(c) Pester Lloyd / 6 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ausbau des Museums der Schönen Künste gestoppt
09.02.2011 · Nachrichten
Nach der Absage des Neu- bzw. Umbaus der zweiten Spielstätte der Ungarischen Staatsoper, dem Erkel-Theater, aus Geldgründen, der Streichung der Basisgelder für die freie Theaterszene sowie der Zentralisierung der Filmförderung wurde nun ein weiteres kulturelles Großprojekt durch den Kulturstaatssekretär Géza Szöcs gestoppt. Es ging dabei um den seit Jahren geplanten Bau eines unterirdischen Ausstellungs- und Serviceflügels für das Museum der Schönen Künste (Szépmüveszeti Múzeum), neben der Oper die zweite große historische Ikone der ungarischen Kulturinstitutionen. Statt der ambitionierten Erweiterung unter der Erde, soll nun eine kleine überirdische Lösung angeboten werden, die allerdings bei weitem nicht die gleichen Räume erschließt, die vor allem für wechselnde Ausstellungen gedacht waren. Nach offizieller Information hat sich die Museumsleitung mit der Maßnahme des Staatssekretärs einverstanden erklärt. Mitte des Monats sollen Details dazu bekannt werden.
UNESCO gegen Biomassekraftwerk in der Tokaj-Weinbauregion
09.02.2011 · Nachrichten
UNESCO gegen Biomassekraftwerk in ungarischer Weinbauregion Tokaj
Ein von der UNESCO und dem Internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) in Auftrag gegebener Expertenbericht ist zu dem Schluss gekommen, dass die geplante Errichtung eines Biomassekraftwerks nahe dem Tokaj-Welterbe im Nordosten Ungarns verhindert werden muss. Die örtliche Tageszeitung „Észak Magyarország“ zitierte am Montag aus dem Bericht. Das Biomasse-Kraftwerk, das überwiegend aus Stroh gespeist werden soll, würde sich negativ auf die Weinbaugebiete in der historischen Kulturlandschaft um die Stadt Szerencs auswirken. Der Schutz des Erbes müsse Vorrang vor anderen Nutzungen der Region erhalten. Der Investor BHD Hoeromu hatte 2008 mit der Errichtung eines 50-Megawatt-Kraftwerks begonnen. Proteste von Umweltschützern, Weinbauern und NGOs sowie anschließende Rechtsstreite führten zur Unterbrechung des Baus. Die Verbrennung von Stroh zur Energiegewinnung gilt als feinstaubintensiv.
Bereits zuvor gab es heftige Proteste gegen ein Kraftwerksprojekt auf slowakischer Seite http://www.pesterlloyd.net/2010_28/28kraftwerk/28kraftwerk.html
Während man auf ungarischer Seite auch auf den Kulturerbestatus verzichtet hätte: http://www.pesterlloyd.net/2010_40/40kraftwerktokaj/40kraftwerktokaj.html
Tschechisches Militär steht für Ernstfall in der Gesundheitsversorgung bereit
11.02.2011 · Tschechien
Tschechisches Militär soll Gesundheitsversorgung sichern
Das tschechische Militär könne bei der Gewährleistung medizinischer Versorgung aushelfen, falls die protestierenden Ärzte tatsächlich in großen Zahlen Krankenhäuser verließen, teilte Ministerpräsident Petr Nečas (Demokratische Bürgerpartei, ODS) nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates und der Präsidenten der Regionen am Mittwoch mit. Krankenhäuser, Notfallwagen und Hubschrauber der Armee ständen im Akutfall im Rahmen des Krisenplans bereit, an dem der Nationale Sicherheitsrat derzeit arbeitet.
Der Vorsitzende des Verbandes der tschechischen Regionen, Michal Hašek (Sozialdemokraten, CSSD), erklärte, die Regierung sollte eine Einigung mit den unzufriedenen Ärzten erreichen, da jede andere Lösung kostenintensiver sei. Er sagte Gesundheitsminister Heger die Unterstützung der Regionen in der Finanzierung dessen Vorschlags zur Befriedung der medizinischen Arbeitskräfte zu. Auch Staatspräsident Vaclav Klaus unterstützt die Pläne Hegers. Den Drohungen der Ärzte könne nicht weiter entgegen gekommen werden. S.R.
