(c) Pester Lloyd / 4 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Umweltamt genehmigt MAL-Betrieb bis 2018
24.01.2011 · Wirtschaft
Das ungarische Umweltamt hat dem Werk der MAL Zrt., aus dessen Becken sich im Oktober 2010 eine tödliche Giftschlamwelle ergoss, eine grundsätzliche Betriebserlaubnis bis vorerst 2018 erteilt. Einschränkend wurde jedoch hinzugefügt, dass die bisherige Praxis der Rotschlammlagerung in Becken nicht mehr möglich ist, die Betreiber müssten sich um ein Trockungsverfahren kümmern, so dass die giftigen alkalischen Abfälle in festem Aggregatzustand und somit sicherer gelagert werden können. Außerdem verhängte das Umweltamt vorerst eine halbjährige Probezeit bis die Genehmigung endgültig in Kraft tritt. Kurz nach der Katastrophe, die zehn Todesopfer und etliche Verletzte kostete, wurde das Werk per Gesetzesänderung unter Staatsaufsicht gestellt, auch, um Zugriff auf die Vermögenswerte für die Begleichung möglicher aber noch völlig ungeklärter Schadensersatzansprüche zu bekommen. Themenseite Giftschlammkatastrophe
Club Westbalkan in Budapest dauerhaft geschlossen
24.01.2011 · Nachrichten
Club Westbalkan in Budapest sperrt dauerhaft zu
Anlässlich des tödlichen Vorfalls im Budapester Nachtclub West-Balkan letzten Samstag, bei dem drei Menschen ums Leben gekommen waren, prüft die Regierung nun Möglichkeiten zur stärkeren Kontrolle bei der Genehmigung kommerzieller Veranstaltungen. Nach aktuellen Erkenntnissen erlagen die drei jungen Frauen Verletzungen, die sie infolge des Ausbruchs einer Massenpanik unter den Clubbesuchern erlitten ( PL berichtete ). Zum Zeitpunkt des Unfalls sollen sich wesentlich mehr Menschen in dem Club befunden haben als offiziell zulässig, vorerst wurde eine neunzigtägige Schließung veranlasst, mittlerweile teilten die Betreiber auf der Webseite mit, dass das „Westbalkan” endgültig dichtgemacht wird. Der stellvertretende Ministerpräsident Tibor Navracsics verkündete nach einem Regierungstreffen am Donnerstag, dass nun eine Arbeitsgruppe damit beauftragt wurde, einen Gesetzesentwurf anzufertigen, durch den derartige Tragödien in Zukunft vermieden werden können und das eine solche Gesetzesverschärfung nicht mit hierfür relevanten EU-Vorschriften kollidiert. Die Bürgermeister des II., VI., VIII. und XI. Bezirks hatten in einem Brief an Ministerpräsident Orbán um Hilfe in Zusammenhang mit der Regulierung von Gewerbebetrieben gebeten. Sie kritisierten, dass es „inakzeptabel sei, wenn ein Restaurant oder ein Nachtclub ohne die vorherige Genehmigung durch Feuerschutz- und Baubehörden öffnen kann“. L.S.
Ungarns Premier Orbán zu Besuch in Ägypten
25.01.2011 · Politik
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán besuchte von Sonntagabend bis Dienstagmorgen Ägypten, am Montag traf er den ägyptischen Staatschef Hosni Mubarak in Kairo. Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Mubarak soll dabei Orbán zugesagt haben, Ungarn zu seinem „zentralen europäischen Logistikhub“ zu machen, berichtete der ungarische Premier nach dem Treffen. Orbán sagte, dass die „Reputation Ungarns in der arabischen Welt auf kommunistische Zeiten zurückgeht, in denen große Unternehmen riesige Investitionen in Ägypten und anderen arabischen Ländern“ getätigt haben. Außerdem haben „hunderte Ägypter“ in Ungarn studiert, daher gibt es auch persönliche Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Orbán erkennt die Schlüsselrolle der Ägypter für Stabilität im arabischen Raum an und wird sich im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft um eine Vertiefung der Beziehungen zur ganzen EU bemühen. Orbán sprach auch das Attentat auf die koptische Kirche zu Weihnachten an, bei dem 23 Menschen ums Leben kamen. Mubarak informierte seinen Gast über die Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und versicherte ihm, dass religiöse Toleranz eine Gemeinsamkeit der Ägypter sei. Ca. 10% der Einwohner des Landes sind Kopten.
