Über Eferding trafen am Montag drei Gewitterzellen zusammen. Was folgte, war für österreichische Verhältnisse eine Rarität: ein Tornado, der einen schmalen Streifen verwüstete und den Rest des Bezirks unberührt ließ
Eferding. Das Unwetter, das am Montagnachmittag über Oberösterreich zog, hinterließ dort, wo es traf, ein Bild wie nach einer Explosion – und hundert Meter weiter gar nichts. Nach Einschätzung der GeoSphere Austria war die Ursache ein Tornado, der durch eine Wohnsiedlung der Bezirksstadt wütete. Er dauerte zwei bis drei Minuten. Verletzt wurde niemand.

Ein schmaler Streifen
Kurz vor 16 Uhr liefen die ersten Notrufe bei den Feuerwehren ein. Betroffen war ein schmaler Streifen zwischen Eferding und Hinzenbach, wo mehrere Dächer schwer beschädigt oder ganz abgedeckt wurden; die Feuerwehren mussten die Gebäude sichern. Eine beschädigte Hausleitung musste der Netzbetreiber stromlos schalten und abmontieren, der Einsatz der Feuerwehr Eferding dauerte knapp drei Stunden. Ein Anrainer schilderte dem ORF, der Wind sei binnen Sekunden aufgezogen: „Innerhalb kürzester Zeit ist das Dach des Nachbarn weggerissen worden.“ Die Reste verteilten sich über die halbe Nachbarschaft.
Weitere Einsätze meldeten die Bezirke Urfahr-Umgebung, Freistadt, Gmunden, Grieskirchen, Linz-Land, Perg, Schärding und Wels-Land, überwiegend umgestürzte Bäume. In Herzogsdorf schlug ein Blitz in einen Baum ein und setzte eine 1845 errichtete Kapelle in Brand.
Seltenes Phänomen, klare Signatur
Für die Meteorologen war weniger die Windstärke ausschlaggebend als die Geometrie des Schadens. „Man spricht von einem Tornado, wenn lokal sehr starker Wind auftritt, der große Schäden in einem sehr eng begrenzten Bereich verursacht“, erklärte Josef Haslhofer von der GeoSphere Austria. Genau dieses Muster – eine getroffene Siedlung, ringsum kaum Spuren – lag in Eferding vor. Tornados treten in Österreich „höchstens alle paar Jahre“ auf; in Deutschland registrierte der Deutsche Wetterdienst 2025 immerhin 42 Fälle bei einem Mittel von rund 50 pro Jahr.

Formal ist der Fall damit noch nicht abgeschlossen: Eine Klassifizierung nach der Fujita-Skala liegt bislang nicht vor, die GeoSphere spricht von hoher Wahrscheinlichkeit, nicht von Bestätigung. Haslhofer verwies darauf, dass ein Tornado auch ganze Ortschaften zerstören und Lkw von der Straße heben könne – in Eferding sei das nicht der Fall gewesen.
Quellen: ORF Oberösterreich, GeoSphere Austria, Freiwillige Feuerwehr Eferding,
Photos: Freiwillige Feuerwehr der Stadt Eferding
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