(c) Pester Lloyd / 46 – 2010 WIRTSCHAFT 19.11.2010
Der konsolidierte Gewinn nach Steuern fiel auch bei der OTP Bank, Ungarns größtem Kreditinistitut im dritten Quartal spürbar. Erhöhte Risikorücklagen, vor allem aber die Bankensteuer ließen den Eignern der Bank noch 31 Mrd. Forint Profit (ca. 113 Mio EUR) und damit in etwa ein Drittel weniger als in Quartal 3 2009. Dennoch liegt das Ergebnis über den meisten Prognosen der Analysten. Allein 14,7 Mrd. Forint verbuchte die Bank im dritten Quartal als Bankensteuer an den Staat, ansonsten hätte man rund 45,5 Mrd. Forint Gewinn nach Steuern ausschütten können.
Im Gesamtjahr kommen auf die OTP rund 36 Mrd. Forint Sondersteuer zu, die erste Hälfte war zu Ende September fällig, der Rest bis Mitte Dezember. Die Risikorücklagen für Kreditverluste (im wesentlichen Abschreibungen) blieben mit 57,2 Mrd. Forint in einem einzigen Quartal sehr hoch, lagen aber niedriger als die 96,1 Mrd. im Vorquartal und die 66,6 Mrd. vor einem Jahr. Der Anteil der „nonperforming“ also faulen Kredite bei der OTP erreichte mit 13,2% einen neuen Rekordwert, zuvor waren es 12,4%, vor einem Jahr gar nur 8,9%. Die Nationalbank fürchtet eine weiteres sprübares Ansteigen der Zahlungsunfähigkeit in den kommenden sechs Monaten.
Noch härter als die OTP traf es im dritten Quartal die K& H Bank, sie weist für die ersten neun Monate bereits einen Verlust von 7 Milliarden Forint aus und kündigt wegen der Belastungen der Bankensteuer die Entlassung von 215 Mitarbeitern an. Zuvor hatten bereits die FHB und die Erste Bank in Ungarn Stellenstreichungen angekündigt. Der Anteil der im Rückstand von mehr als 90 Tage befindlichen Kredite beträgt bei der K&H jedoch nur rund 9%.
Weiterer dramatischer Anstieg bei Kreditausfällen befürchtet
Aktuelle Quartalsergebnisse ungarischer Unternehmen
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