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Regierung von Ungarn plant Einführung von „Schulwachen“

(c) Pester Lloyd / 16 – 2012 NACHRICHTEN 20.04.2012

"Um Schüler davon abzuhalten, das Schulgebäude während der Unterrichtsstunden zu verlassen und unbefugte Personen vom Zutritt zu hindern", plant das Bildungsstaatsekretariat die flächendeckende Einführung von Sicherheitsdiensten in bzw. vor Schulgebäuden. Die "Schulwachen" würden "auch zum Einsatz physischer Gewalt authorisiert" sein, erklärte Unterstaatssekretär Zoltán Gloviczki, Fidesz. Derzeit verhandelt man über die Einführung dieser Wachen, die vermutlich den 19 vor Jahresfrist installierten "Regierungsbüros" in sämtlichen Komitaten unterstellt werden sollen. Diese waren zunächst als "Bürgerservice" annonciert, wir befürchteten schon damals, dass sie auch in umgekehrter Richtung zur Bürgeraufsicht genutzt werden könnten

Der Staatssekretär sagte, dass die Anforderung seitens der Schule die Voraussetzung für den Einsatz ist, was bedeutet, dass die Management- und Integrationsfähigkeiten des Direktors diese Art „Amerikanisierung“ also noch verhindern könnte. Zu fürchten ist allerdings, dass vor allem Schulen mit hohem Romaanteil – aus Bequemlichkeit – solche „Garden“ einsetzen werden, um den häufig offen segregativen Umgang mit den „Problemkindern“ abzusichern . Sándor Keszei, Chef der „Elternverinigung“ ist außer sich. Offenbar misstraut diese Regierung den Kindern des Landes so sehr, dass man sie mit Polizeigewalt in den Schulen halten will. Der Vertreter eines technischen Colleges hingegen berichtet von einem Magnetkartensystem, das seit 8 Jahren gut funktioniere und nur Befugten Zutritt verschaffe sowie Bummler und Schwänzer identifiziere.

Im Zusammenhang mit neuen Wach- und Schutzaufträgen profitierte vor allem die „ehemalige“ Sicherheitsfirma des heutigen Innenminister Sándor Pintér von staatlichen Aufträgen. Es ist davon auszugehen, dass die „Idee“ der „Schulpolizisten“ nicht unweit von dort lanciert worden ist, wie uns die Auftragsvergabe in einigen Monaten bestätigen wird.

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