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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 35/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 35 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Orbán bei Vatikan-Konferenz

30.08.2010 · Nachrichten

Orbán bei Vatikan-Konferenz

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán besuchte letzte Woche eine Konferenz am Urlaubssitz des Papstes der römisch-katholischen Kirche, Castelgandolfo, unweit von Rom. Diese erstmalig abgehaltene, fünftägige Veranstaltung lud explizit ein Netzwerk „christlicher Regierender“ ein, um zwischen christlich orientierten Staatschefs und anderen Politikern sowie offiziellen Vertretern des Vatikan „ethische Antworten auf die aktuellen Herausforderungen“ zu finden, sprich, den Einfluss der Kirche auf die Politik und Gesetzgebung dieser Länder zu vergrößern.

Rennpferd Overdose verliert erstmals ein Rennen

30.08.2010 · Nachrichten

Rennpferd Overdose verliert erstmals ein Rennen

Dass als Jarhundert-Wunderpferd gepriesene Rennpferd Overdose, eine englische Züchtung in ungarischem Besitz und Training, konnte seine sensationelle Siegesserie von 14 Siegen hintereinander am Wochenende in Baden-Baden nicht fortsetzen und verlor beim 1.200 Meter-Rennen um die „Goldene Peitsche“ erstmals in seiner Karriere. Overdose hatte Probleme an der Startbox gezeigt, zuvor bereits seinen Jockey abgeworfen und war offensichtlich sehr nervös, am Ende wurde der Fünfjährige Siebenter. Alle vorherigen Rennen konnte er nicht nur gewinnen, sondern die Konkurrenz sogar um etliche Längen distanzieren.

Das Pferd wurde von dem slowako-ungarischen Geschäftsmann Zoltán Mikoczy als Schnäppchen bei einer Auktion erworben und stellte sich alsbald als Renn-Sensation heraus. Im Vorjahr holte sich Overdose eine langwierige Hufentzündung, ein Konsortium der wichtigsten ungarischen Unternehmen beteiligte sich mittlerweile zu 50% an dem Rennpferd, damit Rehabilitation und optimales Training finanziell gewährleistet werden konnten. Sein Comeback in der Slowakei und Ungarn konnte das Pferd wiederum eindeutig gewinnen, Overdose stieg daher mittlerweile zum Nationalen Wundergaul auf, seine erste Niederlage wird daher – so zumindest erklärt es uns das Boulevard – umso tragischer empfunden.

Die ganze Geschichte um Overdose

http://www.pesterlloyd.net/2010_11/11overdose/11overdose.html

Doppelsalami: Pick produziert jetzt auch Herz

30.08.2010 · Nachrichten&

nbsp; 03.09.2010

Doppelsalami: Pick produziert jetzt auch Herz

Der ehemalige Konkurrent bei der Herstellung der beliebten und bekannten ungarischen Salami, die Firma Pick Szeged, produziert nun auch die Herz Salami, nachdem beide Unternehmen von der Bonafarm Holding geschluckt worden sind. Diese gehört der Familie des Chefs der größten ungarischen Bank, OTP, Sándor Csányi, der sich mit der Übernahme gegen deutsche und slowakische Mitbewerber durchsetzte und so die 128jährige Herz Salami in ungarischen Händen hielt. Das Unternehmen war 2009 insolvent geworden. Für eine der bekanntesten Marken des Landes, samt Maschinen, Rezepten und Warenbeständen sowie Liegenschaften zahlte Csányis Lebensmittelholding gerade 3,5 Milliarden Forint, gut 12 Mio EUR. Die Wintersalami von Herz genießt den von der EU vergebenen Herkunfstausweis: DOC. Allerdings taten sich sowohl Herz wie auch Pick schwer, sich auf neue Trends und Geschmäcker umzustellen.

