(c) Pester Lloyd / 5 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Wer hat Angst vor der Angst? Trafo Budapest
03.02.2011 · Kultur
Wer hat Angst vor der Angst? im Trafó Budapest
In der Trafó-Galerie läuft bis zum 27. Februar die experimentelle Videoreihe „Fear in the Black Box”. Dabei handelt es sich um eine Auswahl an Filmen, die 2010 auf dem internationalen Werkleitz-Festival in Halle zu sehen waren. Verbindendes Thema der Filme ist die Angst. Im Aufgreifen von sozialen und individuellen Ängsten versuchen die Filme, die Präsenz der Angst in zeitgenössischen Massenmedien und dominanten Diskursen besser zu verstehen, ohne selbst Angst einjagen zu wollen. Unter den Videos finden sich Werke von 13 KünstlerInnen, darunter Valeriya Gay Germanika mit ihrem Dokumentarfilm „Mal’chiki – Boys“, der die Reise zweier Brüder durch Strogino, eines Plattenbau-Vorortes Moskaus schildert und Theo Ligthart mit „[peinliche Ordnung]“, einer Interpretation des 1957 in der Schweiz veröffentlichten Guerilla-Handbuchs „Total Resistance“. S.R. Bis zum 27.02.2011
Trafó Galerie, Liliom ut. 41, 1094 Budapest Weitere Informationen: www.trafo.hu
Ungarische Krankenhäuser kommen unter Staatsaufsicht
04.02.2011 · Wirtschaft
Ungarn stellt Krankenhäuser unter Staatsaufsicht
Für viel Aufregung sorgte Mitte der Woche die Ankündigung des stellvertretenden Budapester Bürgermeisters Tamás Szentés (links), dass alle Krankenhausdirektoren der Stadt entlassen seien und die Häuser unter direkter Staatsaufsicht stünden. Oberbürgermeister István Tarlós (rechts) und der stellvertretende Staatssekretär für Gesundheitsversorgung, Miklós Szocska, ruderten auf einer Pressekonferenz am Mittwoch nur teilweise zurück. Fest steht, dass zukünftig alle zwölf Krankenhäuser der Stadt unter staatliche Verwaltung gestellt werden, womit die Stadt den im Oktober durch die Regierung eingeleiteten Reformen im Gesundheitswesen folgt. Die Übertragung sei aber erst nach Zustimmung der städtischen Generalversammlung sowie der Regierung möglich, als Zeitpunkte kämen u.a. Ende Juni und Ende Dezember in Frage. Oberbürgermeister Tarlós räumte Gerüchte über die Entlassung seines Stellvertreters Tamás Szentés aus, der sich mit der Ankündigung der Entlassung einiger Krankenhausdirektoren „übereifrig“ verhalten habe. Daraufhin habe Tarlós einige der Befugnisse seines Stellvertreters eingeschränkt. Csaba Horvath, Vorsitzender der Stadtversammlungsfraktion der oppositionellen Sozialistischen Partei, hatte der Gesundheitsversorgung in Budapest zuvor einen „chaotischen Zustand“ seit Oktober bescheinigt (er traute sich jedoch nicht direkt zu sagen, dass der Zustand unter soz. Regierung besser gewesen sei) Die Stadtverwaltung wolle sich um ihre Verantwortung drücken und Szentés habe die Kündigung der Direktoren nur unter Anweisung androhen können.
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