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Geheimberichte enthüllen weitere Missstände in Ungarns Kinderheimen

Budapest. Zuvor unveröffentlichte Berichte über unhaltbare Zustände in ungarischen Kinderheimen sind an die Öffentlichkeit gelangt. Nach Informationen von Direkt36 wurden in einem speziellen Heim in der Region Bács-Kiskun Kinder aufgrund von Nahrungsmangel gezwungen, sich Missbrauch hinzugeben. Diese Berichte stammen aus Untersuchungen, die nach dem sogenannten Gnadenskandal vom Februar 2024 angeordnet wurden. Die Unterlagen wurden erst drei Monate nach einem rechtskräftigen Urteil Ende April 2026 an Direkt36 herausgegeben, obwohl die Untersuchungen bereits 2024 angeordnet worden waren.

Die Berichte zeigen, dass die Kinder in dem Heim nach dem Abendessen um 18:30 Uhr keinen Zugang zu weiterer Nahrung hatten, obwohl viele von ihnen aufgrund sportlicher Aktivitäten einen hohen Energiebedarf hatten. Diese Situation führte zu einem Machtgefälle unter den Jugendlichen, das zu Missbrauch führte, so die Berichte. Die in den Berichten zitierte Polizeiermittlung stellte fest, dass missbrauchte Kinder sich für Nahrung unterwarfen. Die physische Umgebung in einem Heim war ebenfalls mangelhaft, mit veralteten und gefährlichen Möbeln.

Die ungarische Regierung hatte die Untersuchungen initiiert, kommunizierte die Ergebnisse jedoch nicht öffentlich; Direkt36 erhielt die vollständigen Materialien erst drei Monate nach dem Urteil Ende April 2026. Erst danach wurden die detaillierten Missstände bekannt, über die nun in Ungarn berichtet wird. Das Sozial- und Familienministerium kündigte an, am 31. August eine umfassende Diagnose des Kinderschutzsystems zu veröffentlichen, um die aktuellen Missstände zu adressieren.

Die Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf die Missstände in den Kinderheimen und die Versäumnisse der ungarischen Behörden, die Berichte zu veröffentlichen. Die Enthüllungen fügen der Debatte über die Kinderfürsorge und die Verantwortung der Regierung neue Vorwürfe hinzu. Die zugrunde liegenden Berichte zeigen unter anderem, dass in einer Region Kinder nach bekannt gewordenen Misshandlungen mit ihren Traumata allein blieben.

Quellen: Direkt36, Telex, 444
Photo: Waisenhaus in Budapest, Wikicommons/Globetrotter19/CCBYSA3.0

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