(c) Pester Lloyd / 49 – 2010 WIRTSCHAFT 06.12.2010
Die Ratingagentur Moody’s hat das Risiko für ungarische Staatsanleihen neu bewertet und auf Baa3 von Baa1 um zwei Schritte herabgestuft. Das Rating solcher Agenturen hat großen Einfluss auf die Risikoabschätzung der Zahlungsfähigkeit von Ländern, wonach sich auch die Höhe der Zinsen für Staatsanleihen richtet.
Als Gründe für das gesunkene Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit des ungarischen Staates nannte Moody´s eine Verringerung der Voraussgbarkeit mittel- und langfristigen Haushaltsstabilität sowie eine höhere Anfälligkeit des ungarischen Forint mit vergleichbaren Währungen.
Die Finanzexperten der Ratingagentur straften Ungarn für das „steigende strukturelle Defizit“ ab, denn das realtiv geringe Haushaltsdefizit wird in den kommenden beiden Jahren fast ausschließlich über die Erhöhung der Einnahmen durch Sondersteuern und die Verstaatlichung der Pensionen niedrig gehalten. Das sind jedoch nur Einmaleffekte, die längerfristig negative Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen haben können, da nun der ungarische Staat allein für die Finanzierung der Renten verantwortlich sein wird.
Eine stärkere Herabstufung des Landes wird derzeit nur durch die starke Einbindung in Europa verhindert, teilen die Analysten mit, deren großer Einfluss auf die Finanzmärkte und die Bonitätsbeurteilung ganzer Staate seit der Krise immer stärker in der Kritik steht. Der Forint gab seit Bekanntwerden der Nachricht nur leicht nach, allerdings ist mit einer Erhöhung der Zinsaufschläge bei den nächsten Ausgaben von Staatsanleihen zu rechnen, was den Schuldendienst des Landes verteuern wird.
Hintergründe dazu gibts in der WIRTSCHAFTSPOLITIK und im FINANZMARKT
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