(c) Pester Lloyd / 46 – 2010 BUDAPEST 15.11.2010
Vor dem Budapester „Haus des Terrors“, einem Museum, das sich den zwei prägenden Diktaturen des zwanzigsten Jahrhunderts, der faschistischen und der stalinistischen widmet, wurde am vergangenen Donnerstag ein Originalstück der Berliner Mauer aufgestellt. Das Symbol der Teilung Berlins und Deutschlands soll als Mahnmal dafür dienen, „dass es immer Menschen geben muss, die Mauern nicht akzeptieren, die Menschen und Welten voneinander trennen sollen“, so Staatssekretär Zoltán Balogh bei der Einwiehungszeremonie. „Mauern, die Zusammenarbeit verhindern, müssen fallen. Und sollten Mauern für die Abwehr anderer Gefahren notwendig sein, dann sollten darin Tore sein, so dass sie passierbar sein“, sinnbebilderte der Politiker die Aufstellung des historischen Zeugnisses einer Epoche, die zumindest in Deutschland genau vor 21 Jahren zu Ende ging.
Der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen (CDU), war zu der Zeremonie angereist und nannte das ein Meter lange und vier Meter hohe Mauerstück eine „Warnung“, das „es der von dieser Mauer symbolisierten Inhumaniät niemals mehr erlaubt werden soll, zurückzukehren“. Mária Schmitt, Direktorin des „Haus des Terrors“ nannte die Berliner Mauer eines der meistgehassten Symbole der Geschichte des 20. Jahrhunderts, weil sie Familien, Freunde und Liebende voneinander trennte. „Eine Nation, die die eigene Tragödie versteht, wird auch die Tragödie der anderen verstehen“, ergänzte Miklós Csomos, neuer Vizebürgermeister von Budapest in unvermeidlicher Anspielung auf die Trianon-Verträge, die Ungarn nach dem Ersten Weltkrieg von eigenem Territorium und der Bevölkerung trennte.
Zum Thema:
Ganz großes Kino – Juni 2010
Das Haus des Terrors in Budapest – ein kritischer Rundgang
Dem Terror auf der Spur – Februar 2008
Im Gespräch mit der Direktorin des „Haus des Terrors“ in Budapest http://www.pesterlloyd.net/2008_07/0807hausdterrors/0807hausdterrors.html
Bestandsaufnahme in der „Werkstatt Ost“ – November 2010
„20 Jahre Deutsche Einheit – Stand und Perspektiven“ – eine Diskussionsrunde in Budapest
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren





