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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 46/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 46 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Margaretenbrücke wieder für Autos geöffnet

18.11.2010 · Nachrichten

Margaretenbrücke in Budapest wieder für Autoverkehr geöffnet

Nach gut einem Jahr und drei Monaten ist der größte Teil der Sanierungsarbeiten an der Margaretenbrücke in Budapest abgeschlossen, seit Montagabend kann sie wieder beidseitig für den Autoverkehr genutzt werden, was die Autofahrer mit einem Hupkonzert begrüßten, die ersten einhundert erhielten eine Erinnerungsplakette an dieses „Ereignis“. Im stets überfüllten Innenstadtverkehr bildet die Margaretenbrücke einen noralgischen Punkt, deren Schließung zu weiteren Staus und Umwegen führte. Vor allem die historische Kettenbrücke konnte den Zusatzverkehr kaum aufnehmen. Trotz der Wiedereröffnung, sind die Arbeiten an der Margaretenbrücke noch nicht beendet, erst im Sommer 2011 dürfte der letzte Bauhelm abrücken, bis dahin werden noch Eisenornamente, historisierende Straßenlaternen und Zäune montiert. Die Gesamtkosten der Überholung werden sich auf fast 21 Mrd. Forint, ca. 75 Mio EUR belaufen.

Alles weitere zur Giftschlammkatastrophe in unserer Chronologie

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OMV Chef stolpert über MOL-Deal

18.11.2010 · Wirtschaft

Der Versuch der Übernahme der ungarischen MOL durch die österreichische OMV könnte OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer womöglich den Job kosten. Nicht, weil die Übernahme letztlich scheiterte, sondern, da sich der Manager durch den Verkauf der 21,2%-Anteile der MOL an die russische Surgutneftegas womöglich zu Unrecht eine goldene Nase verdiente. Börsenaufsicht und Staatsanwaltschaft in Wien teilen die Ansicht, dass sich Ruttenstorfer 2009 durch einen Kauf von OMV-Aktien unmittelbar vor dem Verkauf der MOL-Aktien des Insiderhandels strafbar gemacht habe. Nach dem Verkauf stieg der Aktienkurs seines Unternehmens spürbar nach oben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt schon seit über einem Jahr, der Beschuldigte spricht davon, dass es sich lediglich um die Einlösung von Aktienoptionen als Teil seiner Vorstandsvergütung handele. Solche Aktien müsse er ohnehin drei Jahre halten, weswegen der Vorwurf kurzfristiger Spekulation nicht haltbar sei. Dass er durch die Wahl des Kauftermins dennoch einen ungerechtfertigten Vorteil genoss, will er nicht gelten lassen. Er sehe dem Fall, trotz der Klagseinreichung „optimistisch“ entgegen. Kann er auch, denn den meist politisch austariert besetzten Spitzenmagern droht von der noch politischer geführten Judikative in Österreich sogar bei offenbaren Verfehlungen selten großes Ungemach, wie zahlreiche Skandalfälle der jüngsten Vergangenheit belegen. Neben dem Gericht, muss sich auch noch der Aufsichtsrat der OMV mit dem Fall befassen. Bei Schuldfeststellung könnten sie den Manager umgehend entlassen.

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Orbán zu Besuch in Frankreich

18.11.2010 · Nachrichten

Ungarischer Premier zu Besuch in Frankreich

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán besucht am Donnerstag und Freitag Frankreich. Dabei wird er in erster Linie Gespräche mit Präsident Nicolas Sarkozy und Premier Francois Fillon führen. Auch bei dieser Reise zum zweiten großen Machtzentrum der EU wird die Vorbereitung der EU-Ratspräsidentschaft Ungarns im Mittelpunkt stehen. Mit Sarkozy hat Orbán möglicherweise einen Verbündeten sowohl bei grundsätzlichen weltanschaulichen Prinzipien als auch in der Machtattitüde. Der französische Präsident hat zudem ungarische Wurzeln. Am Donnerstag wird Orbán an einer Gesprächsrunde des Französischen Institutes für Internationale Beziehungen teilnehmen, bei dem Geschäftsleute, Banker, Diplomaten, Journalisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens anwesend sein werden. Auch Zusammenkünfte und Arbeitsessen it Bernard Accoyer, Präsident der Französischen Nationalversammlung und dem Wirtschafts-Generalsekretär der OECD, Angel Gurria, sind geplant. Ungarn wird das Thema eines OECD-Politikforums sein, auf der Nationalwirtschaftsminister György Matolcsy die ungarische Delegation anführen wird, auch Außenminister János Martonyi gehört zur Entourage Orbáns.