Weniger PkW in Ungarn registriert

30.08.2010 · Nachrichten

Weniger PkW in Ungarn registriert

Die Zahl der in Ungarn zugelassenen PkW sinkt seit der Krise ungebremst. Ende Juni, so das Statistische Zentralamt in Budapest, waren im Lande noch knapp über 3 Mio Personenkraftwagen zugelassen, rund 0,2% weniger als vor einem halben, aber 1,4% weniger als vor einem Jahr, als die Wirtschaftskrise einen Rückgang der Gesamzulassungszahl seit 1998 erzwang. Einen leichten Anstieg gab es im letzten Halbjahr bei der Zulassung von LkW, so dass sich die Gesamtzahl der auf Ungarns Straßen zugelassenen Fahrzeuge auf 3,65 Mio erhöhte. In den ersten sechs Monaten 2010 wurden insgesamt 29.620 Autos (neue und gebrauchte) nach Ungarn eingeführt, nochmals 36,4% weniger als vor einem Jahr, woran nicht nur die Krise, sondern auch die lästige und von der EU eigentlich untersagte Registrationssteuer eine Mitschuld trägt. Das Durchschnittsalter der in Ungarn zugelassenen Fahrzeuge stieg binnen sechs Monaten von 10,8 auf 11,8 Jahre.

Deutsche Landesbanken finanzieren Shopping-Center in Ungarn

30.08.2010 · Nachrichten

Deutsche Landesbanken finanzieren Shopping-Center in Ungarn

Der deutsche Immobilienentwickler ECE Projektmanagement hat in der letzten Woche den Grundstein für ein weiteres Shopping-Center in Ungarn gelegt. In Szeged soll bis Herbst 2011 ein 100 Mio EUR teures Einkaufszentrum mit 130 Geschäften auf drei Etagen entstehen. Insgesamt werden 41.000 Quadratmeter Verkaufsflächen vermietet, das Projekt trägt den Namen Arkad und soll rund 1000 Menschen Arbeit geben. ECE hat bereits in Pécs, Györ, Debrecen und Budapest solche Projekte umgesetzt. Etwa Dreiviertel der Finanzierung für das neue Projekt in Szeged stammen von der Westdeutschen Immobilienbank, einer Tochter dreier deutscher Landesbanken (West LB, LB Rheinland-Pfalz und SüdwestLB). Nach der Wirtschaftskrise haben sich einige in Landesbesitz befindliche Banken aus dem Osteuropa zurückgezogen, bzw. angekündigt, dies zu tun, darunter auch die Bayern LB, die ihre Ungarn-Beteiligung MKB verkaufen muss, um die EU-Zustimmung für Umstrukturierungen und (Frei-)Staatshilfen zu erhalten. Das Abweichen von den Kernmärkten, u.a. in den riskanten Osten hatte bei vielen Banken zu hohen Kreditausfällen während der Finanzkrise geführt.

Entschädigungen für Opfer stalinistischer Arbeitslager in Ungarn

30.08.2010 · Nachrichten

Entschädigungen für Opfer stalinistischer Arbeitslager in Ungarn

Die ungarische Regierung will in einer der Herbstsitzungen des Parlamentes die Erhöhung von Entschädigungszahlungen von Opfern des Stalinismus in Ungarn anregen. Konkret geht es dabei um die Insassen von rund einem Dutzend Arbeitslagern, hauptäschlich in der Hortobágy, in die ab 1950 unter dem stalinistischen Rákosi-Regime tausende Familien deportiert wurden. Das Justizministerium befürwortet zudem eine „Erhöhung der öffentlichen Aufmerksamkeit“ für diese Ereignisse und sucht eine Form des Gedenkens. Zwar gab es im Frühjahr 1953 eine allgemeine Amnestie für die Deportierten, doch konnten diese nie wieder in ihre angestammten Häuser zurück, ihr Besitz war konfisziert. Bereits vor einem Jahr beschloss die Budapester Stadtversammlung, in einem parteiübergreifenden Beschluss, die Errichtung eines zentralen Mahnmals für die rund 15.000 Opfer dieser Lager, die aus der Hauptstadt stammten. Dieses Denkmal soll am 22. Oktober, am Tag vor dem Nationalfeiertag anlässlich des Volksaufstandes von 1956, enthüllt werden.

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

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