Nach fast zehn Jahren Leerstand kündigt die Regierung die Sanierung des Budapester Planetariums an. Für Bürgermeister Gergely Karácsony ist das nur der erste Schritt. Er fordert die umfassende Erneuerung des gesamten Népliget – eines Parks, dessen Niedergang sinnbildlich für jahrzehntelange politische Vernachlässigung steht.
Budapest. Das Planetarium im Népliget könnte nach fast zehn Jahren Stillstand doch noch eine Zukunft haben. Bürgermeister Gergely Karácsony begrüßte am Sonntag die Ankündigung von Wissenschaftsminister Zoltán Tanács, eine Sanierung des Gebäudes im Kabinett vorzuschlagen. Für den Oberbürgermeister ist allerdings klar: „Die Erneuerung des Planetariums und des Népliget sind untrennbar.“
Das ist mehr als Symbolpolitik. Der Népliget ist mit rund 110 Hektar Budapests größte öffentliche Parkanlage – und zugleich eine der am stärksten vernachlässigten. Während in den vergangenen Jahren Milliarden in den Városliget flossen, verfielen hier Wege, Gebäude und Grünflächen nahezu unbeachtet.
Die Stadt hat ihre Pläne längst fertig. Grünflächen sollen erneuert, Sport- und Freizeitangebote ausgebaut und der Autoverkehr deutlich reduziert werden. Auch die Erreichbarkeit soll sich verbessern. Mit der geplanten Déli Körvasút erhält der Park erstmals einen direkten Bahnanschluss.
Das Planetarium selbst steht seit 2017 leer. Technische Mängel, ausbleibende Investitionen und ungeklärte Zuständigkeiten machten den markanten Kuppelbau zu einem Denkmal politischen Stillstands. Generationen von Schulklassen besuchten hier einst ihre ersten Astronomievorführungen.
Karácsony erinnerte daran, dass die erste Ausbauphase bereits mit EU-Mitteln hätte beginnen können. Die frühere Regierung habe dies aus politischen Gründen verhindert. Nun setzt die Hauptstadt auf einen Neuanfang und hat ihre fertigen Entwicklungspläne bereits an das Ministerium übermittelt.
Quellen: MTI
Photo: Volkspark Budapest, Czimmy via Wikicommons / CCBYSA 3.0






