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Die ungarische Nationalbank fürchtet erneut ein dramatisches Anwachsen fauler Kredite

(c) Pester Lloyd / 46 – 2010 WIRTSCHAFT 19.11.2010

Die Ungarische Nationalbank (MNB) befürchtet eine weitere dramatische Verschlechterung der Lage am privaten Kreditmarkt in Ungarn. Neben dem anhaltend hohen Kurs des Schweizer Frankens gegenüber dem Forint, laufen in den nächsten Monat viele Zahlungsaufschübe und Fristverlängerungen von resturkturierten Krediten ungarischer Privathaushalte aus, die zu neuerlichen Zahlungsausfällen führen werden, heißt es in der Quartalsvorschau der MNB am Donnerstag.

Mittlerweile ist der Anteil derer, die mit Raten- und ZInszahlungen zu ihren Krediten 90 oder mehr Tage im Rückstand liegen, je nach Kreditinstitut auf 12-17% geklettert. Als besorgniserregend gilt jedoch die Zahl derjenigen, die „nur“ rund 30 Tage im Rückstand liegen, hier sind es schon 25-27%, was für die Zentralbanker ein Hinweis auf eine baldige höhere Abschreibungsrate bedeutet. Bisher sind nur rund 15% der „Gnadnenfristen“ bei in Not geratenen Krediten ausgelaufen, in den kommenden Monaten wird dies aber bei mehr als der Hälfte der Fall sein. Bisher gelten rund 730.000 Ungarn als überschuldet. Für die Banken, die freilich zuvor durch großzüige Konsum- und Hypothekenkreditvergabe gut verdient haben, bedeutet dies eine zunehmend komplizierte Situation. Sie werden seit der Krise in steigendem Maße durch Kreditabschreibungen und Risikorücklagen belastet, hinzu kommt noch eine der höchsten Bankensteuern im EU-Raum, ein gesetzliches Zwangsversteigerungsmoratorium und der Druck mehr Eigenkapital aufzubauen. Die MNB hält die in Ungarn operierenden Banken im wesentlichen zwar für stabil, sieht aber deren Wettbewerbsfähigkeit zunehmend gefährdet.

Die aktuelle wie die vorige Regierung hatten eine ganze Reihe von, zum Teil unkooridnierten, Maßnahmen versucht, um die Situation in den Griff zu bekommen und sozial abzufedern. Dazu mehr in diesem Beitrag: Das Quaken der Frösche – Fremdwährungskredite in Ungarn: ein Ringkampf zwischen Politik und Banken, den das Volk verliert – Sept. 2010

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