungsdistributeure. Das vom Schweizer Ringier Verlag herausgegebene Blättchen Blikk (etwa zwischen Kronenzeitung und Bild angesiedelt) konnte täglich knapp über 200.000 Exemplare verkaufen und steigerte die Verkaufsauflage damit um 15.000 gegenüber dem ersten Quartal.
Die klassische Tageszeitung „Magyar Nemzet“, mit einer konservativen, der Regierungspartei Fidesz sehr nahestehenden Ausrichtung, konnte sich als einzige der „herkömmlichen“ Zeitungen bei der verkauften Auflage halbwegs behaupten. Den größten Rückgang musste der linksliberale Gegenpart, die „Népszabadság“ hinnehmen, die von knapp 81.000 auf etwas über 75.000 Verkäufe pro Tag kommt, damit aber immer noch knapp an erster Stelle unter den klassischen Tageszeitungen liegt. Bei den Wochenzeitung konnte die wichtigste, HVG (in etwa mit Spiegel vergleichbar) knapp 70.000 Exemplare behaupten, während die eher rechtskonservative Figyelö 8% einbüßte und nur noch auf 12.300 Verkaufsexemplare kommt.
Transparency International kritisiert Nominierung für ungarische Wettbewerbsaufsicht
12.08.2010 · Nachrichten
Transparency International kritisiert Nominierung für ungarische Wettbewerbsaufsicht
Die ungarische Sektion der Nichtregierungsorganisation Transparency International hat die Nominierung von Miklós Juhász als neuem Vorsitzenden der ungarischen Wettbewerbsbehörde (GVH) kritisiert. Juhász hatte 1999 eine Strafe über 300.000 Forint erhalten, weil er Insidergeschäfte getätigt hatte. In einem Brief an Premierminister Viktor Orbán und Präsident Pál Schmitt warnte nun TI, dass der Erfolg der Behörde besonders von der professionellen und ethischen Reputation der Beamten abhänge. Juhász war bestraft worden, weil er mit Aktien einer Firma handelte, in deren Aufsichtsrat er saß. Auch die Sozialisten und die grün-bürgerliche LMP protestierten gegen die Nominierung. Bereits zuvor monierten Opposition und Bürgerrechtsgruppen die Parteinähe verschiedener neuer Amtsinhaber, u.a. des eigentlich “unabhängigen” Kommissars für die Aufsicht über den Umgang mit öffentlichen Geldern. -cf.
Wirtschaftsförderung in Ungarn wird zentralisiert
12.08.2010 · Nachrichten
Wirtschaftsförderung in Ungarn wird zentralisiert
Aus drei mach eins: Wie die Magyar Nemzet berichtet, will Ungarn drei Behörden verschmelzen, die im Bereich der Wirtschaftsförderung aktiv sind. Die neue Organisation soll aus der staatlichen Förderagentur für ausländische Investitionen (ITD), der Agrarvermarktungsgesellschaft Agrármarketing Centrum und der Tourismusmarketinggesellschaft Magyar Turizmus bestehen. Die neue Organisation soll Interessen bündeln und billiger arbeiten. Kritiker werfen der Regierung vor, mit der Maßnahme in erster Linie weiter die Macht in wenigen Händen bündeln zu wollen. In regelrechten Säuberungsaktionen wurden die leitenden Mitarbeiter z.B. der ITD von ihren Arbeitsstellen entfernt, deren oberster Chef bereits von der Vorgängerregierung gechasst wurde. Bereits zuvor legte die neue Regierung den Zoll mit dem Finanzamt zusammen und verschmolz die Medienaufsicht ORTT mit der Aufsicht für die Telekombranche. Die neue Chefin der Medienbehörde installierte der Premier direkt, gleich für neuen Jahre. -cf.
Ungarische Telekom steigt in Versicherungsmarkt ein
12.08.2010 · Nachrichten
Ungarische Telekom steigt in Versicherungsmarkt ein
Magyar Telekom, Tochter der Deutschen Telekom, bietet nun auch Versicherungen an. In Zusammenarbeit mit der ACE Group offeriert sie eine Versicherung für Mobiltelefone, die zwischen 500 und 800 Forint (1,80 bis 2,88 Euro) im Monat kostet. Magyar Telekom hofft auf 20.000 Abschlüsse bis Jahresende. Außerdem vertreibt die Telekommunikationsgesellschaft im Team mit Union Biztosító (Tochter der Vienna Insuranca Group) Reiseversicherungen, die per SMS abgeschlossen werden und zwischen 500 und 1.200 Forint (1,80 und 4,32 Euro) pro Tag kosten werden. Die Firma hofft, dass bis Ende 2010 10.000 Abschlüsse gemacht werden. Bereits zuvor hatte Magyar Telekom neue Geschäftsfelder erschlossen. Seit Frühling arbeitet sie im Energiebereich mit E.ON zusammen, um zukünftig auch Stromanschlüsse anbieten zu können und so immer mehr zum Allroundversorger zu werden. -cf.
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