(c) Pester Lloyd / 35 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Zahl der Verkehrstoten in Ungarn gesunken
30.08.2010 · Nachrichten
Zahl der Verkehrstoten in Ungarn gesunken
Im ersten Halbjahr 2010 gab es in Ungarn ein Viertel weniger Tote durch Verkehrsunfälle als im Vergleichszeitraum 2009, meldet das Statistische Zentralamt in einer Aussendung. Von Januar bis Juni 2010 starben auf ungarischen Straßen aber dennoch 319 Menschen, 7.000 erlitten Verletzungen, davon 2.500 schwere. Mehr als die Hälfte der Todesopfer starben durch die Fehler anderer Verkehrsteilnehmer. Die Zahl der Verletzten ging zu 2009 um 14% zurück, die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss um 23%. 63% aller Unfälle mit Verletzten oder Toten wurden von Autofahrern verursacht, 10% von Radfahrern, 9% von LkW-Fahrern, 8% von Fußgängern oder Passagieren. 28,8% aller Unfälle wurden wegen überhöhter Geschwindigkeit ausgelöst. In Deutschland starben 2009 4050 Menschen im Straßenverkehr, rechnet man die Halbjahreszahlen aus Ungarn aufs Jahr hoch und setzt sie ins Verhältnis der Bevölkerungszahl, ergibt sich, dass die Toderate in Ungarn noch immer um rund 40% über der in Deutschland liegt.
Credit Agricole konzentriert CEE in Budapest
01.09.2010 · Wirtschaft
Credit Agricole konzentriert CEE in Budapest
Als Teil seiner neuen Organisationsstruktur wird die französische Credit Agricole Corporate und Investment Bank sein regionales Zahlungszentrum für den CEE-Raum nach Budapest verlegen. Sylvain Cotton, der bisher Chef der Budapester Niederlassung für die Firmenkunden war, wird dann als Verkaufsleiter das Regionalbüro leiten, heißt es aus der Bank. Der Schritt wird keinen Einfluss auf Größe und Aufgaben der ungarischen Niederlassung haben. András Bartha übernimmt die bisherigen Agenden von Cotton. Das neue Regionalzentrum soll zur Schaltzentrale für das Cash-Management und die Corporate Finance Aktivitäten der Credit Agricole in Ungarn, Slowakei, Polen, Tschechien, Ukraine und Russland werden.
Regierung übernimmt Kontrolle über Verkehrsbetriebe Budapest
01.09.2010 · Nachrichten
Regierung übernimmt Kontrolle über Verkehrsbetriebe Budapest
Die ungarische Regierung hat der Stadt Budapest faktisch die finanzielle Kontrolle über die Städtischen Verkehrsbetriebe BKV entzogen und einen wörtlich: „Bankrottrat“ gebildet. Das Finanzministerium erklärte, dass die Budapester Stadtversammlung „nicht länger in der Lage ist, die finanzelle Kontrolle“ über die BKV auszuüben. Um einen Totalkonkurs des staatlich-städtischen Unternehmens abzuwenden, werde nun eine Art Insolvenzverwaltung durch den Staatssekretär für öffentliche Finanzen, György Naszvadi, ausgeübt. Die weiteren Mitglieder der Kommission werden von den Ministern für Finanzen und Wirtschaft, für Inneres und für Nationale Entwicklung ernannt. Es gehe darum, eine Konsolidierung des durch Misswirtschaft ruinierten Betriebes einzuleiten.
Budapests Oberbürgermeister zieh dagegen die Regierung, die Insolvenz der BKV zu riskieren, da sie sich weigert, die vereinbarten Hilfszuschüsse rechtzeitig auszuzahlen. Dabei geht es um rund 10 von 17 Milliarden Forint, die zusätzlich zu den jährlichen Subventionen von ca. 30 Milliarden Forint (ca. 105 Mio EUR) gezahlt werden sollten und noch unter der Bajnai-Regierung vereinbart wurden. Bajnai hatte sich, kurz nach dem Auffliegen der umfassenden Betrugsaffäre um etliche Manager und Ex-Mitarbeiter (überhöhte Abfindungen, illegale Lohnfortzahlungen, fingierte Beraterverträge) zu der Hilfe entschlossen, diese aber an Refomrbedingungen geknüpft. Ohne diesen Zuschuss würde der Buchverlust der BKV 2010 mindestens 23 Milliarden Forint betragen.