Weiteres zum Thema:
Kampf der Weißkittel und Blaujacken – Ärzteaufstand in Tschechien noch nicht befriedet, da revoltiert auch schon die Polizei http://www.pesterlloyd.net/2011_06/06polizeiarztCZ/06polizeiarztcz.html
Weißkittel auf der Flucht – Massenkündigungen von Ärzten in Tschechien http://www.pesterlloyd.net/2011_03/03exodusaerzteCZ/03exodusaerztecz.html
Polnische Opposition für vorgezogene Parlamentswahlen
11.02.2011 · Polen
Der Vorsitzende der polnischen Oppositionspartei „Bund der Demokratischen Linken“ (SLD), Grzegorz Napieralski, hat sich am Dienstag für eine Vorverlegung der Wahlen zur Sejm-Kammer des Parlaments aus dem Herbst in das Frühjahr ausgesprochen. Ein Wahlkampf mit zu erwartendem „extremen“ Streit zwischen Regierung und Opposition könne sich negativ auf Polens Prestige während der EU-Ratspräsidentschaft auswirken, die das Land im Juli von Ungarn übernimmt. Napieralski fürchtet besonders eine Überschattung der Ratspräsidentschaft durch das Flugzeugunglück von Smolensk. Oppositionsvorsitzender Jaroslaw Kaczynski (PiS) erhebt weiterhin Vorwürfe gegen die polnische und russische Regierung bezüglich mangelnder Aufklärung des Absturzes im April 2010. Napieralski nimmt an, dass sich die Regierungspartei „Bürgerplattform“ (PO) ebenfalls bereits auf frühere Wahlen vorbereite. In ersten Positionierungen wies PO diese Beurteilung zurück und betonte, es bleibe beim regulären Wahltermin. S.R.
Zum Thema:
Bittere Wahrheiten. Polen vs. Russland: keine Ruhe für die Opfer von Smolensk http://www.pesterlloyd.net/2011_03/03smolensk/03smolensk.html
Rückgang unbefristeter Arbeitsstellen in Polen
11.02.2011 · Polen
Befristete Arbeitsverhältnisse in Polen auf dem Vormarsch
Das polnische zentrale Statistikamt hat festgestellt, dass unbefristete Arbeitsstellen in Polen abnehmen. Die Tageszeitung „Metro“ zitierte aus dem letzten Bericht, demzufolge vor allem junge Erwachsene von der Schwierigkeit, einen unbefristeten Job zu finden, betroffen sind. Generell könne nur jeder zweite junge Pole vor dem dreißigsten Lebensjahr einen derartigen Vertrag abschließen. Unter Angestellten der Altersgruppe 20-24 arbeite nur jeder dritte unbefristet (280.000 Personen).
Für 40 Prozent der jungen Erwachsenen verfüge die erste Arbeitsstelle über keinen Bezug zu ihrer Ausbildung. Die besten Aussichten auf unbefristete Jobs hätten Juristen, Ökonomen, Mathematiker und Computerwissenschaftler. Jeder vierte Student dieser Fachrichtungen arbeite bereits während des Studiums in Teilzeit. Unter Akademikern sähen die Chancen für Geisteswissenschaftler am schlechtesten aus, unter nicht-akademischen Berufen für Ladenverkäufer. Jeder zehnte Geisteswissenschaftler verfüge ein Jahr nach seinem Abschluss über noch keine Arbeitsstelle, jeder zwanzigste sei dauerhaft unbeschäftigt.
Der von der Solidarność-Gewerkschaft beauftragte Bericht „Polen Arbeit 2010“ kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Demnach arbeite fast ein Drittel der polnischen Angestellten (27 Prozent) auf der Basis befristeter Verträge, was einen der schlechtesten Werte in der EU darstellt. S.R.
Weiteres zum Thema:
Arbeitlsosenraten in Polen, Slowakei, Ungarn http://www.pesterlloyd.net/2011_02/02arbeitlsoseCEE/02arbeitlsosecee.html
Neue Parks für Rumänien nach EU-Vorgaben
11.02.2011 · Rumänien
Im gesamten Staatsgebiet Rumäniens sollen 285 neue öffentliche Parks entstehen, nachdem die Regierung der Zuteilung von 214 Millionen Lei (ca. 50 Millionen Euro) aus dem Umwelthaushalt zugestimmt hat. Der Minister für Umwelt und Forstwesen, Borbely Laszlo, nannte dies eine „lang erwartete Entscheidung“ und hofft auf einen Beginn der Arbeiten im Frühling. 2010 seien eine Milliarde Euro aus dem Umwelthaushalt in derartige Projekte geflossen. Rumänien setzt mit der Gesetzgebung zur Ausweitung öffentlicher Grünflächen die EU-Verordnung um, 26 Quadratmeter Grünfläche pro Einwohner einzurichten. Offiziellen Daten zufolge beträgt das aktuelle Verhältnis pro Kopf neun Quadratmeter in ländlichen und fünf Quadratmeter in städtischen Gebieten. S.R.
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