(c) Pester Lloyd / 38 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Dramatischer Mangel an Organspenden in Ungarn
20.09.2010 · Nachrichten&
nbsp; 23.09.2010
Dramatischer Mangel an Organspenden in Ungarn
Eine Untersuchung der ungarischen Gesundheitsbehörden und des Rechnungshofes hat ergeben, dass die Zahlen von Organspenden und damit auch die Zahlen von Organtransplantationen in Ungarn dramatisch gefallen sind. Ein Patient, der eine Herztransplantation nötig hat, hat in Ungarn nur eine halb so hohe Überlebenschance wie in jedem anderen Land der EU. Die Wartelisten werden immer länger, während im EU-Schnitt jährlich 35 Nierentransplantationen pro Millionen Einwohner durchgeführt werden, sind es in Ungarn lediglich 26, ähnlich sieht es bei Herz und Lunge aus. Bei Lebertransplantationen liegt Ungarn sogar 73% hinter dem EU-Schnitt. Dabei kostet viele Patienten die lange Wartezeit das Leben, diejenigen, die weiterleben, kosten den Staat durch teure Medikamente, Dialysen und umfassende Intensivmedizin eine Menge Geld, so die dramatische Analyse der Behörde des staatlichen Rechnungshofes dazu. Dabei verfüge das Land sowohl über ausreichend Technik, Expertise und Ärzte, um deutlich mehr Transpalantationen durchzuführen, es fehlten lediglich Spender. Die Öffentlichkeit müsse informiert und motiviert werden, Spenderausweise zu zeichnen.
Opernsänger László Polgár gestorben Der weltbekannte ungarische Opernsänger László Polgár starb am S
20.09.2010 · Kultur
Opernsänger László Polgár gestorben Der weltbekannte ungarische Opernsänger László Polgár starb am Sonntag mit 63 Jahren in Zürich. Der Tod des Bassisten, der noch mitten im Berufsleben stand, kam für die Öffentlichkeit sehr überraschend, die Familie gab bisher keine Informationen zur Todesursache bekannt. Vertreter des Opernhauses und der Dirigent Iván Fischer zeigten sich „bestürzt“ ob dieser Nachricht.
Polgár hatte seine Ausbildung an der Liszt-Akademie in Budapest sowie Unterricht u.a. bei den Sängerlegenden Hans Hotter und Jewgenij Nesterenko und war mit seiner sonoren, tiefen und elegant-farbenreichen Baßstimme und seiner Bühnenpräsenz auf der ganzen Welt begehrt. Seine Karriere führte ihn über Budapest, Wien, Covent Garden und die Mailänder Scala auf die großen Bühnen aller Kontinente, seit 1991 war er fest am Opernhaus in Zürich engagiert, kehrte aber immer wieder für Gastrollen oder Konzertauftritte in seine ungarische Heimat zurück, wo er zuletzt am Lustpieltheater in der Zauberflöte sowie bei einem Galakonzert Ende Juni zu sehen und zu hören war. Besonders gerühmt waren seine Interpretationen des Herzog Blaubart (Bartók), des Sarastro sowie die vielen Rollen von Verdi über Rossini bis Wagner.
Präsident Schmitt bei Ungarn in Amerika
20.09.2010 · Nachrichten&
nbsp; 23.09.2010
Präsident Schmitt bei Ungarn in Amerika
Der neue ungarische Staatspräsident ist derzeit in den USA unterwegs, auch dort – wie schon bei seinen Reisen zuvor – gilt der Schwerpunkt und die Sorge seiner Besuchstätigkeit den im Ausland lebenden Ungarn. Bei seiner Station in New York besuchte Schmitt das „Ungarische Haus“ sowie die größte ungarischsprachige katholische Gemeinde und traf sich mit Vertretern der hungaro-amerikanischen Verbände. Dabei erklärte er u.a., dass er darum kämpfen werde, dass die St. Stephens-Gemeinde bald wieder von einem ungarischen Priester geführt werden könne, damit die ausgewanderten Ungarn ihre Sprache und Kultur pflegen könnten. Schon zuvor hatte Schmitt den Papst um Hilfe gebeten, um ungarisch sprechende Priester in die Gemeinden der Auslandsungarn entsenden zu können. Schmitt meinte, dass er den „starken ungarischen Geist“ in der Gemeinde „spüren kann als wäre ich zu Hause in Ungarn.“ Und er fühlt, dass „dies eine seiner größten Missionen“ ist.
