(c) Pester Lloyd / 07 – 2011 POLITIK 15.02.2011
Über 27.000 Antragsteller für neue ungarische Staatsbürgerschaft
27.734 Menschen hätten im Rahmen des neuen Gesetzes Anträge auf den Erhalt der ungarischen Staatsbürgerschaft eingereicht, teilte der Ministerialbeauftragte für die Verfahren, Tamás Wetzel, der Presseagentur MTI am Samstag mit. Die meisten Anträge kämen aus den rumänischen Städten Miercurea-Ciuc und Cluj-Napoca, dem serbischen Subotica sowie aus Budapest selbst. Wetzel verwies auf positive Rückmeldungen und ein konstant hohes Interesse. Bis jetzt seien jede Woche so viele Anträge eingegangen wie im Gesamtverlauf des letzten Jahres. Diese Zahl war nach offiziellen Angaben bereits nach zwei Tagen erreicht worden , für 2011 wird mit weit über 100.000 Antragstellern gerechnet. Zu Wetzels Überraschung befänden sich unter den Antragsstellenden viele ältere Menschen, die die Chance haben, zum dritten Mal in ihrem Leben ungarische Staatsbürger zu sein, mit einem Alter von 99 Jahren als Rekord.
Mit dem neuen Gesetz, das seit dem ersten Januar in Kraft ist, können ethnische Ungarn in benachbarten Ländern einfacher als zuvor die ungarische Staatsbürgerschaft erhalten. Voraussetzung ist das ehemalige Verfügen einer solchen durch die eigene Person oder der Nachweis der ungarischen “Blutslinie” sowie Sprachkenntnisse und strafrechtliche Unbescholtenheit. Anders als zuvor bildet der dauerhafte Aufenthalt in Ungarn keine Bedingung mehr. Bisher ist mit der neuen Staatsbürgerschaft ohne dauerhaften Wohnsitz in Ungarn noch kein Wahlrecht oder der Zugriff auf Sozialleistungen verbunden. Ersters könnte womöglich geändert werden. S.R.
Nationale Identität zwischen Pappdeckeln: Ungarn und das neue Staatsbürgerschaftsrecht
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