(c) Pester Lloyd / 07 – 2009 WIRTSCHAFT 14.02.2009
Magyar Telekom interessiert sich für Ukraine
Die Krise machts möglich. Da die Ukraine dringendst Geld braucht, die Kreditwürdigkeit aus naheliegenden, aber zahlreichen Gründen sehr gering geworden ist, geht es nun ans Tafelsilber. Schneller als gedacht, nämlich schon im März diesen Jahres, soll die Ukrtelekom privatisiert werden.
Der ehemalige Staatsmonopolist im Festnetzbereich, der heute vor allem aber wegen seiner großen Zahl von (potentiellen) Kunden und seiner Infrastruktur attraktiv ist, stößt offenbar bei der ungarischen Tochter der Deutschen Telekom, Magyar Telekom (MT) auf einiges Interesse. Es gehört zur Strategie der MT sich für Unternehmen in den Nachbarländern zu interessieren, aber nicht um jeden Preis zu kaufen. So musste man auf Telekom Slovenije verzichten. Der ukrainische Minister für Transport und Telekommunikation Ijosip Winskji teilte mit, dass man einen Anteil von 67.79% an der Ukrtelekom im März ausschreiben werde. Interessanterweise prüft die staatliche Privaitisierungsagentur neben einer Teilnahme der MT, auch die Beteiligung der Mutter, Dt. Telekom an dem Tender, auch die türkische Turkcell wird mit von der Partie sein. Um aber ein möglichst maximales Ergebnis zu erzielen, wünscht sich die Ukraine auch die Teilnahme von Banken. So sind auch Raiffeisen, Credit Suisse and Merrill Lynch im Gespräch.
Ukrtelecom hat den Quasi-Monopolstatus für Festnetztelefonie inne und beherrscht mit ca. 10 Millionen Kunden rund 80% des Marktes. Als Minimalgebot verlangt die Ukraine 1,5 Milliarden USD. Dies entspäche mehr als der Hälfte der momentanen Marktkapitalisierung der MT (Wert der Aktien).
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