Bombenfund im Stadtzentrum von Budapest
01.09.2010 · Nachrichten
Bombenfund im Stadtzentrum von Budapest
Große Aufregung gab es am Montag am Szabadság tér, einem der zentralen Plätze im Bankenviertel der Budapester Innenstadt. Die Botschaft der USA, eine Bank und drei weitere öffentliche Gebäude mit Büros und Ämtern mussten binnen Minuten geräumt werden, weil bei Bauarbeiten in unmittelbarer Nähe eine 50 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurde. Der Katastrophenschutz meldete, dass man binnen einiger Minuten rund 1.800 Menschen aus ihren Woohnungen und Büros evakuiert hatte und so eine menschenleere Zone von rund 600 Meter um den Fundort schaffen konnte. Entschärfungsexperten konnten den Zünder der Bombe sowjetischen Fabrikats entfernen und den Sprengsatz auf das dafür vorgesehene Depot transportieren.
Stadt Budapest verbietet Preiserhöhung bei Fernwärme
01.09.2010 · Wirtschaft
Stadt Budapest verbietet Preiserhöhung bei Fernwärme
Wie berichtet, plant der Hauptlieferant von Fernwärme, Fötáv, eine satte, über 10%ige Preiserhöhung für den September, die allein in Budapest rund 240.000 Haushalte mit über 600.000 Menschen betroffen hätte, überwiegend in Plattenbauten. Die Budapester Stadtversammlung hat gegen diese Maßnahme jetzt ein parteiübergreifendes Veto eingelegt, gegen das nur der stellvertretende Bürgermeister Imre Ikvai-Szabó stimmte, der Aufsichtsrat der Fötáv ist. Die Abgeordneten beider politischer Lager argumentierten u.a. damit, dass sich die Umrüstung auf energiesparendere Heizkörper und die bessere Isolierung der Häuser, die bereits Effekt auf rund 40.000 EInheiten hätten, sich bei ständig steigenden Verbrauchskosten nicht rechneten. DIe Fötáv rechnet hingegen vor, dass sie jährliche Umsatzeinbußen von 3 Mrd. Forint (10,5 Mio EUR) hat, wenn sie die Preise nicht anpassen dürfe.
Forint auf Allzeittief zum Schweizer Franken
01.09.2010 · Wirtschaft
Forint auf Allzeittief zum Schweizer Franken
Für Angst und Schrecken bei Hunderttausenden privaten Kreditnehmern in Ungarn sorgen in den letzten Tagen wieder die Währungsmärkte. Vor allem der Schweizer Franken, auf den die meisten der vielen Fremdwährungskredite in Ungarn lauten, macht den Bankkunden zu schaffen. Der CHF erreichte am Dienstag mit fast 223 Forint/CHF ein neues Allzeithoch, womit fast automatisch auch die Verbindlichkeiten der vielen Konsumenten- und Hypothekenkredite ansteigen, sich die Raten verteuern und daher noch mehr Bankkunden in Zahlungsverzug geraten werden.
Auch der Euro liebäugelt schon wieder mit der 290er Marke, am Dienstagnachmittag pendelte er sich vorerst bei 287,50 ein. Die Nachrichten über die schleppende Wirtschaft in den USA, aber auch die nicht so hellen Aussichten in Asien, ließen viele Anleger in die als extrem sicher geltende Schweizer Währung flüchten, was sie so stark macht, dass weder Euro noch Dollar mithalten konnten, was wiederum auch die Ostwährungen, besonders die der stark anfälligen Länder belastete. Nach Beobachtermeinung ist ein baldiger Durchbruch der 290er Marke zum Euro zu erwarten, immerhin, die Touristen wirds freuen.
Mehr über die Verschuldungsfalle in Ungarn lesen Sie im FINANZMARKT
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