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Rektoren in Ungarn klagen über personellen Aderlass wegen Rentengesetz

(c) Pester Lloyd / 06 – 2013 NACHRICHTEN 04.02.2013

es Das neue Renteneintrittsalter in Ungarns öffentlichen Dienst von 62 Jahren, verbunden mit der strikten Anordnung der Regierung es auch konsequent umzusetzen, wird, wie schon berichtet, vor allem im ländlichen Gesundheitswesen zu Versorgungsengpässen führen, wenn nicht rechtzeitig ausreichende Ausnahmeregelungen getroffen werden. Darüber wird verhandelt. Auf einem anderen Feld könnte das Gesetz jedoch als Katalysator der Hochschulreform genutzt werden und die von der regierenden Politik gewünschte massive Eindämmung akademischer Bildung vorantreiben. Die regierungsnahe "Magyar Nemzet" berichtet von tausenden Angestellten im Hochschulwesen, die in diesem Jahr wegen der Altersgrenze gehen müssen. Deren Ersatz wird für die ohnehin schon klammen und von der Zentrale immer enger geschnürten Einrichtungen schlicht unleistbar sein. Zwar sind Ausnahmen möglich, jedoch derzeit nur im Forschungs- nicht im Lehr- oder Verwaltungsbereich vorgesehen. Ansonsten gilt eine Mindestquote von 15% Abbau in allen Ministerien und ihren nachgeordneten Einrichtungen

Die Universtitätsklinik in Szeged, Teil der dortigen Uni, wird wohl einige Kurse ganz aufgeben müssen, denn schon jetzt habe man einen Mangel an Ärzten und Lehrkräften, allein bei ihm müssten rund 400 Mitarbeiter wegen der übergangslosen Einführung des Renteneintrittsalters in diesem Jahr gehen. Der Kanzler der Budapester Wirtschaftsuniversität führte aus, dass man sich adäquaten Ersatz für hochqualifizierte, langjährige Lehrkräfte auf dem freien Markt einfach nicht leisten kann. Die Universität Westungarn in Sopron verliert 84 von 1.570 Angestellten, klagt deren Rektor, auch hier seien deshalb Studiengänge bedroht. Die größte Uni des Landes, die ELTE-Universität wird mindestens 131 Mitarbeiter verlieren, womöglich noch weitere 78 Dozenten, wenn keine Ausnahmeregelungen geschaffen werden. Neben dem personellen Verlust sei auch die gewachsende Unsicherheit über die Zukunft ein Grund, warum die besten Kräfte immer häufiger das Weite suchen. red.

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