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Ungarn kauft ein Viertel des Bahnfrachtgeschäftes zurück

(c) Pester Lloyd / 24 – 2013 WIRTSCHAFT 12.06.2013

Der ungarische Staat wird rund 25% der Anteile an der Rail Cargo Hungária, der früheren MÁV Cargo vom jetzigen Eigentümer der RCA, Tochter der staatlichen, österreichischen Bahn ÖBB, zurückkaufen. Die Verhandlungen darüber liefen bereits rund ein halbes Jahr, der Kauf ist Teil der Regierungsstrategie, Einfluss auf „national strategisch wichtige“ Wirtschaftsbereiche zurückzugewinnen. Der Erwerb der Beteiligung hängt auch mit der Errichtung eines zweispurigen, 113 Kilometer langen Eisenbahnringes für Cargo um die Hauptstadt, einschließlich einer neuen Brücke über die Donau zusammen, den der Staat mit Hilfe von EU-Geldern und einer Milliarde aus China angekündigt hat. Damit könnten Transitfrachtzüge mit bis zu 160 Stundenkilometer das Land queren, was den Ost-West- bzw. Nord-Süd-Handel deutlich beschleunigen würde, denn bisher hingen die Frachtzüge tagelang in Ungarn, vor allem im Drehkreuz Budapest fest, das dann umfahren werden kann. Die Kosten dafür werden mit 1,21 Mrd. EUR angegeben, der Bau soll bis 2017 abgeschlossen sein.

Die RCA hat die MÁV Cargo 2006 übernommen, aufgrund des Zustandes der Gesellschaft sprachen viele von einem schlechten Geschäft, der neue Eigentümer musste viel investieren, um den Laden wieder zum Laufen zu bringen und lag immer wieder mit der MÁV im Clinch über Gebühren für die Strecken- und Infrastrukturnutzung. Hier mehr zu Privatisierung und dem Danach. Die Polizei und Gerichte beider Länder waren mit dubiosen Millionenzahlungen während der Privatisierungsphase an „Berater“ befasst, ohne greifbare Ergebnisse, aber auch ohne befriedigende Antworten. Es gab in Ungarn widerholt Streiks von MÁV-Mitarbeitern, die einen Anteil am Privatisierungserlös forderten. Erst Premier Orbán gewährte diese Zahlungen und erkaufte sich damit das Stillhalten dieser Gewerkschaft, die Streiks wegen Maßnahmen der Orbán-Regierung absagte. Viele gehen davon aus, dass dieser Deal mit dem Gewerkschaftsboss der LIGA ausgehandelt war, um die Regierung Gyurcsány zu schwächen.

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