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Ausstellung zur Giftschlammkatastrophe in Ungarn

18.11.2010 · Nachrichten

Am 10. November wurde im Nationalmuseum die erste Ausstellung zur Rotschlammkatastrophe in der Region Ajka eröffnet. Der bei dem Dammbruch im Aluminiumwerk der MAL Zrt. freigesetzte, star ätzende und schwermetallhaltige Schlamm hat tiefgreifende, zum Teil irreversible ökologische und wirtschaftliche Schäden angerichtet. 10 Menschen sind gestorben, ca. 150 wurden verletzt. Insgesamt wurden ca. 40 km² Landfläche überschwemmt und 350 Gebäude beschädigt, die Menschen, die ihre Heimat verloren, waren auf die Helfer vor Ort angewiesen. Freiwillige und zivilgesellschaftliche Organisationen ebenso wie Ärzte, Polizei und Militär errichteten Notunterkünfte, sammelten dringend benötigte Sachspenden und leisteten medizinische Versorgung. Die offiziöse Ausstellung dokumentiert die Katastrophe aus den Blickwinkeln der verschiedenen Beteiligten. Die Betroffenen haben persönliche Fotos, Videos, sogar Kinderzeichnungen bereit gestellt, die Helfer präsentieren ihr verwendetes Zubehör, Schutzkleidung und Werkzeuge. Der gesamte Eintrittspreis von 500 Ft (ca. 2 Euro) wird an die Opfer der Katastrophe in Kolontár und Devecser gespendet. Bis 12. Dezember Ungarisches Nationalmuseum Múzeum krt. 14-16, 1088 Budapest

Weitere Informationen: www.mnm.hu

Update 17.11.: Polizei verbietet Demo in Devecser

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Széchenyis Welten im Nationalmuseum

18.11.2010 · Kultur

Am 08.Oktober begann im Ungarischen Nationalmuseum die Ausstellung “Széchenyis Welten“. Die Exposition beleuchtet das Leben von Graf István Széchenyi, des „Größten Ungarn aller Zeiten“, wie ihn sein größter Gegenspieler Lajos Kossuth bezeichnete. Er gründete eine Akademie, schrieb mehrere Bestseller, baute die Kettenbrücke und kämpfte neben all dem passioniert für die Freiheit und wirtschaftliche Stabilisierung Ungarns. Gemälde und Bilder zeigen die größten und aufregendsten Momente im Leben Széchenyis, seinen Sohn Bela, seine Zeit in Wien, die Zustimmung des Parlaments zum Bau der Kettenbrücke und ihre Vollendung. Doch auch die Nachwirkungen seiner Bemühungen finden in der Ausstellung zu seinen Ehren Beachtung. Széchenyis Reputation, sein Charakter und die Interpretationen seiner Handlungen werden dargestellt.

Ungarisches Nationalmuseum Weitere Informationen: www.mnm.hu

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Gestaffelte Gaspreiserhöhung ab Januar in Ungarn

19.11.2010 · Wirtschaft

Gestaffelte Gaspreiserhöhungen ab Januar in Ungarn

Nach Auskunft des Ministers für Nationale Entwicklung, Tamás Fellegi, bleiben die Gaspreise für „normale Haushalte“ mit einer maximalen Verbrauchsmenge von 1.200 Kubikmetern pro Jahr ab Januar 2011 unverändert. Alle darüberliegenden Verbrauchsgruppen müssen indes mit durchaus spürbaren Preisanstiegen rechnen. Für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt ist allerdings eher ein Durchschnittsverbrauch von über 1.600 Kubikmetern anzulegen, hier würde der Preis jedoch schon um 4,5% steigen, ab 2000 cbm um 7,8% und zwischen 3.000 und 3.500 Kubikmeter um 9,3% also fast doppelt so stark wie die prognostizierte Jahresinflation. Familien mit mehr als drei Kindern erhalten einen „Rabatt“ so Fellegi, der jedoch nicht auf die Details dafür einging. Die jetztige Preisrunde verkauft der Minister als Erfolg seiner Regierung, der von den Versorgern durchschnittlich beantragten 8-9% auf 4,5% „per Dekret“ zusammengestrichen habe und dies durchsetzen konnte, obwohl Gazprom als einer der Hauptlieferanten eine Preiserhöhung von 318 auf 327 vom dritten zum vierten Quartal angekündigt habe.

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