(c) Pester Lloyd / 45 – 2010 NACHRICHTEN 12.11.2010
Ungarische Pharmaunternehmen mit Gewinnsprung dank Russlandgeschäft
Die Quartalszahlen des größten ungarischen Pharmaunternehmens Richter Gedeon können sich sehen lassen. Die Nettogewinne stiegen von Juli bis September auf 19,4 Milliarden Forint (ca. 71,4 Mio EUR), vor einem Jahr lagen sie im gleichen Quartal bei 9,8 Mrd. HUF. Vor allem die steigenden Verkäufe in Russland werden für den Gewinnsprung verantwortlich gemacht. Die Umsätze stiegen insgesamt um 25,5% auf 78,5 Mrd. Forint, mit einer Umsatzrendite von annähernd 25% ist das Unternehmen somit hochprofitabel, wenn auch anfällig für Marktschwankungen. Der Gewinn pro Aktie stieg auf 1.042 Forint. Das Unternehmen hat in den letzten Wochen von sich Reden gemacht, weil es für ungefähr 300 Mio EUR das Schweizer Biopharma-Unternehmen PregLem sowie für 240 Mio EUR die Verhütungsmittelsparte des traditionsreichen deutschen Pharmakonzerns Grünenthal übernommen hat und so seine Ambitionen auf dem westeuropäischen Markt unterstreicht.
Der ungarische Pharmahersteller Egis, die Nummer 2 im Lande und in Mehrheitseigentum der französischen Servier, kann für das vierte Quartal seines am 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahres einen Gewinn vor Steuern von 2,8 Milliarden Forint ausweisen, deutlich mehr als die 530 Mio Forint im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Gewinn pro Aktie betrug somit 359 Forint. Die Umsätze stiegen um 23,2% auf 32,4 Mrd. HUF, wobei der Export um über 30% anzog, das Inlandsgeschäft um 6,2%. So wie schon bei Richter war auch für Egis der russische Markt am ergiebigsten, wo die Umsätze um 27% auf rund 25 Mio EUR stiegen. Die dortigen Händler pushten die Verkäufe der ungarischen Hersteller im August, bevor eine neue Verpackungsordnung in Kraft trat, die mit Mehrkosten für die Pharmaunternehmen verbunden ist. Entsprechend gingen die Verkäufe im September auch zurück. Für das gesamte Geschäftsjahr kann Egis eine Gewinsnteigerung von 22% ausweisen, das operative Ergebnis stieg um 10,5% auf 15,5 Mrd. Forint, Vorsteuergewinn aufgrund von „Finanzgewinnen“ 17,8 Mrd. Forint.
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