Polizei ermittelt gegen Ex-Staatssekretäre wegen überteuerter Buskäufe und erheblicher finanzieller Schäden.
Budapest. Die ungarische Polizei hat Ermittlungen gegen mehrere frühere Unternehmensleiter eingeleitet, die im Verdacht stehen, in einen groß angelegten Korruptionsfall verwickelt zu sein. Der Fall dreht sich um den Kauf von über 600 gebrauchten Bussen durch die Volánbusz-Unternehmen zwischen 2015 und 2018, die angeblich zu überhöhten Preisen erworben wurden. Laut den Ermittlungen entstand dadurch ein finanzieller Schaden von 10 Milliarden Forint. In diesem Zusammenhang führten die Ermittlungsbehörden mehrere Hausdurchsuchungen durch und beschlagnahmten Dokumente sowie elektronische Daten.
Im Zuge der Ermittlungen wurden unter anderem der Unternehmer Jellinek Dániel und der frühere Chef der staatlichen Vermögensverwaltung, Szivek Norbert, von den Behörden abgeführt. Jellinek, der laut Forbes der siebtreichste Ungar ist, wurde aus einer Immobilie im Stadtzentrum von Budapest abgeführt, während Szivek aus einem bekannten Luxusobjekt in Buda abgeholt wurde. Die Ermittler prüfen, inwieweit die früheren Verantwortlichen in die Entscheidungen über die überteuerten Käufe eingebunden waren und ob sie davon profitiert haben. Die Központi Nyomozó Főügyészség (KNYF) hat im Zusammenhang mit dem Volánbusz-Verfahren insgesamt vier Personen als Verdächtige vernommen, von denen drei in Gewahrsam genommen wurden.
Der Fall hat in Ungarn für erhebliches Aufsehen gesorgt, da er die Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft offenlegt. Die Ermittlungen könnten weitreichende politische Konsequenzen nach sich ziehen, insbesondere wenn sich die Vorwürfe bestätigen. Die ungarische Regierung steht unter Druck, Transparenz zu schaffen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Beobachter erwarten, dass die Ermittlungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden und möglicherweise weitere Enthüllungen ans Licht kommen.
Die Volánbusz-Unternehmen, die für den öffentlichen Nahverkehr in Ungarn eine wichtige Rolle spielen, haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Frage, ob die überteuerten Buskäufe und der Erwerb eines möglicherweise überteuerten Firmensitzes in Kecskemét, aus dem dem Unternehmen ein Vermögensnachteil von mindestens 550 Millionen Forint entstanden sein soll, Teil eines größeren Systems der Untreue und Geldwäsche waren. Die Behörden prüfen, ob die Verdächtigen durch Scheinverträge und komplexe Finanztransaktionen die öffentlichen Gelder in private Vermögenswerte umgelenkt haben.
Quellen: Telex
Photo: Volánbusz Zrt. / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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