Kyiv. Bei einem nächtlichen Angriff Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kyiv sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Laut dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj wurden bei dem stundenlangen Beschuss auch Dutzende weitere Personen verletzt. Die Angriffe trafen unter anderem Wohngebäude, ein Kinderkrankenhaus und eine Schule. In Kiew selbst starben 12 Menschen, eine weitere Person kam in der umliegenden Region ums Leben. Die Zahl der Verletzten beläuft sich nach Angaben Zelenskyjs auf etwa 40 Personen.
Die Raketenangriffe trafen zwölf Orte in den Stadtbezirken Darnytskyi, Sviatoshynskyi und Solomianskyi und beschädigten Wohnhäuser, eine medizinische Einrichtung und eine Bildungseinrichtung. Im Bezirk Solomianskyi zerstörten die Einschläge die beiden obersten Etagen eines neunstöckigen Wohnhauses. Auf mehreren Stockwerken wüteten Brände, und Rettungskräfte holten neun verletzte Menschen aus den Trümmern. Zwei Bewohner kamen dabei ums Leben. Auch benachbarte Wohnhäuser, ein Kinderkrankenhaus und Fahrzeuge wurden beschädigt.
Der ukrainische Katastrophenschutz meldete, dass bei den Angriffen in Kiew mindestens 33 Menschen verletzt wurden. Der Luftalarm blieb bis in die frühen Morgenstunden bestehen. Nach dem Angriff fiel in rund 90.000 Haushalten der Strom aus, doch der Energieversorger DTEK erklärte, dass mehr als die Hälfte der Haushalte inzwischen wieder ans Netz gegangen sei.
Selenskyj kritisierte, dass die Welt nicht ausreichend auf die Eskalation durch Russland reagiere und forderte mehr Unterstützung für die Ukraine. Er betonte die Notwendigkeit für mehr Abwehrsysteme, um die ukrainische Zivilbevölkerung besser zu schützen. „Solange die Ukraine nicht über genügend Abwehrsysteme verfügt, wird Russland den Frieden nicht ernsthaft in Betracht ziehen“, schrieb Selenskyj auf X. US-Patriot-Abfangraketen „können bislang nicht ersetzt werden“, fügte er hinzu.
Kyivs Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte den 21. August zum Trauertag in Gedenken an die Opfer des Angriffs. Die Flaggen werden auf Halbmast gesetzt, und Unterhaltungsveranstaltungen sind verboten, während die Rettungskräfte weiterhin in drei Bezirken Kiews im Einsatz sind. Der nächtliche Beschuss fällt in eine Phase, in der Russland vermehrt ballistische Raketen gegen Kyjiw einsetzt und damit das ukrainische Luftverteidigungsnetz zusätzlich belastet.
Quellen: Politico, Euronews
Photo: Pester Lloyd (Grafik)
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