Founder des Chinesischen Immobilienkonzerns der 2023 aufgrund von Überschuldung in massive Schieflage geriet wurde verurteilt
Peking. Der Gründer des insolventen chinesischen Immobilienriesen Evergrande, Xu Jiayin, ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dieses Urteil verkündete das zuständige Gericht in Shenzhen. Xu werden alle politischen Rechte lebenslänglich entzogen, und sein gesamtes persönliches Eigentum wird beschlagnahmt. Zudem wurde Evergrande zu einer Zahlung von 8,82 Milliarden Yuan verurteilt.
Xu Jiayin, einst Asiens zweitreichster Mann, hatte sich bereits im April schuldig bekannt und Reue gezeigt. Ihm wurden Korruption, Finanzbetrug, Untreue und Unterschlagung vorgeworfen. Neben Xu wurden 56 weitere Personen im Zusammenhang mit dem Evergrande-Skandal verurteilt, darunter seine Söhne Xu Qi-jian und Xu Teng-ho. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein, weil Xu Vermögenswerte auf Offshore-Konten transferiert haben könnte, was zu weiteren Vorwürfen der finanziellen Manipulation führte.
Evergrande war der größte Immobilien- und Baukonzern der Volksrepublik und meldete 2021 Insolvenz an. Das Unternehmen war als einer der größten Immobilienentwickler Chinas bekannt, später wurde es zum Symbol der chinesischen Immobilienkrise. Das Geschäftsmodell des Konzerns beruhte darauf, Wohnungen in noch nicht errichteten Gebäuden vorab zu verkaufen, und im Juni 2023 überstiegen die Gesamtschulden 328 Milliarden Dollar, womit Evergrande zum am höchsten verschuldeten Unternehmen der Welt wurde. Sein Niedergang steht exemplarisch für die Probleme des Sektors: Dieser war dank jahrzehntelanger rasanter Urbanisierung und steigender Lebensstandards stark gewachsen und dann unter einer zu großen Kreditlast kollabiert.
Quellen: ORF, Telex
Photo: Nrya / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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