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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 30/2010

(c) Pester Lloyd / 30 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

30bankfestival

26.07.2010 · Kultur

5.-8. August: Mitmach-Festival am Bánk-See in Ungarn

Von Donnerstag, 5. bis Sonntag 8. August, ist der Ort Bánk, ca. 60 km nördlich von Budapest, am gleichnamigen See gelegen, Schauplatz eines besonderen Festivals. Anders als die vielen Rock- und Popfestivals geht es beim Bánki-tó Fesztival nicht nur um Musik und darum, möglichst viel Bier zu trinken. Für die Organisatoren steht vielmehr die Partizipation im Mittelpunkt. Jeder Besucher kann auf der Bühne stehen, Kunstwerke ausstellen oder in irgendeiner Form freiwillig mitarbeiten. Gezwungen wird allerdings niemand, willkommen sind auch jene, die nur am See in der Sonne liegen wollen. Musikalisch erwartet die Besucher ungarische, jüdische und andere osteuropäische Musik aus den Genres Jazz, Hiphop, Elektro und Klassik. Neben den Konzerten stehen auch Diskussionen, Ausstellungen und Sport auf dem Programm.

Tickets sind bis zum 26. Juli zum Preis von 2500 Forint für einen bzw. 8000 Forint für vier Tage zu haben. Danach kosten sie 3500 bzw. 11000 Forint. Weitere Informationen: http://www.tekerjatora.hu/

14 ungarische Botschafter werden zurückgerufen

26.07.2010 · Politik

14 ungarische Botschafter werden zurückgerufen

Der ungarische Außenminister László Mártonyi wird mit Wirkung vom 31. August vierzehn Botschafter von ihren Posten abberufen. Diese Ankündigung gab es schon vor einigen Wochen, am letzten Freitag wurden auch die genauen Posten bekannt. Darunter sind die derzeitige Botschafter im Libanon, in Algerien, in Moskau, London, Nigeria, Brasilien, Belgrad, Pristina, Bankgkok und Riga, dazu der Chef der UNO-Vertretung in Wien, die Generalkonsule von München und Miercurea-Ciuc (Rumänien), weiter die Abteilungsleiter für Außen- und Sicherheitsfragen bei der ständigen Vertretung bei der EU in Brüssel. Nicht wenige der betroffenen Diplomaten werden zum Teil deutlich vor Abaluf der üblichen Entsendungszeit, also aus politischen Gründen, zurückgerufen.

Folk und Poesie aus Irland in Ungarn

26.07.2010 · Kultur

Folk und Poesie aus Irland in Ungarn

Niall Connolly und Neil McCarthy als „The Voice & The Verse“ in Budapest

Am 28. Juli finden zwei Kunstrichtungen zusammen, die zusammen gehören. Niall Connolly, Singer-Songwriter und selbsternannter „International Folk Hero“, trifft an diesem Abend auf den jungen Dichter Neil McCarthy. Beide Künstler gehören zu den angesehendsten irischen Vertretern ihrer Zunft und werden zusammen als „The Voice & The Verse“ in Treehugger Dan’s Buchladen und Lounge Ausschnitte aus ihrem Oeuvre zum Besten geben. Das Event fand bereits mehrere Male in Budapest statt und hat bisher jedes Mal für ausgelassene Stimmung bei den Zuschauern gesorgt. Wann? 28. Juli 2010, 19:30 Uhr

Wo? Discover Budapest/Treehugger Dan’s, Lázár utca 16., 1065 Budapest Wieviel? 500 HUF (Studenten 300 HUF) Mehr Infos zu Niall Connolly: http://www.niallconnolly.com/

Elektrozulieferer in Ungarn stellt 1000 Arbeiter ein

26.07.2010 · Wirtschaft

Elektrozulieferer in Ungarn stellt 1000 Arbeiter ein

Der US-Elektronikteilezulieferer Jabil Circuit hat angekündigt, bis zu 1.000 „neue Angestellte“ in seinem Werk in Tiszaújváros ab Ende des Sommers einzustellen. Die Nachfragesituation erfordere diese Maßnahme. Jabil Circuits Hungary beschäftigt derzeit rund 6.000 Mitarbeiter, eine Verdopplung seit Jahresbeginn. Das Unternehmen machte 2009 in Ungarn ca. 200 Milliarden Forint (knapp 700 Mio EUR) Umsatz, immerhin fast 10% des Konzernumsatzes.

