(c) Pester Lloyd / 42 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Mercedes-Werk in Ungarn feierte Richtfest
22.10.2010 · Nachrichten
Mercedes-Werk in Ungarn feierte Richtfest
Das neue Mercedes-Benz-Werk im zentralungarischen Kecskemét konnte am Donnerstag, genau ein Jahr nach Grundsteinlegung, bereits Richtfest feiern, aller Arbeiten verliefen im Zeitplan. Schon im Mai 2011 soll die Produktion in dem 800-Mio-EUR Investment anlaufen und ab 2012 auf vollen Touren laufen. Die Daimler AG legt Wert auf die Feststellung, dass 80% der Auftragnehmer beim Bau „lokale Unternehmen“ sind und man bereits „17 ungarische Zulieferer“ für Autoteile für mehrere hundert Millionen Euro unter Vertrag nehmen konnte. Derzeit arbeiten im Werk schon 700 Angestellte, wovon 450 Ungarn sind. 2011 sollen bereits 2.200 Menschen für Mercedes arbeiten, 2012 ca. 2.500. Werksmanager Frank Klein formulierte den Anspruch, „der attraktivste Arbeitgeber der Region“ werden zu wollen. Ab 2012 werden i Kecskemét Nachfolgemodelle aus der A- und B-Klasse gebaut. Bürgermeister Gábor Zombor sieht, dass seine Stadt schon jetzt von der Großinvestition profitiert hat, u.a. durch weitere industrielle Ansiedlungen und Infrastrukturverbesserungen sowie einen Schub im Ausbildungsbereich.
Ungarn erlebt im Moment einen regelrechten zweiten Investitionsboom in der Autoindustrie. Während Opel sein Werk im belgischen Antwerpen schließen wird, investiert man einige hundert Millionen EUR in den Ausbau der Motorenproduktion in Szentgotthárd. Audi wird rund 900 Mio EUR im Standort Györ, ebenfalls für eine neues Autowerk, investieren. Kapazitätsausweitungen haben auch Hankook, Bosch und Suzuki angekündigt.
Entschädigung für Opfer des Stalinismus in Ungarn
22.10.2010 · Nachrichten
Entschädigung für Opfer des Stalinismus in Ungarn
In Ungarn deutet sich eine Gesetzesinitiative zur Entschädigung von Opfern der Rákosi-Zeit in den 1950er Jahren an. Der Staatssekretär im Ministerium für Justiz und Öffentliche Verwaltung, Bence Rétvári, erklärte am Donnerstag vor Medienvertretern, dass die Regierung eine entsprechende Regelung „mit Priorität“ behandelt. Es gehe darum, jenen, die während der stalinistischen Diktatur, die in Ungarn vor allem durch das Terrorregime des Mátyás Rákosi (rechts auf einem zeitgenössischen Propagandafoto) personalisiert ist, gelitten haben, vor allem durch Deportationen, Inhaftierungen und Zwangsarbeit, eine Anerkennung und materielle Entschädigung zukommen zu lassen. Dies entspräche der Intention der Regierung „den endgültigen Systemwechsel“ zu vollziehen, bei dem klar gemacht werden muss, dass es im 20. Jahrhundert „zwei inhumane Dikaturen gegeben hat, eine braune und eine rote“, so Rétvári. Mehr zum Thema:
Rekordstrafe für Ungarische Telekom
22.10.2010 · Nachrichten
Rekordstrafe für Ungarische Telekom
Die ungarische Wettbewerbsaufsicht GVH teilte am Donnerstag mit, dass sie die Magyar Telekom, Tochter der Deutschen Telekom, mit einer Wettbewerbsstrafe von 200 Millionen Forint (ca. 730.000 EUR) belegt. Das ist die höchste Einzelstrafe, die das Unternehmen in den zwanzig Jahren seiner Existenz erhielt. Insgesamt summieren sich die Strafen der Wettbewerbskontrolleure mittlerweile auf rund 500 Mio. Forint. Die letzte Strafe erging wegen einer nach GVH-Einschätzung irreführenden SMS, die zu einem Gewinnspiel verleiten sollte. Je mehr kostenpflichtige SMS die Kunden schickten, umso höher sei die Chance auf dne Gewinn eines Autos, hieß es damals. Ein Kommentar aus der Firmenzentrale war bisher zu der Rekordstrafe noch nicht zu vernehmen.
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