(c) Pester Lloyd / 50 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Zufriedenheit mit Gesundheistwesen in Ungarn gleichbleibend schlecht
17.12.2010 · Nachrichten
Zufriedenheit mit Gesundheistwesen in Ungarn gleichbleibend schlecht
Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage der ungarischen Gesellschaft für Konsumforschung und der Marktforschungsagentur Szinapszis hat sich das Vertrauen der ungarischen Bevölkerung in die Leistungen des staatlichen Gesundheitswesens seit dem Jahr 2002 kaum verändert, während die Zuversicht seitens des medizinischen Personals in den gesamten Gesundheitssektor stark nachgelassen hat. So wurde die medizinische Versorgung von 44 % der befragten Patienten immerhin als „gut“ oder „akzeptabel“ bezeichnet, 40 % beurteilten diese als „schlecht“. Ärzte hingegen befanden das Gesundheitssystem zu 52 % als „eher schlecht“ und nur zu 36 % als „gut“ oder „akzeptabel“. Vor allem Hausärzte sind mit ihrer Situation und den momentanen Perspektiven unzufrieden. Der nur sehr geringe Vertrauensrückgang der Patienten in die medizinischen Instanzen ist als positives Zeichen dafür zu interpretieren, dass in der Gesundheitsfürsorge trotz sich allgemein verschlechternder Umstände stabile Standards eingehalten werden.
Verdacht auf Kartellbildung im ungarischen Kontaktlinsenmarkt
17.12.2010 · Wirtschaft
Verdacht auf Kartellbildung im ungarischen Kontaktlinsenmarkt
Die ungarische Wettbewerbsbehörde GVH führte in den Geschäftsräumen mehrerer Unternehmen unangekündigte Durchsuchungen durch, darunter befanden sich die Büros von Cooper Vision, Fotex-Ofotéer, Johnson und Johnson, sowie Novartis Hungária und Kleffmann und Partner. Ursache war der Verdacht auf Kartell-Aktivitäten im Kontaktlinsenmarkt. Die erhaltenen Daten lassen darauf schließen, dass zwischen den Anbietern von Kontaktlinsen und entsprechenden Lösungen ein unrechtmäßiger Informationsaustausch unter dem Vorwand von durch Kleffmann und Partner angeblich durchgeführter Marktforschungsuntersuchungen stattgefunden habe. Die GVH hat nun sechs Monate Zeit, um in dem Fall eine Entscheidung zu treffen, diese Frist kann allerdings zweimal verlängert werden. Bis jetzt bedeuten die durchgeführten Ermittlungen jedoch noch keine konkreten kartellrechtlichen Verstöße seitens der betroffenen Unternehmen.
Ungarische Zentralbank gegen monetären Leichtsinn
17.12.2010 · Nachrichten
Ungarische Zentralbank gegen monetären Leichtsinn
Der Präsident der Ungarischen Nationalbank, András Simor, äußerte sich gegenüber der Wochenzeitschrift Magyar Narancs gegen eine Lockerung der Geldpolitik in Ungarn, er betrachte diese in Anbetracht der Umstände als ungerechtfertigt. So bezeichnete er die Anhebung des Inflationsziels in einem Interview als „bedauerlich und wenig vernünftig“. Es gäbe keinen Grund, die Geldpolitik zu entspannen, wenn die Inflation das 3 %-Ziel während des gesamten Vorhersagezeitraums überstiegen hat. In dieser Situation würde eine Lockerung nicht nur der Wirtschaft schaden, sondern auch die Umsetzung des für die Zentralbanken gesetzlich vorgegebenen Ziels gefährden.
Laut Simor würde eine Gesetzesänderung „die Abwendung von der Europäischen Union“ bedeuten, Investoren könnten eine solche Lockerung als Zeichen für einen „fehlenden wirtschaftlichen Anker“ interpretieren. Wird der Forint geschwächt, führe das zu einer Erhöhung der Risikoprämien und somit langfristig auch zu einer Steigerung der Zinssätze. Damit würden die nachteiligen Auswirkungen auf die Wirtschaft die Interessenvorteile überwiegen.
Vergangene Woche sprach Ministerpräsident Viktor Orbán von den geldpolitischen Meinungsverschiedenheiten zwischen der Ungarischen Regierung und der Zentralbank, beharrte jedoch gleichzeitig auf der Bemühung zur Zusammenarbeit. Für ihn liegt der Grund für die Spannungen in einem „völlig anderen Ansatz zur Wirtschaftspolitik“.
