(c) Pester Lloyd / 06 – 2010 NACHRICHTEN 10.02.2010
Weitere suspekte Verträge bei BKV Budapest
Der derzeitige Vorstandschef der Budapester Verkehrsbetriebe BKV, István Kocsis, hat der Polizei weitere 30 „Beraterverträge“ vorgelegt, die von hochrangigen Mitarbeitern seines Unternehmens abgeschlossen wurden und deren Rechtmäßigkeit er in Zweifel zieht, weil keine adäquaten Leistungen daraus erbracht wurden oder erkennbar sind. Damit wendet sich der Chef der BKV erstmals von selbst an die Ermittlungsbehörden, bisher waren für die Aufklärung des offenbar bodenlosen Sumpfes BKV immer peinliche Hausdurchsuchungen in der Zentrale in der Akácfa Straße notwendig.
Einer dieser Verträge lautet nach Angaben der Tageszeitung Népszabadság auf die Firma CEMI (Central European Management Intelligence). Der aus der Mitte des Jahres 2007 stammende Vertrag lautet immerhin über 287 Mio Forint (etwas mehr als 1 Mio EUR), die binnen zehn Monaten gezahlt worden sind. CEMI bezeichnet sich selbst als „einen führendne Strategiespezialisten“, der „Weltklasse-Lösungen“ bei Top-Management-Problemen bietet.
Am heutigen Mittwoch sagen auch der Oberbürgermeister und seine Stellvertreterin vor dem BKV-Untersuchungsausschuss aus. Sie wiesen schon im Vorfeld jegliche Verantwortung für den unter Aufsicht der Stadt stehenden Betrieb von sich. Der vor einigen Tage im BKV-Fall verhaftete Berater des Bürgermeisters, Ernö Mesterházy, einst Kommunikationschef der BKV, wurde heute Mittag wegen „kritisch hohen Blutdrucks“ aus der U-Haft in ein Krankenhaus überstellt.
Berater des Bürgermeisters von Budapest im BKV-Fall verhaftet
BKV-Affäre: Rückzug und Hausarrest in Budapest
Flüchtiger IT-Direktor der Budapester Verkehrsbetriebe verhaftet
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




