(c) Pester Lloyd / 10 – 2011 NACHRICHTEN 08.03.2011
Auch in Ungarn werden die in der westlichen EU bereits weit verbreitenden und teils von ziemlich hysterischen Kampagnen wie Abwehrschlachten begleiteten Antirauchergesetze bald Fuß fassen. Der parlamentarische „Ombudsman für zukünftige Generationen“, Sándor Fülöp, erklärte am Sonntag jedenfalls seine Unterstützung für die ins Parlament eingebrachte Rauchverbots-Gesetzgebung. Auch die Argumente dafür sind von den westlichen Schlachtfeldern übernommen: „das Recht auf ein gesundes Leben müsse Vorrang gegenüber Wirtschaftsinteressen erhalten“, betonte Fülöp in einem an die Nachrichtenagentur MTI geschickten Statement. Fülöp merkte an, dass nach der Einführung des Gesetzes weit reichende Überwachungsmaßnahmen nötig sein werden, um die Einhaltung zu gewährleisten. Am Freitag hatten Tamás Heintz und weitere Abgeordneten des regierenden Fidesz einen Gesetzesentwurf zum Verbot des Rauchens in allen öffentlichen Innenräumen einschließlich Restaurants, Cafés, Arbeitsstätten und den öffentlichen Verkehrsmitteln eingereicht. Nach ihren Plänen soll die Regelung bereits im Juli diesen Jahres in Kraft treten. Nach diversen Studien, könnte mit den Rauchverboten auch der Konsum von Alkohol im Schnitt um 7 bis 14% fallen, der Verkauf von Zigaretten ginge demnach um ca. 10-12% zurück. Presseberichten zufolge sind damit Steuerverluste von bis zu 300 Mio EUR verbunden. Allerdings gehört Ungarn zu den EU-Ländern mit der niedrigsten Lebenserwartung, Männer werden z.B. im Schnitt ca. acht Jahre weniger alt als in Deutschland, Herz- und Kreislauferkrankungen, für die Rauchen, Saufen, ungesunde Ernährung und fehlende Bewegung sowie Stress die Hauptursachen sind, sind die häufigste Todesursache.
Einer im Mai 2010 veröffentlichten Erfassung des Konsumverhaltens in Ungarn gaben ungarische Bürger 2008 im Schnitt 24.550 Forint pro Monat für Tabak und Alkohol aus (damals etwa 90 Euro), was 3,3% der Gesamtausgaben entsprach.
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