(c) Pester Lloyd / 33 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ungarische Baubranche fällt ins Bodenlose
16.08.2010 · Wirtschaft
Ungarische Baubranche fällt ins Bodenlose
Die Leistung der ungarischen Bauwirtschaft ist im Juni 2010 gegenüber dem Vorjahresmonat nochmals um dramatische 19,7% gesunken. Damit hat sich der Rückgang in der Branche wieder deutlich verstärkt, im Mai betrug er gut 10%, im April fast 16%, meldete das Statistische Zentralamt in Budapest. Auf Monatsbasis gesehen, betrug das Minus gegenüber dem Mai 2,3%, in dem man noch 1,1% Plus feststellen konnte. Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich ein Minus von fast 14% gegenüber H1/2009. Auch im Juni sank die Bauleistung aus dem Infrastrukturbereich deutlich schneller als die im Gebäudebau, was auch mit dem Auslaufen einiger Konjunkturbprogramme der Vorgängerregierung zu erklären ist und dem Ausgabenstopp im öffentlichen Dienst. Als kleiner Hoffnungsschimmer kann der Auftragseingang angesehen werden, der im Juni 4,2% mehr neue Aufträge auswies, während es im Mai noch fast 26% weniger als im Vorjahr waren, der Gesamtauftragsbestand zum 30.6. war jedoch nur um 0,5% höher als vor einem Jahr.
Aufschwung in der Slowakei, Depression in Bulgarien
16.08.2010 · Wirtschaft
Aufschwung in der Slowakei, Depression in Bulgarien
Während die ungarische Wirtschaft weiter eine Stagnation auf Krisenniveau auszustehen hat, erholen sich einige Nachbarn in der Region deutlich schneller, andere gar nicht. Wie berichtet , kann Ungarn 2010 mit einem BIP-Wachstum von 0,1 bis 0,6% rechnen, die Slowakei als Werkbank der europäischen Autoindustrie kann sich hingegen schon wieder auf bis zu 4,6% Zuwachs freuen. In Tschechien wuchs die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 2,2% (1,1% in Q1), in Rumänien ging es nochmals 0,5% bergab, nach einem Einbruch von 2,6% im ersten Quartal. Für das Gesamtjahr sieht man Rumänien ein Minus von 2% (2009: -7,1%). Immerhin konnte die Industrieproduktion wieder leicht (1,3%) zulegen. Bulgariens BIP sank gegenüber Q2 2009 nochmals um 1,5% und erreicht damit einen neuen Tiefpunkt. Dabei schnitt die Landwirtschaft mit +1,6% leicht besser ab als der Dienstleistungsbereich mit -1,7%, die Industrie stagnierte. Der private Konsum sank um 7,6% in einem Jahr, allein das Handelsbilanzdefizit macht in diesem Jahr mittlerweile 4,2% des BIP aus.
Ungarische Grüne fordern Untersuchungsausschuss zu "King´s Casino"-Fall
16.08.2010 · Politik&
nbsp; 16.08.2010
Ungarische Grüne fordern Untersuchungsausschuss zu „King´s Casino“-Fall
Die grün-bürgerliche Partei LMP hat die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses gefordert, der sich mit den mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten um einen Immobiliendeal am Velence See unter der Vorgängerregierung beschäftigen soll. Die bisherigen Ermittlungen des von der Regierung eingesetzten „Kommissars“ seien eher „selektiv“, es sei jedoch wichtig festzustellen, ob eine Einflussnahme seitens der Regierungen Bajnai und Gyurcsány stattgefunden habe. Regierungskommissar Budai hatte die beiden Ex-Premiers der Falschaussage vor der Untersuchungskommission bezichtigt, worauf diese ihn wegen Verleumdung verklagten ( unser Bericht ). Die LMP glaubt, dass eine parlamentarische Kommission, an der alle Parteien vertreten sind, objektiver Schuld und Gesetzesverstöße feststellen kann und „glaubwürdigere Resultate“ liefert. Im Zuge der Untersuchungen rund um die Grundstücke für das Maega-Casino-Projekt King´s City einer israelisch-ungarischen Investorengruppe, soll unter anderem auch der US-amerikanische Geschäftsmann Ronald S. Lauder vorgeladen werden.
OTP Rumänien hat Ärger mit Immobilienkrediten
16.08.2010 · Wirtschaft
OTP Rumänien hat Ärger mit Immobilienkrediten
Nachdem die OTP Bank, die größte in Ungarn tätige Bank, einen dramatischen Gewinneinbruch für ihr Gesamtgeschäft aufgrund einer Rekordquote an Risikorückstellungen melden musste , liefert auch die rumänische OTP-Tochter negative Zahlen ab. Auch hier waren Rückstellungen für gescheiterte Kredite der Hauptgrund, 16 Mio EUR wurden dafür aus dem Quartalsergebnis zurückgelegt und führten zu einem Buchverlust von 7,5 Mio EUR. Im Unterschied zu Ungarn, waren es in Rumänien aber nicht die kleinen Häuslebauer, sondern größere Projekte, die den Bankern die Gewinne nahmen. László Diosi, Generaldirektor der OTP Romania zeigte sich ziemlich enttäuscht. Er sagte, dass man seit Monaten mit den Rückzahlungsproblemen von Kunden kämpfe, „doch die jetzigen Verluste resultieren aus den Insolvenzen von nur sechs einzelnen Immobilienkunden“. Der rumänische Immobilienmarkt sei „immernoch eingefroren, niemand investiert und den Unternehmen geht die Puste aus“. Außerhalb der Immobilienbranche habe die OTP in Rumänien allerdings keine Problem mit neuen Kreditnehmern. Für 2010 rechnet er jetzt mit einem Verlust am Jahresende, obwohl man eigentlich einen Gewinn vorausgesagt hatte, im Vorjahr machte man bescheidene 4 Mio EUR.
Präsident von Ungarn vor Reise nach Österreich und zum Vatikan
16.08.2010 · Politik&
nbsp; 16.08.2010
Präsident von Ungarn vor Reise nach Österreich und zum Vatikan
Der neue ungarische Präsident, Pál Schmitt, hat in einem Interview mit der Tageszeitung „Népszabadság“ Gerüchten widersprochen, er fungiere nur als Platzhalter für den jetzigen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, der seinen Posten in zwei Jahren nach einer Verfassungsreform übernehmen könnten, um eine Art Präsidialdemokratie einzuführen. Er habe ein Mandat über fünf Jahre, das er auch auszufüllen gedenke. Schmitt betonte weiter, dass er regelmäßige Treffen sowohl mit der Regierungspartei als auch mit der Opposition abhalten will und sich demnächst mit den Präsidenten des Obersten Gerichts und des Verfassungsgerichts treffen will. Seine ersten Auslandsreise wird ihn – traditionsgemäß – nach Österreich führen, am 10. September ist eine Privataudienz beim Papst geplant. Danach will Schmitt eine Rundreise durch „die Nachbarländer mit ungarischen Minderheiten“ unternehmen, darunter auch die Slowakei, wo ein Treffen mit Präsident Gasparovic vorgesehen ist.
33sonderrenten RO
16.08.2010 · Nachrichten
Rumänien untersucht Sonderrenten für Militärs, Polizei und Geheimdienste
Als „Mysteriös“ bezeichnen rumänischen Medien das „erstmalige Auftauchen“ von knapp 160.000 „Sonderrenten“ in einer Statistik der amtlichen Steuerschätzungskommission. Diese betreffen eehemalige Mitarbeiter des Militärs, der Polizei und des Innenministeriums sowie des früher so gefürchteten Geheimdienstes Securitate. Deren Berechnung, so die Steuerschätzer, sei nach wie vor völlig instransparent, da sie von den auszahlenden Ministerien und nicht der Renten- bzw. Sozialversicherung vorgenommen werden. Die Veröffentlichung dieser Sonderrenten stellt allein schon einen Fortschritt dar, vorher wurden diesen nämlich gehim gehalten. Die rund 1 Milliarden EUR Kosten, die sie jährlich verursachen (hier konnte die Behörde nur schätzen und ging von 500 EUR / Monat / Person aus) wurden in anderen Budgetposten quasi versteckt. Bei der Neuberechnung anderer Sonderrenten, z.B. für Stadtangestellte, Piloten oder ehemalige Abgeordnete konnte man nämlich bereits ein Einsparpotential von rund 100 Mio EUR im Jahr ermitteln, wobei diese nur auf rund 8.000 Personen zutrafen. Die „Sonderrenten“ werden meist bezogen auf die letzten Monatsbruttogehälter berechnet (üblicherweise 85% davon), während die regulären Renten anhand der Einzahlungen in die Rentenkasse ermittelt werden und deutlich darunter liegen.
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