(c) Pester Lloyd / 47 – 2010 POLITIK 26.11.2010
Millionen für die Auslandsungarn
Die Organisationen der Auslandsungarn können sich im kommenden Jahr über direkte Finanzbeihilfen aus Ungarn in Höhe von 1,315 Milliarden Forint, ca. 4,7 Mio EUR, freuen. Der größte Teil davon, rund 38% fließt nach Rumänien, 14% in die Slowakei, 18% in die Ukraine, 21% nach Serbien, 9% in andere kleinere Gemeinden im Ausland. Zusätzlich werden knapp 40 Mio Forint (rund 140.000 EUR) an Organisationen in Ungarn vergeben, die Auslandsungarn bei der Arbeitssuche und Integration ins soziale Leben unterstützen, weitere Gelder gibt es für Erwachsenenqualifikation. Nicht darin enthalten sind Direkthilfen für politische Organisationen sowie Sonderprojekte wie Schüleraustausch, organisierte Wallfahrten etc., die durch andere Budgetposten gedeckt werden.
Die Fördersumme für die Auslandsungarn entspricht in etwa dem Betrag, der den einheimischen unabhängigen Theatern im nächsten Jahr gestrichen wird , was ihnen die Existenzgrundlage nimmt. Interessant sind auch die Eingliederungshilfen für Auslandsungarn, während die Regierung bis heute keine tragfähige Strategie für die sozial und wirtschaftlich isolierte Gruppe der Roma vorgelegt hat, die die größte ethnische Minderheit im Lande stellen.
In den ungarischen Nachbarländern wird derzeit massiv die Werbetrommel für das neue Staatsbürgerschaftsrecht gerührt, das allen, die ihr Ungarntum nachweisen können, schnell einen ungarischen Pass besorgt, der allerdings bisher nur in Verbindung mit einem Wohnsitz in Ungarn auch das Wahlrecht und den Zugang zu Sozialleistungen enthält.
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