(c) Pester Lloyd / 23 – 2009 KULTUR 02.06.2009
Szentendre goes Huntingdon
Aktive Städtepartnerschaft: Englandgastspiel des „Musica Beata”-Chores aus Szentendre in Huntingdon
Szentendre, die Malerstadt im Norden von Budapest pflegt Jahrzehnte alte Partnerschaften zu anderen europäischen Städten. Ein Dreigestirn hat sich, neben den vielen Kontakten, die die Malerlkolonie hat, dabei als besonders eng verwoben gezeigt: Szentendre (H) – Huntindon/Godmanchester (GB) und Wertheim (D).
Dieses Mal besuchte der gemischte Chor „Musika Beata” unter der Leitung von Zsuzsanna Wolfné Kovács die Doppelstadt Huntingdon/Godmanchester in England. Dabei wurde vom ersten Augenblick des Eintreffens der Szentendrer deutlich, wie aktiv die Twin-Community dort ist. Hunderte Familien sind in die Kontaktpflege der Stadt integriert und dadurch gelang Unterbringung, Programmorganisation, Verpflegung und gemeinsame Abende besonders herzlich. An der Spitze der kontaktfreudigen Organisation die beiden Bürgermeister und die engagierten Mitarbeiter der Partnerorganisation, insbesondere Referend Andrew Milton und der Chairman des Twinning Commitées-Szentendre David Brown.
Foto: Péter Wolf Das Programm des Chores begann in der vergangenen Woche mit einem Besuch und Konzert in der „Spring Commons School” für geistig behinderte Kinder, die von Sonderschullehrern vorbildlich betreut und umfassend unterrichtet werden. Besonders anrührend war, wie mit der einsetzenden Musik, Ruhe, Konzentration und Freude über die sonst in verschiedenen Graden befangenen Jugendlichen kam. Der Chor informierte sich ausführlich über die Arbeit in der Schule. Nach einem weiteren, einem Openair-Konzert zu Mittagszeit in Huntingdon mit ungarischen Klängen, bei denen auch die Co-Dirigentin Ágnes Bokodiné dirigierte, war am Abend der künstlerische Höhepunkt das gemeinsame Konzert von „Musica Beata” mit den „Aragon Singers” in der St. Mary Church in Godmanchester erreicht.
Während das Programm der Gastgeber von englischer Romantik bis Gegenwartsmusik reichte, umfasst das der Ungarn internationale Musik der Renaissance, ungarische Bearbeitungen alter Musik, Mendelssohns „Veni Domine” und natürlich ungarische Musik von Kodály sowie ein Spiritual. Mit herzlichem Applaus und einem Weinumtrunk in der Kirche bewiesen die Engländer nicht nur ihr entspanntes Verhältnis im Umgang mit dem Gotteshaus, sondern auch die selbstverständliche Einbeziehung der umliegenden Gemeinden.
Die Mitglieder des Chores „Musica Beata”, seine Leiterin, ihr musikalischer Ehemann Peter Wolf, der nicht nur auf dem Klavier den Chor begleitete, sondern auch Komponist vom Auftrittsliedes des Chores ist, nutzten die Gelegenheit, sich mit der Stadt und seinen historischen Bauten vertraut zu machen. Immerhin ist sie die Geburtsstadt von Oliver Cromwell, Lordprotector of England, in dessen Geburtshaus heute eine Schwesternschule und in dessen frühgotischer Schule standesgemäß das sehenswerte Cromwell-Museum residiert. Ein Stadtrundfahrt durch London rundete das viertägige Gastspiel ab und vermittelte in besonders angenehmer Weise, wie nahe sich die Europäer in auch etwas entfernt liegenden Ländern sind.
Frau Gesine DeVere, Deutsche mit Thüringer Wurzeln aus Huntingdon, war gerade zeitgleich dabei, mit Akribie einen Besuch ihrer Engländer nach Wertheim vorzubereiten, der Ausflüge nach Würzburg und Rothenburg o.d.Tauber mit englischsprachigen Führungen, Restaurantbesuchen und vielem mehr aufzuweisen hatte. Man kann sicher sein, dass sich die Szentendrer bei ihren freundlichen Gastgebern in England gar bald hierzulande revanchieren werden.
(c) Pester Lloyd IHRE MEINUNG IST GEFRAGT – KOMMENTAR ABGEBEN
IMPRESSUM
_
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren





