(c) Pester Lloyd / 8 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Henkel Ungarn leidet unter geringer Binnennachfrage
03.03.2011 · Nachrichten
Der Umsatz der ungarischen Tochter des Konsumgüterkonzerns Henkel (Waschmittel, Haushaltschemie, Kosmetik, Klebstoffe) konnte sich 2010 gegenüber dem Krisenjahr 2009 nicht verbessern, im Gegenteil man verzeichnete nochmals ein Minus von einer Milliarde Forint von 83.9 auf 82,9 Mrd. Forint (heute ca. 306 Mio EUR). Die Zahlen verkündete der Geschäftsführer der Henkel Magyarország , Dieter Knoll, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Budapest. Die Inlandsverkäufe sanken dabei von 44,3 auf 42,5 Mrd. Forint, der Export stieg hingegen leicht von 39,6 auf 40,4 Mrd. Forint. 1,1 Mrd. Forint (etwas über 4 Mio EUR) hat das Unternehmen im letzten Jahr investiert, vor allem in die Produktion in Körösladany. Außerdem begann man den Bau eines neuen Klebstoffwerks in Tatabanya für ca. 15 Mio EUR. Mit der Eröffnung desselben dürfte sich die Mitarbeiterzahl von derzeit knapp 550 auf dann bis zu 600 steigern.
Polen in Deutschland fordern Anerkennung als nationale Minderheit
03.03.2011 · Polen
Die seit 2010 regelmäßig abgehaltenen deutsch-polnischen Minderheitsgespräche haben am Dienstag in Berlin begonnen. Eines der Hauptziele der in Deutschland lebenden Mitglieder der Polonia (Gesamtheit der in der Diaspora lebenden sich (auch) als Polen identifizierenden Menschen) bildet nach wie vor die Anerkennung als Minderheit in Deutschland. Nach Angaben der polnischen Tageszeitung Rzeczpospolita hat die Beratungskommission des Europarates sich dieser Frage angenommen und der Bundesregierung in einem Bericht geraten, den in der BRD lebenden Menschen polnischer Herkunft den Status einer nationalen Minderheit zu verleihen. Dabei betonte die Kommussion, dass bis 1940 Polen in Deutschland die gleichen Rechte gehabt hätten wie z.B. Dänen und Sorben und dass im 1991 unterzeichneten deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag die Existenz einer deutschen Minderheit in Polen anerkennt wurde. Dass es auf der anderen Seite der Grenze aber nur „deutsche Staatsbürger polnischer Herkunft“ gebe, rechtfertige Kritik an diesem Vertrag und die Forderung seiner Anpassung. Die Bundesregierung will nach Angaben Rzeczpospolitas jedoch bei der Position von 1991 bleiben und lehnt eine Anerkennung der Polen als nationale Minderheit ab, mit der auch finanzielle Förderungen verbunden wären. Der Initiator der sich noch in der Planung befindenden polnischen Partei in Deutschland, Stefan Hambura, habe daraufhin angekündigt, die Feier des zwanzigjährigen Bestehen des Nachbarschaftsvertrags auszusetzen und Neuverhandlungen um den Text des Vertrags gefordert. S.R.
1984 in der Puszta: Die Zauberkameras von Ózd
03.03.2011 · Nachrichten
1984 in der ungarischen Puszta: Die Zauberkameras von Ózd
Im nordostungarischen Ózd, in der Armutsregion zwischen Miskolc und slowakischer Grenze, befleißigt sich die Polizei Orwellscher Methoden. Dort können die Sicherheitskameras nämlich neuerdings nicht nur sehen, sondern auch sprechen. Die Polizei ist von dem neuen und in Ungarn bisher einmaligen System vollauf begeistert und erläutert die vielen Vorteile: man könne Täter vor dem Begehen von Straftaten belehren und abhalten, aber auch potentielle Opfer warnen. Zudem sind mit den Kameras auch „Alarmknöpfe“ installiert worden, die, von Passanten ausgelöst, sofortige Aufmerksamkeit und Hilfe bringen. Weiter werde man über die „Spy-Cams“ mit Zeugen kommunizieren und allgemein rücke der „Freund und Helfer“ so dem Bürger näher. Man bräuchte dann nicht mehr wertvolle Kapazitäten binden, “um ein paar Vandalen wegen des unerlaubten Pflückens von Blumen aus öffentlichen Beeten zu verfolgen”, eine kräftige Ansage durch die Lautsprecher genüge dann. Die Stadt Ózd hat sich das System nur über eine Ausschreibung des Innenministeriums leisten können, das 14 Millionen Forint (ca. 50.000 EUR) dafür bereitstellte. Schon die vorherigen Kamerasyste, die seit 2008 installiert sind, hätten der Polizei von Ózd wertvolle Hilfen geleistet, man habe mit ihnen 350 Straftaten aufklären können, darunter Alkoholfahrten, Diebstahl von Telefonen und sogar Stromklau.
Regierung zahlt Kompensationen für Lohnausfälle
04.03.2011 · Nachrichten
Ungarische
Die ungarische Regierung will 2011 17 Milliarden Forint, rund 62 Mio EUR zur Verfügung stellen, um „Einbußen beim Nettoverdienst bei öffentlichen Bediensteten kommunaler Verwaltungen zu kompensieren, die durch die diesjährigen Steuer- und Abgabenmodifikationen eingetreten sind“, schreibt das amtliche Mitteilungsblatt Magyar Közlöny am Donnerstag. Damit gibt man erstmals öffentlich zu, dass die Steuerreform der Regierung vor allem in den unteren Lohnsegmenten Benachteiligungen nach sich zieht, während „Besserverdienende“ in der normalen Wirtschaft sich über mehr Einkommen freuen können. Rund 690.000 Menschen sind von den Ausgleichszahlungen betroffen. Auch die Angestellten der ehemaligen MÁV-Cargo, heute eine Tochter der ÖBB-Tochter Rail Cargo Austria, konnten sich mit dem Management auf eine Einmalzahlung als Ausgleich einigen.
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