(c) Pester Lloyd / 24 – 2017 POLITIK 15.06.2017
Der britsche Noch-Europaabgeordnete und ehemalige Chef der europafeindlichen Populistenpartei UKIP, Nigel Farage, hat in einem Interview mit dem Fidesz-Hofblatt „Magyar Idők“ geäußert, dass „Ihr Ministerpräsident glücklich wäre, den Block zu verlassen.“ – Ungarn könne nur „ein souveräner Staat oder Mitglied der EU“ sein, „beides zusammen kann gleichzeitig nicht möglich sein.“ Außerdem hätte „Ungarn enorme Vorteile, wenn es die Union verlasse“, so Farage, der sich kurz nach dem Brexit-Votum bei der UKIP aus dem Staub machte und nun nur noch als Nebengeräusch im EU-Parlament vernehmbar ist.
„Denkt darüber nach: ihr könntet eure eigenen Gesetze schreiben, eure eigene Außenpolitik machen, ja, ihr hättet die volle Kontrolle über eure Grenzen“, versucht der offen antieuropäische Farage den Ungarn den Brexit schmackhaft zu machen. „Die Essenz der Frage ist Identität, wie stark steht ein Land zu seinen Werten und seiner Kultur.“ „Ich muss es immer wieder sagen: du kannst nicht ein demokratisches und unabhängiges Land sein, wenn du Mitglied der Europäischen Union“ bist.
Es sei auch klar, dass Orbán „seine Kämpfe gegen Brüssel nicht gewinnen kann. Ich will keine übertriebenen Beispiele wählen, wir sprechen ja nicht über die Sowjetunion (Orbán sehr wohl, Anm.), die Erwähnung von Breshnew-artigen Doktrin der limitierten Unabhängigkeit sollte genügen. Ganz so schlimm ist es hier noch nicht, aber die Ähnlichkeiten sind schon verblüffend.“
Was den eigenen Brexit betrifft, meint Farage in dem Interview, dass die Verhandlungen wohl „in ein Chaos führen“ werden, „Es ist immer schwer, ein Gefängnis zu verlassen. Wir haben auch nie gesagt, dass es einfach werden würde, aber wir werden erfolgreich sein, wir werden gehen.“
Orbán hat alles vor, nicht jedoch, die EU zu verlassen, denn das würde den unmittelbaren ökonomischen Absturz seines Landes und damit auch das Zusammenbrechen seiner Günstlingswirtschaft, somit seinen Sturz zur Folge haben. Hier mehr dazu.
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