Ungarn und Polen besprechen Zusammenarbeit während EU-Ratspräsidentschaft
17.12.2010 · Nachrichten
Ungarn und Polen besprechen Zusammenarbeit während EU-Ratspräsidentschaft
Der ungarische Außenminister János Martonyi und sein polnischer Amtskollege Radoslaw Sikorski besprachen bei einem Treffen in Budapest am Mittwoch ihre zukünftige Zusammenarbeit während der EU-Ratspräsidentschaft 2011. Die Gespräche konzentrierten sich vor allem auf zukünftige Prioritäten und Herausforderungen, thematischer Schwerpunkt waren Landwirtschaft, Energieversorgung und Finanzen, sowie die europäische Kohäsionspolitik und weitere Zusammenarbeit der osteuropäischen Staaten. Auf einer anschließenden Pressekonferenz sprach Martonyi von der „herausragenden Bedeutung“ der osteuropäischen Partnerschaft, in der Polen als einer der Befürworter des Programms „eine besondere Rolle“ einnehmen werde. Sikorski versicherte währenddessen eine enge Zusammenarbeit während der Präsidentschaft. Für ihn gilt Ungarn als Experte für die Politik im westlichen Balkan, dessen Pläne in dieser Region von ihm unterstützt werden.
Winternebel und Smogalarm in Miskolc
17.12.2010 · Nachrichten
Winternebel und Smogalarm in Miskolc
Kälte, Schnee und dazu Hochwasser machen Ungarn in diesen Tagen zu schaffen. Während mit dem Wintereinbruch vor zwei Wochen verlässlich der Strom in tausenden Haushalten ausfielen, weil die maroden Überlandleitungen von E.ON und Co. nicht einmal mehr kleineren Eisattacken gewachsen sind, plagt sich die Theißregion nun schon zum dritten Male in diesem Jahr mit Hochwassern herum. Die Wasserstände waren extrem schnell ansteigend und lagen an manchen Stellen nur knapp unter den Rekordwerten. In Miskolc hat man es nun seit Tagen mit gefährlichem Nebel zu tun, der sich hartnäckig in der Region hält und zusammen mit Abgasen, Staub und sonstigen Partikeln eine stinkende, gesundheitsgefährdende Wolkenglocke über der Großsstadt produziert. Der Bürgermeister hatte nun den genialen Einfall die Bevölkerung zur Reduzierung der Heizaktivitäten mit fossilen Brennstoffen aufzurufen, ein toller Tipp bei -8 bis -14 Grad.
Sonderzahlungen für ungarisches Innen- und Finanzministerium
17.12.2010 · Nachrichten
Sonderzahlungen für ungarisches Innen- und Finanzministerium
Per Dekret hat die ungarische Regierung insgesamt 19,2 Milliarden Forint (rund 70 Mio EUR) aus der zentralen Haushaltsreserve dem Innen- bzw. dem Wirtschaftsministerium noch für das laufende Jahr zugewiesen. Das geht aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt hervor. 4,2 Milliarden Forint gehen über das Wirtschafts- und Finanzministerium weiter an das Finaznamt APEH. Damit werden die Integration des Zolls und die Wiedererichtung einer Steuerpolizei finanziert. 8 Mrd. Forint gehen an die Polizei, das meiste für nicht näher beannte „Materialkosten“, 4,4 Mrd. werden außerplanmäig in den Strafvollzug gesteckt, auch hier das meiste für „Materialkosten“. Das neu gegründete „Terrorismus-Präventionszentrum“ erhält 1,4 Mrd. Forint, ca. 5 Mio EUR aus der Budgetreserve. Weitere kleinere Zuwendungen gehen an das Katastrophenschutzzentrum (500 Mio HUF) und 680 Mio HUF werden mit „Aufgaben der öffentlichen Sicherheit“ betitelt. Erst am 6. Dezember hat die jetzige Regierung die zentrale Haushaltsreserve für 2010 von 92 auf 154 Mrd. Forint angehoben, finanziert aus einem Teilbetrag der Krisensondersteuer. Am 9. Dezember wurde auch eine Kapitalerhöhung um 20 Mrd. Forint für die staatliche Ungarische Entwicklungsbank beschlossen, die zur zentralen Drehscheibe für die Verwaltung der Staatsbetriebe geworden ist und auf weitere Zukäufe vorbereitet wird.
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




