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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 45/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 45 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Beiträge zur Rentenversicherung in Ungarn steigen

08.11.2010 · Nachrichten

Beiträge zur Rentenversicherung in Ungarn steigen

Die ungarische Rentenversicherung wird nicht nur, wie bereits ausführlich berichtet , demnächst rückverstaatlicht, sondern die Beiträge von derzeit 9,5% auf 10% des Bruttoeinkommens steigen, zumindest zeitweise, d.h. bis Ende 2011, sagte am Wochenende der Regierungsprecher in einem Fernsehinterview. Damit will man ein weiteres „Wahlversprechen“ einlösen, das Frauen, die 40 Jahre gearbeitet haben, in Rente gehen können ohne altersbedingte Abzüge in Kauf nehmen zu müssen. Die Erhöhung soll rund 30-40 Milliarden weitere Forint in die staatlche Rentenkasse spülen, die in den kommenden Monaten monatlich bereits umgerechnet rund 120 Mio EUR aus Beiträgen, die eigentlich für private Rentenverischerer gedacht waren, einzieht, „um Budget-Löcher zu stopfen“, wie der Finanzminister kürzlich zugab .

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Orbán schenkt Debrecen ein neues Fußballstadion

08.11.2010 · Nachrichten

Orbán schenkt Debrecen ein neues Fußballstadion

Die ungarische Regierung wird 10 Milliarden Forint, ca. 36 Mio. EUR für den Bau eines neuen Fußballstadions in Debrecen, der zweitgrößten ungarischen Stadt, reservieren. Das teilte Regierungssprecher Péter Szijjártó am Montag in Budapest mit. Das Projekt sollte binnen der kommenden zwei Jahre in Angriff genommen werden. Damit wird ein Versprechen von Regierungschef Viktor Orbán erfüllt, der dem derzeitigen ungarischen Spitzenklub zugesagt hat, dass er künftig seine internationalen Spiele „auf Heimatboden“ austragen kann. Der aktuelle Meister DVSC verfügt bereits seit 2 Jahren über kein eigenes Stadion mehr, das den UEFA-Kriterien entspricht. So mussten alle internationalen Spiele in Budapest ausgetragen werden. 2009 schaffte es die Mannschaft als erstes ungarisches Team seit 14 Jahren, die Gruppenphase der Champions League zu erreichen, in diesem Jahr spielen die Debrecener in der Europa League. Die Ankündigung der Regierung ist angesichts der sehr klammen Staatskasse besonders bemerkenswert.

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Haushaltsdefizit in Ungarn bei 131%: Warten auf die große Bescherung im Dezember

09.11.2010 · Wirtschaft

Defizit in Ungarn: Warten auf die große Bescherung im Dezember

Das Defzit des ungarischen Staatshaushaltes erreichte zu Ende Oktober 1.132,7 Milliarden Forint (ca. 4,11 Mrd. EUR), was ungefähr 130% der Jahresvorgabe 2010 von 3,8% zum erwarteten BIP beträgt. Allein im Oktober kamen rund 43,6 Mrd. HUF Defizit hinzu. Um das mit sanftem Druck von EU und IWF selbstgesteckte Defizitziel von 3,8% zum Jahresende noch erreichen zu können, war nach Ansicht der Regierung eine ganze Reihe weiterer Krisensteuern notwendig, d.h. man realisiert die Budgetziele fast ausschließlich über die Einnahmenseite, was allgemein als kurzsichtig kritisiert wird.

Allein im Dezember wird die Sonderabgabe für den Finanzsektor Zusatzeinnahmen von rund 90 Milliarden Forint (knapp 330 Mio EUR) in die Kasse spülen, hinzu kommen die ersten Raten der für mindestenes 14 Monate beschlagnahmten Beiträge zur privaten Rentenversicherung in Höhe von ca. 60 Mrd. HUF. Weitere 160 Mrd. Forint bringt die Krisensteuer auf die Umsätze von Unternehmen der Energiebranche, der Telekoms und des Einzelhandels, zusammen werden durch die kurzfristig anberaumten Maßnahmen allein im Dezember fast 1,2 Mrd. EUR mehr eingenommen als ursprünglich vorgesehen.

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ALLES WEITERE IN DER WIRTSCHAFTSPOLITIK und im FINANZMARKT

