638 Fälle gemeldet – Maßnahmen zur koordinierten Eindämmung von überregionalen Verbreitung eingesetzt – Wildschweine besonders betroffen
Rom. Die Afrikanische Schweinepest (kurz ASP) hat in der Toskana zu einem erheblichen Anstieg der Infektionszahlen geführt. Seit dem ersten Januar 2026 wurden in der Region 638 infizierte Wildschweine erfasst. Diese Entwicklung setzt inzwischen nicht nur die Wildfauna unter Druck, sondern auch die Schweinebetriebe und die gesamte Wertschöpfungskette.
Die Epidemie nahm ihren Anfang in der Provinz Massa-Carrara und hat sich inzwischen auf die Provinzen Lucca und Pistoia ausgeweitet. Betroffen sind zwei Betriebe, einer in Comano in der Provinz Massa-Carrara und einer in San Marcello Piteglio in der Provinz Pistoia. Sobald das Virus in einen Betrieb eindringt, greifen strenge Auflagen, die unter anderem die Tötung der Tiere und Einschränkungen im Handel mit Schweinen und Schweinefleisch umfassen.
Das Virus lässt sich besonders schwer kontrollieren, weil es sich auch ausbreiten kann, ohne dass sich ein infiziertes Tier bewegt – Schuhe, Kleidung, Ausrüstung, Fahrzeuge und andere kontaminierte Materialien können das Virus von einem Gebiet ins andere tragen. Wie der Sonderbeauftragte für die ASP, Giorgio Briganti, erklärt, erkranke ein Mensch zwar nicht, kann aber zu einem sogenannten passiven Träger werden, da Schlamm und organisches Material an Schuhsohlen oder Fahrradreifen dazu beitragen können, das Virus in neue Gebiete zu verschleppen. Die Behörden raten deshalb, Schuhe nach Ausflügen sorgfältig zu reinigen und zu desinfizieren und jeden Kontakt mit Wildschweinen strikt zu vermeiden.
Es wurden bisher Verordnungen zur Eindämmung in 72 Gemeinden verhängt.
Die neuen Zahlen wurden am 18. August in einer Online-Sitzung mit Bürgermeistern vorgestellt um die Eindämmungsmaßnahmen abzustimmen. Die Präsidentin von Anci Toscana, Susanna Cenni, betonte die Notwendigkeit einer koordinierten Reaktion über die Provinzen hinweg, um die Ausbreitung der ASP zu kontrollieren. Geplant sind unter anderem die Einrichtung provinzielle territorialer Einsatzgruppen (Got) sowie Informationskampagnen mit Hinweisschildern und QR-Codes in den betroffenen Gemeinden.
Quellen: Euronews
Photo: Gesundes Wildschein in Italien, Daniele Napolitano / Wikicommons / CC BY-SA 4.0
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