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Rekordhitze über Budapest – Karácsony wirbt für das Kraftwerk auf dem Dach

In der Nacht auf Dienstag fiel die Temperatur in der Hauptstadt nicht unter 25 Grad, am Nachmittag wurde ein 105 Jahre alter Rekord eingestellt. Der Oberbürgermeister sieht auf Budapests Dächern ein Kraftwerk – die Idee verdient Unterstützung, die Zahlen verdienen eine Prüfung.

Budapest. Der Dienstag hat der Hauptstadt gleich zwei Einträge in die Wetterchronik beschert. Wie der staatliche Wetterdienst HungaroMet mitteilte, sank die Temperatur auf dem János-Berg in den kühlsten Stunden der Nacht nicht unter 25 Grad – ein neuer Rekord für die höchste Tiefsttemperatur an diesem Kalendertag. Die bisherige Bestmarke von 24,2 Grad stammte aus dem Jahr 2017, gemessen in Lágymányos. Am Nachmittag folgte der zweite Rekord: In Újpest wurden 37,9 Grad gemessen, exakt jener Wert, den Gellérthegy und Országút am selben Tag des Jahres 1921 verzeichnet hatten.

Zehn Millionen Quadratmeter Photovoltaik

In diese Wetterlage hinein präsentierte Oberbürgermeister Gergely Karácsony am Mittwoch seine Rechnung: Mit Photovoltaik und Speichersystemen könnten die Dächer Budapests Energie in einer Größenordnung erzeugen, die dem Zweieinhalbfachen der Leistung der Kernkraftwerke von Paks entspreche. Keine Stadt könne die Klimakrise allein bewältigen, so Karácsony; die Regierung müsse den regulatorischen und finanziellen Rahmen schaffen, die Stadt ihn in Alltagspraxis übersetzen, die Privatwirtschaft in Investitionen – und die Bürger müssten mitmachen.

Konkret verweist er auf den vor Jahren erstellten Solarkataster der Stadt und das Programm „Powered by the Sun“. Ziel seien zehn Millionen Quadratmeter Solarfläche samt Speichern, was rund 500.000 Tonnen CO₂ einsparen würde – so viel, wie der gesamte jährliche Stromverbrauch aller Budapester Haushalte verursacht. Die Vorgängerregierung, erinnerte Karácsony, habe die Einspeisung aus neuen Solaranlagen ins Netz untersagt und Neuinstallationen damit faktisch unmöglich gemacht. Nun, da „der ungarische Ministerpräsident endlich verantwortungsvoll über die Klimakrise spricht“, könnten aus Hirngespinsten rasch Projekte werden. Vorausgesetzt, es gebe Partnerschaft.

Gute Idee, unscharfe Zahlen

Der Ansatz ist überfällig und unterstützenswert – gerade in einer Stadt, deren Nächte messbar nicht mehr abkühlen. Nur sollten die beiden genannten Größen nicht verwechselt werden. Zehn Millionen Quadratmeter Photovoltaik entsprechen nach überschlägiger Rechnung etwa zwei Gigawatt installierter Leistung und damit gut zwei Terawattstunden Jahresertrag – ein Bruchteil dessen, was Paks liefert. Das „Zweieinhalbfache“ beschreibt offenkundig das theoretische Maximum aller nutzbaren Dachflächen, nicht das Programmziel. Beides in einem Atemzug zu nennen, macht die Ankündigung eingängiger, aber nicht präziser. Offen bleibt zudem, wer die Speicher bezahlt, an denen solche Programme in der Praxis scheitern.

Paks aus der Luft

Der Verweis auf Paks kam nicht zufällig: Ministerpräsident Péter Magyar inspizierte das Kernkraftwerk am Mittwoch aus der Luft, gemeinsam mit dem Verteidigungsminister und vor einer Kabinettssitzung vor Ort. Wasserwirtschaftler und Werksleitung sollten ihn über die Lage und eine mögliche langfristige technische Lösung unterrichten – es geht um die niedrigen Pegelstände der Donau und die Kühlung des Kraftwerks. „Wir erledigen in wenigen Wochen, was die Vorgängerregierung jahrelang versäumt hat“, schrieb Magyar auf Facebook. Eine Investitionsentscheidung soll noch fallen.

Kürzeres Feuerwerk am 20. August

Am Rande: Die Feierlichkeiten zum Staatsfeiertag dauern heuer drei Tage (19. bis 21. August) und kosten vier Milliarden Forint (rund 11 Mio. Euro), wie Regierungssprecherin Éva Magyar mitteilte. Das Feuerwerk beginnt am 20. August um 21 Uhr und dauert zehn Minuten – deutlich kürzer als in den Vorjahren. Das Parlament ist am Wochenende bei freiem Eintritt geöffnet.

Quellen: MTI.hu, HungaroMet
Photo: Copernikus 2 Sentinel Bild des Flusslaufes der Donau, ESA 2026

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