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Zentralbank senkte Leitzins auf 7,5%

(c) Pester Lloyd / 40 – 2009 WIRTSCHAFT 29.09.2009

Zentralbank in Ungarn senkte Leitzins auf 7,5%

Der Leitzins der Ungarischen Zentralbank MNB wurde am Montag von 8 auf 7,5% gesenkt. Die Reduzierung um 50 Basispunkte lag innerhalb der allgemeinen Erwartungen. Es ist die dritte Zinssenkung in Folge, nach 50bp im August und 100bp im Juli. Gleichzeitig gab der Währungsrat eine allgemeine Einschätzung zu makroökonomischen Faktoren in Ungarn. Danach sind die mittelfristigen Aussichten für die Inflation gut, weil die „nachlassende Nachfrage die Preiserhöungen eingeschränkt“ hat. Dennoch rechnet der Rat mit einer durchschnittlichen Jahresinflation, die auf längere Frist über 3% liegen wird sowie auch einigen Inflationssprüngen. Auch die MNB hofft, dass das Wachstum schon 2010 nach Ungarn zurückkehren könnte. Leider hilft das dem Arbeitsmarkt im Moment sehr wenig, die Entwicklungen dort ( siehe unseren Bericht ) sind dramatischer als man angenommen hatte.

Ein Hohn ist in diesem Zusammenhang die Einschätzung, dass Preisstabilität nicht gewährleistet werden kann, wenn die Realeinkommen über der Produktivität wachsen würden. Letztere hatte natürlich im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise stark nachgelassen, aber auch die Realeinkommen sind deutlich gesunken ( unser Beitrag zur Lohnentwicklung ), eine Aufforderungen an die Arbeitnehmer auf Lohnverzicht und Bescheidenheit ist daher eigentlich eine Unverschämtheit, die wirklich nur am grünen Tisch von stur an Diagrammen haftenden Finanzbürokraten blühen kann. Diese meinen, eine Zurückhaltung bei Lohnverhandlungen würde die Situation am Arbeitsmarkt verbessern. Nationalbankchef András Simor meinte, dass die Inflationsprognosen eine höhere Zinssenkung zugelassen hatten, man befürchtete aber, dass man dann die Attraktivität ungarischer Staatspapiere und das Anlageverhalten gefährden könnte.

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