Kampf gegen Stress, Einsamkeit und digitalen Dauerstress: Das Sziget Festival ruft mit „SZociety“ eine neue Bewegung ins Leben und zeichnet erstmals Projekte aus, die sich für das psychische Wohl junger Menschen engagieren.
Budapest. Das Sziget Festival erweitert sein gesellschaftliches Engagement und hat mit der „SZociety Movement“ eine Initiative zur Förderung der psychischen Gesundheit junger Menschen gestartet. Begleitet wird das Projekt vom neuen „SZuper SZociety Award“, der zivilgesellschaftliche Organisationen, Bildungseinrichtungen und Gemeinschaftsprojekte auszeichnen soll, die sich nachhaltig für das Wohlbefinden der Generation zwischen 12 und 30 Jahren einsetzen.
Nach Angaben der Veranstalter stehen Jugendliche und junge Erwachsene heute unter wachsendem Druck durch permanente Online-Präsenz, Leistungsanforderungen und digitale Reizüberflutung. Stress, Burnout und soziale Isolation seien längst keine Randerscheinungen mehr. Die Initiative soll deshalb nicht nur auf diese Herausforderungen aufmerksam machen, sondern auch jene unterstützen, die tagtäglich Hilfsangebote für junge Menschen schaffen.
Bewerbungen für den Preis sind bis zum 19. Juli in den Kategorien „Bázis“ und „Horizont“ möglich. Ausgezeichnet werden lokale und landesweite Projekte, die seit mindestens einem Jahr im Bereich psychische Gesundheit, Gemeinschaftsbildung oder sozialer Vernetzung aktiv sind. Die Gewinner werden während des diesjährigen Sziget Festivals auf der Hauptbühne bekannt gegeben.
Darüber hinaus versteht sich die SZociety-Bewegung als ganzjähriges Netzwerk, das soziale Organisationen mit Unternehmen und Kulturschaffenden zusammenbringen soll. Sachspenden wie Festivalpässe, Konzertkarten oder Erholungsangebote sollen den beteiligten Initiativen zusätzliche Unterstützung ermöglichen.
Quellen: MTI.hu, Sziget.hu
Photo: Sziget Festival Lineup 2026















Ich bin als alter Mann ganz analog aufgewachsen. Bei uns in der Schule gab es einen Aushang für ein Problemtelefon, das man als Jugendlicher anrufen konnte. Eine andere Zeit, andere Lösungswege, aber die grundsätzliche Notwendigkeit Hilfe anzubieten war damals genau wie heute vorhanden. Wenn sich die Veranstalter gesellschaftliche Verantwortung übernehmen ist daran nichts falsch. Vom Versagen staatlicher Gesundheitsvorsorge ganz zu schweigen.
Wer wegen digitalem Stress jammert, sollte einfach mal das Handy ausschalten und ein paar Wochne remote von Bali aus arbeiten. Diese ständigen Jammer-Initiativen lösen keine echten Probleme, sondern machen die Leute nur noch unselbstständiger.
Ausgerechnet das Sziget, das seit Jahrzehnten für hemmungslosen Konsum, ohrenbetäubenden Lärm und die totale Reizüberfltung steht, inszeniert sich nun als Heiler der modernen, digital erschöpften Seele. Diese scheinheilige Kommerzialisierung echter mentaler Krisen zeigt nur, wie tief wir in der Kultur der oberflächlichkeit versunken sind.