Hongkong. In Hongkong sind zwei Organisatoren von Mahnwachen zum Gedenken an das Tiananmen-Massaker von 1989 der "Anstiftung zur Subversion" schuldig gesprochen worden. Die 41-jährige Chow Hang-tung und der 69-jährige Lee Cheuk-yan hätten andere Menschen zu "illegalen" Aktionen angestachelt, hieß es in dem heute veröffentlichten Urteil. Damit drohen den beiden jeweils bis zu zehn Jahre Haft.
Die Verurteilten sollen dazu angestiftet haben, "illegale Handlungen zu organisieren, zu planen, zu begehen oder sich daran zu beteiligen", so das Gericht. Ihr Ziel sei es gewesen, "die Staatsgewalt zu untergraben". Das genaue Strafmaß für die beiden Aktivisten soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Chow Hang-tung und Lee Cheuk-yan gehörten zu den führenden Mitgliedern der Hongkong-Allianz, die drei Jahrzehnte lang das öffentliche Gedenken an die Ereignisse von 1989 organisiert hatte.
Jahr für Jahr nahmen am 4. Juni Tausende Menschen an der Mahnwache im Hongkonger Victoria Park teil. Diese Veranstaltungen waren ein Ausdruck der politischen Freiheiten, die Peking der ehemaligen britischen Kronkolonie nach deren Rückgabe an China zugesagt hatte. In Festlandchina werden die Ereignisse des 4. Juni zensiert und tauchen weder in Medien noch in offiziellen Geschichtsbüchern auf.
Seit 2020 ist das Tiananmen-Gedenken in Hongkong verboten. Im selben Jahr erließ Peking zudem ein Gesetz, um gegen die Demokratiebewegung in Hongkong vorzugehen. Nach der Festnahme führender Mitglieder löste sich die Hongkong-Allianz 2021 auf.
Quellen: ORF
Photo: Pester Lloyd (Grafik)
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