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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 40/2012

(c) Pester Lloyd / 40 – 2012 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Regierung im Kampf gegen Sportmuffel in Ungarn

03.10.2012 · Nachrichten

Fitness nach Plan: Regierung in Ungarn im Kampf gegen Sportmuffel „Innerhalb von zehn Jahren müssen wir die Zahl der Menschen, die sich aktiv sportlich betätigen vervierfachen“, heißt ein neues Edikt von Premier Orbán, selbst ein so leidenschaftlicher Fußballer, dass er seinem Heimatort, trotz Budgetnöten und Volksarmut, ein eigenes Stadion samt gut dotierter Fußballschule spendierte. Die Regierung plant, den Anteil derjenigen, die wenigstens zweimal in der Woche eine halbe Stunde Sport machen um 9 bis 20% zu erhöhen, konkretisierte der Regierungschef seine Pläne anlässlich des 100. Geburstages der Budafoker Arbeitersportvereinigung BMTE. Dazu wird es noch im Herbst einen „Förderplan für nichtwettkampfmäßige Sportarten“ geben. Man müsse die Jugend und das ganze Volk in regelmäßige sportliche Aktivitäten bringen. Die Einführung einer täglichen Sportstunde in allen Schulen ab diesem September (tatsächlich sehr lobenswert!) sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Es könne doch nicht sein, dass Ungarn als viertunsportlichste Nation in der EU dastehe und nur 38% aller jungen Menschen sich regelmäßig sportlich betätigen. Auch die Sterblichkeitsraten und die Lebenserwartung sowie gehäufte Krankheitsbilder weisen die Mehrheit der Bevölkerung als regelrechte Sportmuffel aus. Ob Massenauswanderung wegen mangelnder Arbeitsperspektiven auch als Sport gezählt wird und wie man im Zusammenhang mit der Sorge um die Volksgesundheit das von dieser Regierung ermöglichte freie Brennen von bis zu 50 Liter Alkohol pro Kopf und Jahr einstuft, war vom Premier nicht zu erfahren.

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Ungarn plant Verbot von Lebensmitteln mit Transfetten

03.10.2012 · Nachrichten

Pommesverbot? Ungarn will Lebensmittel mit Transfetten verbannen Rund ein Jahr nach der Einführung der ersten „Chipssteuer“ , die als Strafsteuer auf ungesunde Lebensmittel und – wörtlich – zur Erhöhung der Volksgesundheit – propagiert wurde, letztlich aber lediglich Haushaltslöcher stopfen und die Finanzierung des maroden Gesundheitswesens unterstützen sollte sollte, weitet die ungarische Regierung ihre Maßnahmen aus. Lebensmittel, die aus mehr als 2% sogeannter Transfette bestehen, will man von 2014 an verbieten. Das betrifft vor allem industriell produzierte Nahrungsmittel und frittierten Backwaren, wie Pommes frittes oder Kartoffelchips. Der übermäßige Verzehr solcher Nahrungsmittel kann zu einem erhöhten Cholesterienspiegel und zu Herzerkrankungen führen, so die Argumentation. Auch das Nationalgericht Langós fiele in diese Kategorie, doch schon wie bei der Salami und anderen fetten oder süßen Versuchungen , wird auch hier ein gesetzestechnischer Kniff erwartet, der die einheimischen Kalorien- und Giftbomben von dem Verbot ausnimmt. Die Argumentationskette der Regierung steht auch angesichts des steuerbefreiten Brennens von Pálinká auf dünnem Eise. red.

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Analoges Fernsehen in Ungarn vor der Abschaltung

04.10.2012 · Nachrichten

Ab diesem Monat neigt sich, so wie bereits in vielen europäischen Ländern, auch in Ungarn die Ära des analogen terrestrischen Fernsehens ihrem Ende zu. András Piller, Vorstandschef von Antenna Hungária, Betreiber des neuen, digitalen Sendebetriebes, teilte mit, dass in den nächsten Wochen die Sendeanlage in Barcs, der vor allem das Programme des staatlichen Hauptkanals M1 überträgt, abgeschaltet wird, das digitale Netzwerk funktioniere bereits heute parallel. Allerdings verfügen erst rund 350.000 Haushalte über Zugang zum neuen digitalen System, das über eine entsprechende Antennenbox oder über neuere Fernseher, in denen die Technik bereits integriert ist, erreichbar ist

Die meisten Ungarn nutzen ohnehin Kabel TV-Anbieter oder die Satelitenschüssel. Piller erwartet bis Anfang 2013 daher auch nur 150.000 weitere Nutzer des MinDig TV-Dienstes, der – von der Hardware abgesehen – kostenlos ist, bisher aber nur das Staatsfernsehen M1, M2, Duna TV, Duna World in HD-Qualität sowie auch RTL Klub, Euronews und TV2 anbietet, was mit ein Grund für die geringe Nachfrage ist, neben der noch nicht vollständig gegebenen Abdeckung. Das digitale terrestrische Fernsehen in Ungarn wird seit 2008 installiert, bisher wurden seitens Antenna Hungária rund 25 Milliarden Forint, ca. 88 Mio. EUR investiert. Die DVB-T-Box ist über diese Webseite bestellbar: http://mindigtv.hu/

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Ungarn fürchten weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage

04.10.2012 · Nachrichten

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutese Tárki zur eigenen wie der Wirtschaftslage des Landes hat sehr eindeutige Ergebnisse hervorgebracht. Rund 46% der Befragten bewerteten sowohl die persönliche wirtschaftliche Situation wie die des Landes als "schlecht" bis "ärmlich", 16% gaben ein "mittelmäßig" an, lediglich 1% sind mit beidem "zufrieden". Interessanter- aber nicht überraschenderweise spiegeln diese Daten auch in ungefähr die Einkommenseverteilung im Lande wieder, wobei man die 37%, die gar keine rechte Meinung zu alledem äußern wollte, eher der unteren Hälfte zuordnen muss. Mehr als die Hälfte der Ungarn fürchtet, dass sich die Wirtschaftslage im Lande weiter verschlechtern wird, knapp die Hälfte fürchtet das auch für die eigene Situation. Nur 14% sehen das Land auf einem wirtschaftlichen Aufwärtstrend, lediglich 9% sagen das auch von ihren eigenen Perspektiven

Die Ergebnisse stehen im krassen Gegensatz zu den täglichen Jubelmeldungen der Regierungs-PR zu Investitionen, Einkommen, der Lage am Arbeitsmarkt. Wirtschaftsminister Matolcsy behauptete bereits, „die Krise ist vorbei“, Premier Orbán spricht davon, dass „Ungarn auf dem richtigen Weg“ sei und sämtliche Probleme selber lösen könne. Die Wirtschaftsdaten geben dem Volk jedoch recht. Mehr dazu hier. red.

Die aktuellste Umfrage zur politischen Stimmungslage

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