Jobbik feuerte stellvertretenden Fraktionschef

26.07.2010 · Politik

Jobbik feuerte stellvertretenden Fraktionschef

Der stellvertretende Fraktionschef der rechtsextremen ungarischen Partei Jobbik, Lajos Pózse, wurde von seiner Partei seines Postens enthoben, weil er sich von der „Ungarischen Garde“ bzw. dessen Nachfolgestrukturen „Nationale Garde“, „Miliz“ etc. distanziert hat. In einem Zeitungsinterview nannte er es „unglücklich“, dass die „Garde“ mit der Partei Jobbik in so enger Verbindung stehe. Das sehen auch andere Fraktionsmitglieder so, meinte Pózse, was Parteiführer Vona als Angriff auf seine Führungsautorität auffassen musste. Vona bezeichnete die Ablösung eine „Warnung“ an andere, die abtrünnige Meinungen vertreten wollten und betonte die „brüderlichen“ Beziehungen zwischen Partei und „Garde“. Alle Jobbik-Abgeordneten haben Geld in einen Fonds eingezahlt, aus dem „Brüdern“ geholfen wird, die an der Ausübung ihrer „verfassungsmässigen Rechte“ gehindert werden (also Jobbik-Aktivisten die z.B. wegen des Tragens der Uniform zu Geldstrafen verurteilt wurden).

Die „Ungarische Garde“ eine faschistoide Gruppierung, wurde von Parteichef Gábor Vona als militanter Arm der Partei gegründet und ist in Ungarn gerichtlich verboten. Mit ihren Symbolen treten Jobbik-Abgeordnete immer wieder provokant im Parlament auf, was zuletzt auch zu einem Machtwort von Regierungschef Orbán führte. Dieser versucht durch die Vereinnahmung der Politikfelder von Jobbik (Trianon, innere Sicherheit) deren Klientel auf seine Seite zu ziehen und erklärte gerade: dass er den Marsch aus der Zivilisation, den Jobbik anstrebe, nicht erlauben werde, ohne jedoch konkrete Maßnahmen gegen diese volksverhetzende Bande einzuleiten.

Neues Gesetz zur Kommunalwahl in Ungarn benachteiligt kleine Parteien und unabhängige Kandidaten

26.07.2010 · Politik

Neues Gesetz zur Kommunalwahl in Ungarn benachteiligt kleine Parteien und unabhängige Kandidaten

Wie bereits gemeldet, finden am 3. Oktober turnusmäßig die Kommunalwahlen in Ungarn statt. Auf Initiative der Regierungspartei Fidesz wurden einige, nicht unwesentliche, Änderungen am Wahlmodus vorgenommen und bereits in Gesetzesform gegossen. So werden in diesem Jahr rund 10.000 Kommunalmandate weniger vergeben als die bisherigen fast 27.000. Außerdem bekommen die potentiellen Kandidaten eine höhere Bürde auferlegt, um überhaupt auf den Wahllisten zu erscheinen. Bisher mussten sie binnen fünf Wochen die Unterstützungsunterschriften von zumindest 0,3% der Wahlberechtigten ihres Wahlkreises (also der Gemeinde, dem Kreis oder dem Komitat) vorlegen um Kandidatenstatus zu erreichen. Nun bedarf es bereits 1% Unterstützern, deren Unterschriften in lediglich 15 Tagen zusammengetragen werden müssen. Dieses Prozedere bevorzugt ganz eindeutig Parteien mit einer hohen Organisationsstruktur und Bekanntheit, während es vor allem unabhängigen Kandidaten schwerer fallen wird, das Quorum zu erreichen. In Budapest ändert sich die Zahl der Unterstützer sogar von 0,5% auf 2% der Wahlberechtigten, was bedeutet, dass ein Kandidat für die Stadtverordnetenversammlung nun binnen 15 Tagen wenigstens 26.000 gültige Unterschriften vorweisen muss, bisher genügten 7.000 in 35 Tagen.

Mehr zu den Kommunalwahlen: http://www.pesterlloyd.net/2010_28/28kommunalwahl/28kommunalwahl.html

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