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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 3/2010

(c) Pester Lloyd / 3 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Bauwirtschaft in Konjunktur- und Auftragstief

19.01.2010 · Wirtschaft

Bauwirtschaft in Ungarn im Konjunktur- und Auftragstief

Das ungarische statistische Zentralamt in Budapest gab die vorläufigen Zahlen wür die Bauwirtschaft bis Ende November 2009 bekannt. Danach ging die Bauleistung in Ungarn von November 2008 bis 2009 um 14,5% zurück (noch nicht kalendarisch bereinigt). Im November betrug der Rückgang 9.6% gegenüber dem Oktober, was jedoch hauptsächlich auf den Abschluss einiger Großprojekte im Oktober zurückzuführen sei. Auch die Wertschöpfung im Bereich des Kommunalbaus, der während der Krise durch massive Konjunkturprogramme gestützt wurde, ließ im November um über 8% nach, im Gesamtjahr legte er gegenüber 2008 jedoch um 8% zu. Der Gebäudebau ließ um 13,3% nach. Am stärksten war der monatliche Einbruch im Spezialbau (also Brücken, Tunnel etc.), der rund die Hälfte der Bauleistung ausmachte, -18%. Das Auftragsvolumen war Ende November um 21% geringer als vor einem Jahr, vor allem öffentliche Aufträge und Kommunalbauten gingen um 36% zurück, was auch damit zusammenhängt, dass im November 2008 etliche Autobahn- und Eisenbahnprojekte mit hoher Wertigkeit fertiggestellt wurden.

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Lasselsberger in Ungarn unter Liquidation

19.01.2010 · Wirtschaft

Insolvenzverfahren gegen Lasselsberger – Tochter in Ungarn

Eine ungarische Tochter des österreichischen Herstellers von Baukeramik, Baumaterialien und -rohstoffen Lasselsberger ist offenbar unter Liquidation. Das berichtet zumindest die Wirtschaftstageszeitung „Napi Gazdaság“ in ihrer Montagsausgabe. Lasselsberger betreibt in Ungarn neun Schotter- und Sandabbauanlagen und ist seit 1995 im Lande aktiv und auch am Baumaterialhersteller Lasselsberger-Knauf mit einem ungarischen Partner beteiligt. Das Management wollte keine Angaben zu der Nachricht und etwaigen Zahlungsrückständen machen, die ein solches Insolvenzverfahren in der Regel auslösen. Der Lasselsberger-Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben 13.000 Mitarbeiter in 17 Ländern und 67 Produktionsgesellschaften.

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Hausdurchsuchungen bei Roma-Selbstverwaltung

19.01.2010 · Nachrichten

Hausdurchsuchungen bei Roma – Selbstverwaltung in Ungarn

Der ungarische Zoll hat nach eigenen Angaben drei Büros der Landesselbstverwaltung der Roma und der Roma Partei MCF durchsucht. Das teilte ein Sprecher der Ermittlungsbehörden am Freitag in Budapest mit. Die Hausdurchsungen gründen sich auf Ermittlungen des Rechnungshofes über finanzielle Hinterziehungen von öffentlichen Geldern. Bereits vor Monaten wurden Ermittlungen gegen den Chef der Romaselbstverwaltung Orbán Kolompár wegen falscher Buchhaltung und Betruges bekannt. Die Staatsanwaltschaft sagte, dass die zwei Büros in Budapest und eines im südungarischen Kiskunmajsa auch wegen anderer Delikte durchsucht worden sind.

Anklage gegen Roma-Chef in Ungarn (Okt 2009)

Roma demonstrierten gegen Roma (Sep 2009)

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Wenn am nächsten Sonntag in Ungarn Wahlen wären…