Mahnfristen für Gasrechnungen in Ungarn sinken
25.01.2011 · Wirtschaft
Die Mahnfrist für die Bezahlung von Strom- und Gasrechnungen für Privatkunden soll durch ein staatliches Dekret ab März von derzeit 90 auf 60 Tage verringert werden. Bisher warteten die Versorger in der Regel drei Monate, manchmal noch mit einer zusätzlichen Schonfrist, bis sie die Belieferung abschalteten. Sie schickten drei Mahnungen und akzeptierten auch Teilzahlung. Führte das nicht zum Ziel, konnte man sich um die Einrichtung eines Prepaid-Gaszählers bemühen und erhielt eine weitere Frist für die aufgelaufenen Schulden. Führte das zu nichts, wurde abgeklemmt. Nun sollen die Abschaltprozeduren für die Versorger deutlich erleichtert werden und nur noch zwei Mahnungen bis zum Knock out genügen. In diesem Zusammenhang wird auch darüber nachgedacht, die Energiepreiskompensationen für sozial besonders benachteiligte Familien zukünftig direkt an die Versorger weiterzuleiten, da man feststellen musste, dass diese Gelder von den Familien häufig zum Stopfen anderweitiger Budgetlöcher verwendet werden. Es wird geschätzt, dass rund 10% der Gesamtbevölkerung, also rund 1 Million Menschen in Ungarn mit ihren Nebenkosten im Rückstand sind, ihre Zahl hat sich binnen der letzten sechs Jahre verdoppelt, im Durchschnitt liegen die Rückstände bei ca. 115 EUR. Während der letzten sechs Jahre haben sich allein die Gapsreise verdreifacht.
Immer mehr Ungarn können ihre Nebenkosten nicht mehr zahlen
http://www.pesterlloyd.net/2011_01/01nebenkosten/01nebenkosten.html
Ausstellung Budapest im 18. und 19. Jahrhundert
28.01.2011 · Kultur
Im historischen Museum im südöstlichen Flügel des Budaer Burgpalasts haben die Besucher noch bis Mitte Februar die Gelegenheit zu einer Zeitreise durch die Hauptstadt. Unter dem Titel „Gemälde von Pest und Buda aus dem 18. und 19. Jahrhundert“ wird ein Eindruck des Budapests der jüngeren Vergangenheit vermittelt, von den blühenden Naturlandschaften über die faszinierenden architektonische Leistungen aus dieser Zeit bis hin zu Episoden aus dem Leben, welches die Menschen damals führten. Dabei werden die schönen Seiten der Hauptstadt hervorgehoben, um das Zusammenwachsen der zwei unabhängigen Nachbarstädte Buda und Pest zur internationalen Kulturmetropole darzustellen, wurden vor allem friedliche und warme Bilder gewählt, mit denen man sich weniger um eine realistische Dokumentation der damaligen Verhältnisse, als um die Abbildung der positiven Entwicklungen dieser Zeit bemüht. Történeti Múzeum
Szent György tér 2 Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18.00 Uhr, außer Montag Tickets: 1300 Forint (ca. 4,70 Euro), ermäßigt 650 Forint Weitere Informationen: www.btm.hu
Bevölkerungsrückgang in Ungarn beschleunigt sich
28.01.2011 · Nachrichten
Laut dem ungarischen Zentralamt für Statistik (KSH) hat sich der Bevölkerungsrückgang in Ungarn im letzten Jahr erhöht, Ende November betrug die Einwohnerzahl nur noch 9,994 Millionen. Insgesamt wurde bis dahin ein Geburtenrückgang von 6,6 % binnen eines Jahres verzeichnet, die Sterberate sank leicht um 0,4 %. Auch die Zahl der Eheschließungen ging im Vergleich zum Jahr 2009 um 4,7 % zurück. Der natürliche, um die jährliche Immigrationsrate bereinigte Bevölkerungsschwund ist mit 0,39 % um 0,06 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zum Thema:
Niedrige Ausländerquote in Ungarn, aber hohe Ablehnung – Aug 2009 http://www.pesterlloyd.net/2009_33/0933auslander/0933auslander.html
Erstmals weniger als 10 Millionen Einwohner in Ungarn – Okt 2010 http://www.pesterlloyd.net/2010_43/43einwohner/43einwohner.html
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