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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 32/2009

(c) Pester Lloyd / 32 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Justizminister Ungarns entschuldigt sich für Beweisfälschung

04.08.2009 · Politik

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Justizminister Ungarns entschuldigt sich für Beweisfälschung

Ungarns Justizminister Tibor Draskovics hat sich für die „irrtümliche“ Verwendung eines Videos als vermeintlichen Beweis rechtsterroristischer Aktivitäten entschuldigt. ( unser Bericht ) Statt eines Beweisvideos über bombenbastelnde Rechtsextremisten, lieferte der Minister ein zwei Jahre altes Video, dass eine von fünf Chemiestudenten herbeigeführte Explosion auf einem Feld in Südungarn zeigt. Diese wurden von der Uni gewiesen. Draskovics musste Hohn und Spott über sich ergehen lassen, die Opposition verlangte seinen Rücktritt. Ministerpräsident Gordon Bajnai sprach ihm jedoch das Vertrauen aus. Dem oppositionellen Fidesz ist das nicht genug. Man kündigte an, den Fall juristisch untersuchen zu lassen. Der Abgeordnete Zoltán Balog meinte dazu: „Jeder, der bei der Herstellung dieser Fälschung beteiligt war oder davon wusste, ist unfähig und unwürdig das Land zu führen und sollte das öffentliche Leben verlassen.“

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Madonna hat Stadionverbot in Ungarn

04.08.2009 · Budapest

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Madonna hat Stadionverbot in Ungarn

Der ungarische Fußballverband hat nach einigem Hin und Her untersagt, das für den 22. August im Budapester Ferenc Puskás Stadion geplante Madonna-Konzert abzuhalten. Man befürchtet irreparable Schäden am Rasen, am 5. und 9. September sollen an gleicher Stelle zwei entscheidende WM-Qualifikationsspiele gegen Schweden und Portugal stattfinden, die Zeit für die Regeneration der Anlage sei viel zu kurz. Der Aufttitt von Madonna war erst vor einigen Tagen von der Pferderennbahn Kincsem Park ins Stadion verlegt worden, weil sich Pferdebesitzer um ihre sensiblen Tiere sorgten. Der Fußballverband MLSZ intervenierte jetzt aber heftig und verwies auf ähnliche Veranstlatungen und die daraus reslutierten schlechten Erfahrungen. Der Verband ist auch zu keinen weiteren Gesprächen bereit und sieht die Angelegenheit als erledigt an. Dem Veranstalter wird nun nichts weiter übrig bleiben als doch im Kincsem Park spielen zu lassen.

Madonna macht die Pferde scheu

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Ungarn vs. Slowakei kommt vor die UNO

04.08.2009 · Politik

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Ungarn vs. Slowakei kommt vor die UNO

Die Anrufung der EU und eine Belehrung des slowakischen Parlamentes reicht Ungarn nicht aus, um sich im Streit um das Sprachengesetz in der Slowakei wieder moderaten Tönen und Verhandlungen zuzuwenden. Der Außenminister des Landes, Péter Balázs kündigte jetzt an, sich in dem Fall an die Vereinten Nationen wenden zu wollen. Er habe den Schritt mit dem Staatspräsidenten abgesprochen, sagte der Minister. Eine Delegation von Parlamentariern ist zudem auf eine Art Protestreise nach Den Haag (Sitz des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte) und Brüssel gegangen, um Möglichkeiten von Gegenmassnahmen auszuloten. Etliche Bestimmungen einer Novellierung des Gesetztes „zum Schutz der slowakischen Sprache“ sind diskriminierend gegenüber der ungarischen Minderheit im Süden des Landes und Ausweis einer nationalistischen zeitfremden Politik. Das Gesetz ist aber auch eine Reaktion auf anhaltende nationalistische Provokationen von Seiten Ungarns.

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Siedlung aus der Bronzezeit im Osten von Ungarn entdeckt

06.08.2009 · Forschung

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Siedlung aus der Bronzezeit im Osten von Ungarn entdeckt

Die bisher grösste Siedlung aus der Bronzezeit in Ostungarn wurde jetzt von Spezialisten des Deri Museums von Debrecen bei Erdarbeiten entdeckt. Ein Team von 35-40 Archäologen macht sich aran auf rund 2 ha die bis zu 4700 Jahre alten Siedlunsgzeugnisse zu kartieren, zu sichern und teilweise zu bergen. Man hat es hier mit drei Phasen der Besiedlung zu tun, sagt die Grabungsleiterin, was die Aufarbeitung besonders heikel macht. Erste Spuren für eine Ortschaft reichen bis in die Jahre zwischen 2700 und 2500 v.Chr. zurück, eine zweite auf lebendiges Treiben im 2. und 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Die jüngsten Zeugnisse stammen aus dem Frühmittelalter des 8. bis 9. Jahrhunderts. Man fand bisher eine ganze Reihe von Werkzeugen und Hausrat. Als besonders selten gilt die Auffindung zweier fast vollständiger Skelette, da in der betreffenden Zeit die meisten Toten verbrannt worden sind.

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Im September startet in Ungarn ein grosses Biomasse-Kraftwerk

07.08.2009 · Wirtschaft

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Biomasse auf der grünen Wiese

Im September startet in Ungarn ein grosses Biomasse-Kraftwerk

Jede Investition in Ungarn muss und kann derzeit fröhlich begrüsst werden. Erst recht, wenn es sich um eine Investition in erneuerbare Energien von grösserem Ausmass handelt. Bereits Ende August wird im ostungarischen ein Biomasse-Kraftwerk für rund 14 Milliarden Forint (52 Mio EUR) fertig gestellt, Testläufe haben bereits begonnen, im September soll es ans Netz.

Das 20MW-Kraftwerk wird jährlich bis zu 180.000 Tonnen Biomasse aus der Region zu Wärme und Elektrizität umwandeln. Im Werk selber werden 50 Personen beschäftigt, die Zulieferung verschafft weiteren 100 bis 150 Menschen regelmässige Arbeit bzw. Aufträge. 200 Mio Forint (ca. 750.000 EUR) gibt der Staat als Zuschuss aus einem Programm zur Schaffung von Arbeitsplätzen dazu.

Die Elektrizität wird ins zentrale Netz eingespeist, die Wärmeenergie wird überwiegend für die Gewächshäuser der Region geliefert. Die Investoren, eine Kooperation zwischen der heimischen EGI und dem grössten japanischen Stromkonzern Tohoku Electric Power, erhoffen sich jährliche Umsätze von mindestens 4 Milliarden Forint (14,7 Mio EUR). Bei dem Projekt handelt es sich übrigens um das erste seiner Art „auf der grünen Wiese“, meldet MTI.

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