(c) Pester Lloyd / 40 – 2009 WIRTSCHAFT 29.09.2009
Der Rubik-Würfel darf nicht fehlen
Ungarn als Partnerland der Messe in Plovdiv, Bulgarien
Ungarns Unternehmen haben schon vor einiger Zeit den Balkan als einen interessanten und noch mehr oder minder brachliegenden Markt entdeckt. Dass sich zur 65. Internationalen Messe in Plovdiv 58 ungarische Unternehmen einfinden, zeigt, dass auch das Interesse an einer Expansion nach Bulgarien trotz oder gerade wegen der Krise gestiegen ist. Ungarn ist offizielles Partnerland der diesjährigen Messe.
Ungarns Unternehmen haben schon vor einiger Zeit den Balkan als einen interessanten und noch mehr oder minder brachliegenden Markt entdeckt. Große Unternehmen wie Banken, Telekom, vor allem aber auch der Öl- und Gaskonzern MOL haben sich dort längst positioniert und eifern mit den Investoren aus dem Westen um die besten Startpositionen für den erwarteten großen Aufschwung der kommenden Jahre. Die Länder Ex-Jugoslawiens, für Ungarn besonders Kroatien, stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses, aber auch in Rumänien hat man, aufgrund ethnischer und historischer Verbindungen ein spannendes und lohnendes Betätigungsfeld gefunden. Das EU-Land Bulgarien gilt vielen noch als Geheimtipp, aber auch als besonders schwieriges Pflaster, vor allem wegen „lokaler Besonderheiten, sprich örtlicher Mafia und allgegenwärtiger Korruption.
Dass sich zur 65. Internationalen Messe in Plovdiv 58 ungarische Unternehmen einfinden, zeigt, dass das Interesse an einer Expansion nach Bulgarien trotz oder gerade wegen der Krise gestiegen ist. Ungarn ist offizielles Partnerland der diesjährigen Messe. Über die Aussteller mit den „innovativsten und kreativsten“ Produkten (auch der Rubik-Würfel darf nicht fehlen) aus Ungarn freut sich Wirtschafts- und Entwicklungsminister István Varga bei der offiziellen Eröffnung der Messe durch den bulgarischen Präsidenten Bojko Borisov. Auch der Amtskollege Trajcho Trajkov stellte sich bei den ungarischen Gästen zu einem Gespräch ein, wobei man u.a. das gemeinsame Anzapfen von EU-Fonds zum beiderseitigen Vorteil verabredete. Thema waren auch die beiden Pipeline-Projekte Nabucco (EU) und South Stream (Russland), die durch beide Länder gebaut werden, weshalb auch beide den gleichen Standpunkt vertreten, dass man die Projekte nicht als Konkurrenz sondern gegenseitige Ergänzung betrachten sollte. Ein Standpunkt, den nicht alle in der EU teilen, am wenigsten die Polen.
Die Ungarn schauten sich in Bulgarien vor allem auch nach Lösungen im Tourismus um. Man will nur hoffen, dass sie nicht die Bettenburgen vom schwarzen Meer kopieren, sondern sich vielleicht mehr an den sanfteren Ansätzen im Landesinnern orientieren. „Ihr Land bietet eine Menge an tollen Familienarrangements im Tourismus und viele Ungarn lieben Bulgarien“, schmeichelte Minister Varga seinem Kollegen. Vielleicht auch die oft noch günstigen Preise dort, aber immerhin.
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