(c) Pester Lloyd / 38 – 2009 WIRTSCHAFT 16.09.2009
Vierte Mobilfunklizenz in Ungarn kommt nun doch
Der Entwurf für das Budget 2010 enthält eine Einnahmeposition, die in Ungarn für einige Verwunderung sorgt. Danach sollen rund 20 Milliarden Forint (ca. 75 Mio EUR) aus der Vergabe einer neuen Mobilfunklizenz erlöst werden. Die Nationale Telekomaufsicht (NHH) hatte im Frühjahr einen entsprechenden Tender abgebrochen, obwohl mehrere gültige Gebote vorlagen. Man befand, dass das Risiko einer Pleite der Investoren im Umfeld der Krise derzeit zu groß sei, um solche Projekte zuzulassen. Man wollte die Ausschreibung auf einen Zeitpunkt verlegen, in der ein günstigeres wirtschaftliches Umfeld bestellt sei und erklärte dieBewerber schlicht für nicht potent genug.
Dass dieses besser Umfeld schon 2010 gegebn sein soll, verwundert Marktbeobachter nun sehr. Vielmehr geht man davon aus, dass die Ausschreibung durchgepeitscht wird, um das Budget besser (bzw. weniger übel) aussehen zu lassen. Die Investorengruppen 2008 beklagten sich bitterlich, dass sie nun auf ihren Bewerbungs- und Promotionskosten sitzengeblieben seien. Der einzig wirklich seriöse Interessent, Invitel, kündigte gerade an, sich einen der bestehenden Lizenzinhaber als technischen Partner zu suchen und so auch ohne eigenes Netz in den Markt einzusteigen. Die Neuausschreibung könnte dennoch Investoren anlocken, eine neue EU-Direktive macht die Vergabe der 900er Frequenz auch für Internetanbieter (mobiles Breitband) möglich, kürzlich war sie noch für die reine Telefonie reserviert.
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