19.01.2010 · Politik

Im Dezember gab es keine wesentlichen Veränderungen bei der Wählergunst gegenüber den Parteien in Ungarn. 63% der zur Wahl entschlossenen Befragten würden Fidesz wählen, 21% die MSZP. Die rechtsextreme Partei Jobbik konnte von 10 auf 12% zulegen. Das Demokratische Forum (MDF) liegt bei 2%, das liberale SZDSZ und die grün-alternative Partei LMP bei je 1%. Wären am nächsten Sonntag Wahlen, würden jedoch nur 43% der Wahlberechtigten zu den Urnen gehen, die Wahlbeteiligung lag bei den letzten Wahlen zwischen 55 und 58%. Rechnet man die Unterstützung auf alle Wahlberechtigten hoch, kämen die regierenden Sozialisten auf nur noch 14% Rückhalt in der Bevölkerung, Fidesz auf 35%, Jobbik auf 7%. Den stärksten Zulauf hat das Fidesz bei Wählern unter 50, die Sozialisten werden von über 60jährigen überproportional unterstützt, aber auch dort nur von 25%. Jobbiks Anhänger rekrutieren sich überwiegend aus Unterdreißigjährigen. Die Umfrage stammt aus der zweiten Januarwoche, die Fehlerquote wird von Szonda Ipsos mit +/- 2,5%-Punkten angegeben. Wie würden Sie wählen? Wie geht die Wahl aus? Machen Sie mit bei unseren Wahlumfragen…

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Abwrackprämie: Slowakei zieht Bilanz

20.01.2010 · Wirtschaft

Nach den Daten der Vereinigung der Slowakischen Automobilindustrie wurden im Rahmen der beiden Verschrottungsprämien in der Slowakei insgesamt 39.270 Pkws abgemeldet. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge betrug immerhin 21 Jahre. Über 54 Prozent der Besitzer der abgemeldeten Fahrzeuge waren älter als 50 Jahre. Auf den Schrottplätzen landeten mit Abstand am meisten Škoda, mit der Prämie neu gekauft wurden an erster Stelle Autos der Marke Renault, auf Platz zwei Škoda, dritter wurde Kia. Bei den Modellen lag der Renault Thalia, vor Škoda Fabia 2 und dem Kia Cee’d. Die Abwrackerei führte dazu, dass die Slowakei das Durchschnittsalter der Fahrzeuge auf ihren Straßen von 14 auf 11 Jahre senken konnte, knapp 1,6 Millionen PkW sind derzeit dort zugelassen. Die Fahrzeugverkäufe stiegen 2009 nochmals zweistellig, in Ungarn, wo es keine derartige Prämie gab, brach der Neuwagenmarkt um 60% ein. Das slowakische Wirtschaftsministerium stellte für die zwei Runden der Verschrottungsprämie 55,25 Millionen Euro zur Verfügung.

Heiße Luft entwichen

Der künstlich aufgepumpte Neuwagenmarkt in Ungarn ist 2009 zusammengefallen

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Öffentliche Billigarbeit drückt Realeinkommen

20.01.2010 · Wirtschaft

in Ungarn

Das Realeinkommen ungarischer Arbeitnehmer ist im Verlaufe des letzten Jahres um fast 5% gefallen. Das Statistische Zentralamt in Budapest gab jetzt die vorläufigen Zahlen für November 2008 bis November 2009 bekannt. Danach sanken die Realeinkommen um 4,8% (im Oktober waren es -3,2%). Der Hauptgrund für diese Zahlen besteht in der Einfrierung der Gehälter im öffentlichen Dienst, in der Privatwirtschaft stagnierte das Realeinkommen nahezu. Dort regulierte man die Krise nicht so sehr über Gehaltskürzungen, sondern gleich über Entlassungen. Die Bruttoeinkommen in der Gesamtwirtschaft sanken über ein Jahr um 3%, im öffentlichen Bereich um 16,5%, in der Privatwirtschaft gab es ein Plus von 3,8%. Die Nettogehälter im öffentlichen Dienst sanken im November auf Jahresbasis um glatte 10%, vor allem wegen der Streichung der Jahresboni. Hinzu kommen rund 50.000 Arbeitnehmer, die über ein Notkonjunkturprogramm zeitweise im öffentlichen Sektor angestellt wurden. Ihre Gehälter sind so niedrig, dass sie den Gesamtschnitt spürbar senkten. Arbeitslose können das freilich nicht, denn sie tauchen in dem Zahlenwerk gar nicht auf.

Wer bekommt, was er verdient?

Löhne, Lügen und Leben in Ungarn

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