(c) Pester Lloyd / 36 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Finanzamt kündigt Kurswechsel an
06.09.2010 · Nachrichten
Finanzamt kündigt Kurswechsel an
Die neue Führung des ungarischen Finanzamtes APEH will sich zukünftig weniger „um die kleinen Fische“ als viel mehr um diejenigen Personen und Unternehmen kümmern, „die dem Staat hohe Steuerbeträge schulden.“ Attila Burillák, Sprecher der APEH sagte, dass es zukünftig zahlenmäßig weniger Steuerprüfungen geben werde als in den letzten Jahren, man sich aber genauer jene Unternehmen anschauen wird, die vor dem Bankrott stehen, kurz zuvor aber größere Vermögenswerte in andere Gesellschaften überführt haben. Auch werde man sich gezielt um die Eintreibung großer offener Steuerbeträge kümmern wird, auch bei Privatpersonen. Der APEH-Sprecher will die „Diskrepanz zwischen Quanität und Qualität“ im ungarischen Finanzamt verringern. Dazu wird es weit weniger als die 11.000 Steuerprüfungen geben, die in den letzten Jahren durchgeführt worden sind, dafür werde man tiefer prüfen. Bisher habe man sich lange mit Unternehmen abgearbeitet, bei denen es ohnehin kaum etwas zu holen gibt.
Audi Ungarn eröffnet Besucherzentrum
06.09.2010 · Wirtschaft
Audi Ungarn eröffnet Besucherzentrum
Audi Hungária, Tochter des deutschen Autokonzerns Audi hat in seinem Werk ein Besucherzentrum eingerichtet. Wie Kommunikationschef Péter Löre die Medien am Freitag informierte, werde man ab dieser Woche zweimal täglich geführte Touren, jeweils um 10 und um 12 Uhr, bis zu 25 Personen durch das Betriebsgelände anbieten. Nach entsprechender Anmeldung können die Führungen auf Ungarisch, Deutsch oder Englisch betreut werden. Dabei werden neben allgemeinen Informationen auch thematische Schwerpunkte wie die Motorenentwicklung oder die werkseigene Werkzeugproduktion behandelt. Im neuen Besucherzentrum, dass rund 12.000 Gäste pro Jahr erwartet, wird es neben einer Rezeption auch einen Andenkenladen, ein Café und einen Bereich geben, in dem Filme über Audi gesehen werden können. Die Führungen werden kostenlos angeboten, die Besucher müssten jedoch wenigstens 14 Jahre alt sein. Eine Anmeldung ist auf der Webseite www.audi.hu möglich.
Was will Audi mit einem naturgeschützten Grundstück in Ungarn?
Wieder Bombenfunde in Budapest
06.09.2010 · Budapest
Wieder Bombenfunde in Budapest
Am Freitag wurden im Bereich des hinteren Heldenplatzes in Budapest, an der beliebten Eislaufbahn am Stadtwäldchen bei Bauarbeiten einige Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die Gegend, die vor allem von Familien, Flaneuren und Touristen frequentiert wird, wurde daraufhin evakuiert und weiträumig abgesperrt. Das Verteidigungsministerium meldete den Fund einer 100 Kilogramm Bombe sowjetischer Bauart, dazu eine 75mm Splittergranate aus Beständen der Deutschen Wehrmacht sowie Dutzende von Magazinen von Maschinengewehren. Bereits zuvor habe man zwei 150 kg-Bomben entfernt. Vor wenigen Tagen musste auch der Freiheitsplatz samt US-Botschaft wegen eines Bombenfundes geräumt werden.
