(c) Pester Lloyd / 21 – 2011 NACHRICHTEN 25.05.2011
Ungarische Lehrergewerkschaften haben für den 5. Juni zu einer Großdemonstration vor dem Gebäude des Ministeriums für "Nationale Ressourcen", dem auch die Bildung untersteht, aufgerufen, die in einen Streik münden könnte. Hauptziel des Protestes sei es, die Regierung zu Verhandlungen über die Reformen im öffentlichen Bildungswesen zu bewegen
Die Regierung reagierte pikiert auf den Aufruf, die zuständige Staatssekretärin Rózsa Hoffmann, die wegen ihrer rigiden Konzepte in die Kritik geraten war, monierte, dass sich die Lehrer gegen die Abschaffung des 13. Monatsgehaltes unter der sozial-liberalen Vorgängerregierung nicht so heftig gewehrt hätten. Diesmal, so die Gewerkschaftsführer, gehe es auch um deutlich mehr als nur um die simple Streichung einer Zulage aus Gründen der Haushaltssanierung. Es gehe um die Gestaltung der Zukunft des gesamten Bildungswesens, die die Regierung ohne ausreichende Konsultation mit den betroffenen Berufsgruppen, umsetzen wolle. Schockiert zeigten sich die Berufsvertreter auch über geplante passive Arbeitszeitverlängerungen. Hier mehr dazu .
Das Staatssekretariat widerspricht dem vehement und spricht von tausenden Stellungnahmen aus allen Bereichen des Bildungssektors, die bei den Reformvorhaben „geprüft und berücksichtigt“ werden. In den letzten acht Jahren seien 163 Schulen geschlossen, „zehntausende Lehrer“ entlassen worden, aber die Gewerkschaften waren nicht bereit gegen die Regierung aufzubegehren, versuchte Hoffmann die Streikbewegung ins politische Eck zu stellen.
Die Schulschließungen gehen indes auch unter dieser Regierung munter weiter, nicht immer nur aus materieller Not. Erst kürzlich ließ Hoffmann durchschimmern, was u.a. die Hochschullandschaft unter einer Bildungsreform verstehen darf .
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