Autozulieferer Kirchhoff erweitert in Ungarn

09.11.2010 · Wirtschaft

Kirchhoff erweitert in Ungarn um 10 Mio EUR

Der deutsche Autozulieferer Kirchhoff plant einen größeren Aus- und Anbau seines Werkes im ungarischen Esztergom. Von Dezember bis September 2011 sollen auf 3.000 und zusätzlichen 2.500 Quadratmetern zwei Produktionslinien für insgesamt 10 Mio. EUR erweitert werden. Kirchhoff Hungária war bis vor kurzem fast ausschließlich Lieferant für die ungarische Suzuki-Fabrik, wird aber ab 2012 von Ungarn aus auch Peugeot-Citroen in der Slowakei und Frankreich, VW in Bratislava, Ford in Krakow, Skoda in Mlada Boleslav sowie die Werke von Daimler und Opel in Ungarn, in Kecskemét bzw. Szentgotthárd beliefern. Im Zuge der Kapazitätserweiterung wird Kirchhoff Ungarn rund 60 weitere Mitarbeiter einstellen, überwiegend Facharbeiter und Ingenieure. Das Unternehmen ist seit 2004 in Ungarn präsent und meldete für 2009 einen Umsatz von rund 22 Mio EUR sowie knapp 1,5 Mio EUR Gewinn, für 2010 ist ein Umsatz von 27 Mio EUR angepeilt, bei sinkenden Gewinnen. Weltweit bschäftigt die Unternehmensgruppe ca. 4.400 Menschen und setzt jährlich rund 670 Mio EUR um.

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Lehrer in Ungarn enttäuscht über Nullrunde

09.11.2010 · Nachrichten

Wenigstens „eine symbolische Gehaltserhöhung“ wünschen sich nurmehr die in der Gewerkschaft PDSZ organisierten Lehrer in Ungarn, wenn es schon keine spürbare Anhebung der meist mehr als bescheidenen Saläre der Lehrer für nächstes Jahr geben soll. „Aber es sieht so aus, dass es nichtmal das gibt.“, sagte, reichlich frustriert Gewerkschaftschef László Mendrey.

Er erinnerte die Regierungspartei an eines ihrer Wahlversprechen, wonach das Prestige des Lehrerberufes gehoben werden soll und ihre Gehälter bis 2014 den Durchschnitt der geistigen Berufe erreichen sollte. „Doch nach den bekanntgewordenen Kennziffern des Budgets 2011 ist nicht ein Forint für Gehaltsanhebungen im öffentlichen Dienst vorgesehen.“, beklagt Mendrey ebenso wie den Umstand, dass die Regierung es nicht einmal mehr für nötig erachtet, mit den öffentlich Bediensteten solche Fragen vor Veröffentlichung des Budgetentwurfs zu verhandeln.

Die Lehrergewerkschaft warnte bereits vor einigen Wochen vor einem enormen Exodus von Lehrern in die freie Wirtschaft, der kaum wieder rückgängig zu machen ist. Zumindest der Durchschnittslohn von rund 300.000 Forint im Monat müsste gezahlt werden, um dieser Tendenz Einhalt zu gebieten, freilich sind auch die immer häufigeren Schulschließungen und -zusammenlegungen kontraproduktiv.

Mit der neuen Regelung der Besteuerung von Abfindungen im öffentlichen Dienst, kann die PDSZ hingegen ganz gut leben. Die Anhebung der Freigrenze auf 3,5 Mio Forint (ab da wird mit 98% besteuert) verschone einfache Angestellte weitgehend.

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OTP Ungarn für "bestes Private Banking" in CEE ausgezeichnet

09.11.2010 · Nachrichten

OTP Ungarn für „bestes Private Banking“ in CEE ausgezeichnet

Die Private Banking Sparte der OTP wurde vo Financial-Times-Fachmagazin „The Banker“ als „beste Privatbank in Mittelosteuropa“ ausgezeichnet. Das exklusivere Privatkundengeschäft der Bank umfasst rund 16.500 Kunden mit Einlagen von knapp 600 Milliarden Forint (ca. 2,2 Mrd. EUR) und wird seit 2002 in einer eigenen Einheit geführt. Seitdem konnte man, nach eigenen Angaben, einen Marktanteil von 40% in Ungarn erreichen. „The Banker“ lobte vor allem das Kostenmanagement der OTP sowie den Kundenservice. Außerdem habe die Bank durch die Erhöhung der Einlagelimits auf 75.000 EUR für „Private Banking“ und 265.000 EUR für das „Prestige Banking“ ihre Ambitionen auf wohlhabendere Segmente verdeutlicht. Die OTP ist die größte Bank Ungarns und hat ebenso wie alle anderen Kreditinstitute im „normalen“ Geschäft mit hohen Verlustabschreibungen wegen fauler Kredite zu kämpfen, stöhnt unter der Last einer neuen Bankensondersteuer und hat in Rumänien und der Ukraine recht verlustbringende Töchter.

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Spiel-Hölle auf Erden – Jul 2010

Slowakische Minister gegen ungarisches Großprojekt bei Bratislava http://www.pesterlloyd.net/2010_29/29metropolis/29metropolis.html Größenwahn als Geschäftsprinzip – Apr 2010

Mega-Entertainment-Projekte sollen Ungarn an die Weltspitze der Spaßgesellschaft bringen http://www.pesterlloyd.net/2010_16/16erlebnisparks/16erlebnisparks.html

Vision oder Wahnsinn? – Okt 2009

Ungarische TriGranit baut in Bratislava ein „Metropolis“ http://www.pesterlloyd.net/2009_42/0942metropolis/0942metropolis.html

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