Geothermie-Heizungen in Ungarn in großem Stil in Arbeit
06.09.2010 · Nachrichten
Geothermie-Heizungen in Ungarn in großem Stil in Arbeit
Das auf Erneuerbare Energien spezialisierte Unternehmen PannErgy hat bei Bohrungen für ein Geothermieprojekt bei Miskolc einen großen Erfolg zu vermelden. In rund 2.300 Meter Tiefe stieß man dort auf viel mehr heißes Wasser als erwartet announces. Die möglichen Fördermengen erlaubten einen Austoß von 70-90 Liter pro Sekunde, etwa dreimal so viel wie vorher berechnet. Damit können schon fünf, statt vorher sieben Fördereinrichtungen das Fernwärmeprojekt für die Region Miskolc abdecken, teilt das Unternehmen mit und die überschüssigen Kapazitäten können noch für die Stromerzeugung eingesetzt werden. Bereits ab 2012 will die Firma jährlich zusätzlich 1 Mrd. Forint, ca. 3,5 Mio EUR mehr Umsatz mit dem erschlossenen Geothermiefeld erwirtschaften. Zuvor werden ca. 2,8 Mrd. Forint investiert. 32.000 Haushalte in Miskolc können davon profitieren, immerhin sollen die Preise 9-15% unter den sonst üblichen Angeobten liegen. Schon im November diesen Jahres startet ein erstes Projekt dieser Art für rund 1.000 Haushalte im Südosten des Landes. Auch wenn PannErgy bisher noch rote Zahlen schreibt, wird der Geothermie in Ungarn ein riesiges Potential für die Zukunft bescheinigt.
Homophober Aufmarsch in Budapest
06.09.2010 · Nachrichten
Homophober Aufmarsch in Budapest
Rund 100 Teilnehmer zählte die Polizei am Samstagnachmittag in Budapest, die unter der Losung „Heterosexual Pride“ durch die Straßen der ungarischen Hauptstadt zogen. Sie wählten mit dem Andrássy Boulevard die gleiche Route wie vor kurzem die „Gay Pride“, jenem traditionellen Abschluss einer jährlichen Woche der homosexuellen Lebensarten, der in Ungarn nur unter massivstem Polizeischutz stattfinden kann und jedes Jahr zu Hetzjagden und Gewaltausbrüchen seitens rechtsradikaler Randalierer führt. Die Organisatoren der homophoben Veranstaltung, unter ihnen zwei Parlamentsabgeordnete der neofaschistischen Partei Jobbik, Dóra Dúro und Elöd Novák, wollten mit dem Aufmarsch „gegen die Vereinnahmung von öffentlichen Plätzen für die Ziele der Homosexuellen“ protestieren. Die Veranstalter überreichten „ihren“ Parlamentsabgeordenten eine Petition, in der eine Gesetzesänderung gefordert wird, die Veranstaltungen von Schwulen und Lesben in der Öffentlichkeit künftig verbieten möge.
Jobbik verspricht Zerschlagung der "Parkmafia" in Budapest
06.09.2010 · Nachrichten
Jobbik verspricht Zerschlagung der „Parkmafia“ in Budapest
Gábor Staudt, der Kandidat der rechtsextremen Partei Jobbik für die Bürgermeisterwaheln in Budapest am 3. Oktober, möchte die Hauptstädter im Falle eines Wahlsieges, zumindest eine Weile, mit freiem Parken beglücken. Gleichzeitig damit würde er alle derzeitigen Planungen bezüglich Garagen und Parkflächen einfrieren, „auch wenn sie legal waren“, um die „mafiösen Strukturen“ des hauptsstädtischen Parksystems zu zerschlagen. Man wolle ein neues System schaffen, dass transparent und deutlich preiswerter sei. Eine Stunde parken, wo immer in Budapest, solle nicht teurer sein als ein einfaches Ticket für die öffentlichen Verkehrsbetriebe. (das kostet derzeit 320 Forint (1,13 EUR) und ist damit im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen der Einwohner rund dreimal teurer als im teuren Wien…). Als Lösung für die für ihn unhaltbaren Zustände schlägt Staudt eine „zentrale Stelle“ vor, die alle Parkplätze kontrolliert, anstatt des Flickenteppichs von etlichen kleinen Firmen, die derzeit die Rechte inne haben.
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