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Von der Leyen will Kanada als ersten EU-assoziierten Partner – Neue Allianz in Sicht

Die EU-Kommissionspräsidentin schlägt eine engere Verbindung mit Kanada vor, um gemeinsame Herausforderungen zu bewältigen.

Brüssel. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, hat in ihrer Rede zur Lage der Union vorgeschlagen, Kanada als ersten assoziierten Partner der Europäischen Union zu integrieren. Diese Partnerschaft soll auf dem bestehenden Handelsabkommen CETA aufbauen, das jedoch noch von nationalen und regionalen Parlamenten in 10 EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden muss. Der frühere Notenbankchef Mark Carney war bei der Rede anwesend und unterstützt die Initiative.

Die vorgeschlagene Allianz zielt darauf ab, eine gemeinsame Wohlstands- und Sicherheitszone zu schaffen. Von der Leyen betonte die Bedeutung einer solchen Verbindung angesichts der aktuellen geopolitischen Herausforderungen und der Notwendigkeit, die wirtschaftliche Sicherheit zu stärken. Sie erklärte, dass die neue Partnerschaft „nicht gegen irgendjemanden“ gerichtet sei. Ein gemeinsames Projekt soll die Arktis umfassen, wobei auch auf Energie, kritische Mineralien und Batterien fokussiert wird.

Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit hob von der Leyen auch die Notwendigkeit hervor, die Verteidigungsfähigkeiten der EU zu stärken und die Energieunabhängigkeit zu sichern. Sie kündigte Pläne an, intelligente Fertigung und eine Technologieallianz zu entwickeln sowie die Verteidigungsindustrien zu integrieren. Ein EU-Kanada-Gipfel ist für Ende Oktober in Montreal geplant, und bis Jahresende soll eine Einigung über den digitalen Handel erzielt werden.

Die Rede zur Lage der Union ist ein jährliches Ereignis, bei dem die Kommissionspräsidentin die wichtigsten politischen Prioritäten und Herausforderungen der EU darlegt. In diesem Jahr standen insbesondere die Beziehungen zu Kanada und die Reaktion auf internationale Spannungen im Vordergrund. Von der Leyen unterstrich, dass Europa in einer Welt, in der frühere Sicherheits- und Wirtschaftsannahmen nicht mehr gelten, seinen Platz finden müsse.

Die Initiative, Kanada als assoziierten Partner zu gewinnen, könnte ein wichtiger Schritt sein, um die transatlantischen Beziehungen zu diversifizieren und die EU in einer zunehmend multipolaren Welt zu positionieren. Von der Leyen plant, die Zusammenarbeit in Bereichen wie künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Cybersicherheit und wirtschaftliche Sicherheit zu intensivieren. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenderen Plans, um die EU für zukünftige Herausforderungen zu wappnen.

Quellen: Politico, HVG
Photo: Meeting between EU and Canada in 2025, European Union, 2026, CC BY 4.0

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