Fidesz-Kandidat für Budapest zu seinen Plänen
20.09.2010 · Nachrichten&
nbsp; 23.09.2010
Fidesz-Kandidat für Budapest zu seinen Plänen
Mit großen Tönen ließ der Fidesz-Kandidat für das Amt des Bürgermeisters von Budapest, István Tarlós, wissen, was er unmittelbar nach seinem erwartbaren Wahlsieg vorhat. Die 1.400 Angestellten im Rathaus seien viel zu viel, man werde die Zahl im Falle seiner Wahl deutlich reduzieren. Außerdem werde er umgehend Rechtsanwälte beauftragen, die alle Verträge der Stadt mit Privatunternehmen überprüfe und zwar nicht nur dahingehend, ob sie rechtens sind und erfüllt werden, sondern auch, ob die für die Stadt arbeitenden Unternehmen, einschließlich der Versorgungsunternehmen, ihre Steuern vollständig bezahlt haben.
Weiterhin möchte er die Aufsicht über wichtige Investitionprojekte sowie die stadteigenen Unternehmen aus den Händen der derzeitigen Kommissionen unter direkte Aufsicht durch die Stadtversammlung stellen. Hinsichtlich der Metrolinie 4 meinte Tarlós, dass man das Prjekt fertigstellen wird, den Vertrag mit dem Lieferanten der U-Bahn-Züge (Alstom) jedoch neu verhandeln werde. Es gäbe eine Menge offene Fragen sowie eine Finanzierungslücke von umgerechnet rund 350 Mio EUR allein für die erste Bauphase der Metro. Das gesamte System des öffentlichen Nahverkehrs gehöre neu organisiert, was nicht zu den Kernaufgaben der BKV gehöre, könnten MÁV oder Volánbus übernehmen bzw. ausgelagert werden, so Tarlós, der sich aufgrund der derzeitigen Gemengelage gute Hoffnungen machen kann nächster Oberbürgermeister von Budapest zu werden.
Mehr zu den Kommunalwahlen in Ungarn am 3. Oktober
Neuausschreibung für Straßenbahn Miskolc
20.09.2010 · Nachrichten&
nbsp; 23.09.2010
Neuausschreibung für Straßenbahn Miskolc
Vier Unternehmen reichten Gebote für die erneute Ausschreibung der Straßenbahn in Miskolc ein. Bei dem Projekt geht es um einen Auftrag von immerhin knapp 70 Mio EUR für 31 Garnituren. Gültige Gebote kommen von Skoda aus Tschechien, CAF aus Spanien, Ansaldobreda aus Italien und Solaris aus Polen, erklärte der Regierungskommissar für das Projekt, Gábor Simon. Auch die großen Player Bombardier (Kanada) und die deutsche Siemens ließen sich die Ausschreibungsunterlagen kommen, gaben aber keine Gebote ab. Eine vorherige Ausschreibung wurde im Mai vom staatlichen Kontrollausschuss für ungültig erklärt, weil die Abgabefrist durch das später zum Gewinner erklärten Unternehmen Ansaldobreda nicht eingehalten wurde. Das Gebot der spanischen CAF war nicht mit der entsprechenden Bankgarantie unterfüttert. Derzeit laufen in Miskolc umfangreiche Renovierungsarbeiten am Straßenbahnnetz, rund 10 km werden bis Ende 2011 komplett saniert, knapp 2 km kommen neu hinzu. Das kostet rund 120 Mio EUR.
Jeder Zweite in Ungarn ist gegen Afghanistan-Einsatz
21.09.2010 · Nachrichten
Jeder Zweite in Ungarn ist gegen Afghanistan-Einsatz
Eine Umfrage der Tageszeitung Népszabadság ergab, dass 69% die NATO-Mitgliedschaft ihres Landes befürworten, jedoch 52% der Ungarn gegen den Einsatz eigener Truppen in Afghanistan sind. Für den Militäreinsatz sprechen sich nur 35% aus, 43% der Befragten gaben an, dass der Einsatz die Sicherheitssituation in der Heimat eher verschlechtert. Zwei Drittel kritisieren zudem die nicht ausreichende Unterstützung für die im Ausland tätigen Soldaten. Ungarn ist seit 2003 mit einem kleinen eigenen Kontingent in Afghanistan präsent, das 2006 durch eine Pioniereinheit eine höhere Bedeutung bekam und nun rund 250 Personen umfasst. Im kommenden Jahr sollen, gemäß der neuen NATO-Strategie weitere 200 Mann, vor allem Ausbilder, hinzukommen. Vier ungarische Soldaten starben seit Beginn es Einsatzes, zwei davon vor kurzem bei einem Gefecht mit Taliban.
Heldengeschichten – Sep 2010
Taliban-Angriff: zweiter Soldat aus Ungarn tot – Truppe wird aufgestockt
Zweifel wegbefohlen – Aug 2010
Eine Soldatin aus Ungarn starb in Afghanistan
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