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Ungarischer Lotto- und Glücksspielanbieter mit Rekordumsatz

(c) Pester Lloyd / 22 – 2014 NACHRICHTEN 29.05.2014

Dank Staatsmonopol:

“Glücklicher Spieler” vs. “Sozialfälle, die ihre letzten Forint verzocken” als “Nationales Sicherheitsrisiko” und Grund für das Geldspielautomaten”verbot” (J. Lázár) Das überwiegend staatliche, ungarische Glücksspielunternehmen Szerencsejáték Zrt. hat für 2013 einen Rekordumsatz vermeldet. Dabei spielte dem Lotterie-Monopolisten sowohl das Verbot von Geldspielautomaten außerhalb lizensierter Casinos in die Hände als auch „der positive Einfluss steigender Reallöhne“, zitiert die Wirtschaftszeitung „Világgazdaság“ aus dem aktuellen Geschäftsbericht. D.h., dass ein Teil der Energiekostensenkungen fürs Volk offenbar im Glücksspiel gelandet sind. Szerencsejáték meldet für 2013 einen Umsatz von 243,3 Mrd. Forint, ein Plus von 30,6 Mrd. HUF bzw. 14% gegenüber 2012. 5,5 Milliarden Umsatz feiert die Firma allein für das erst im vorigen Mai eingeführte neue Sportwettenportal „Tippmixpro“.

Ob der Höhenflug bei den Umsätzen in den kommenden Jahren so fortgeführt werden kann, muss bezweifelt werden, denn die ungarische Regierung vergab gerade sieben neue Casino-Lizenzen an private Betreiber. Fünf davon gingen an den Hollywood-Produzenten und Regierungsfilmkommissar Vajna, zwei weitere an einen Fidesz-Mann in Südungarn. Die Regierung ließ zuvor das Ausschreibungsgesetz ändern und vergibt die Lizenzen nun nach „Verlässlichkeit“ der Kandidaten und rechtfertigt sich mit ein paar Milliarden (Forint) mehr Steuern im Jahr. Bei Lichte handelt es sich jedoch um eine klassische, klientelorientierte Umverteilung. Szerencsejáték ürbigens tritt auch in den neuen Casinos als „Betreiber“ in Erscheinung.

Szerencsejáték Zrt. führte aus dem Umsatz 2013 62,5 Milliarden an Steuern ab, wobei rund ein Drittel davon vom Aufsichtsrat selbst gewidmet werden dürfen. In der Vergangenheit landete so schon einmal die eine oder andere Million (Euro) im Ausland, z.B. für den Bau eines „Siebenbürger Medienzentrums“ in Rumänien für eine von Orbán geförderte Separatistengruppe. Der Nachsteuergewinn wird für 2013 mit 11,7 Mrd. Forint angegeben, 8,5 davon sollen als Dividende ausgeschüttet werden.

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