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Ungarn gedenkt der Opfer des Roma-Holocaust

Am internationalen Gedenktag für den Roma-Holocaust erinnerte Ungarn an die hunderttausenden Sinti und Roma, die dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer fielen. Vertreter von Staat und Zivilgesellschaft warnten vor Gleichgültigkeit, Ausgrenzung und dem Vergessen der Geschichte.

Budapest. Mit einer Gedenkfeier im Holocaust-Gedenkzentrum hat Ungarn am Sonntag an die Opfer des Roma-Holocaust erinnert. In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 liquidierten die Nationalsozialisten das sogenannte „Zigeunerfamilienlager“ in Auschwitz-Birkenau und ermordeten innerhalb weniger Stunden nahezu 3.000 Roma – Männer, Frauen und Kinder. Der 2. August gilt heute europaweit als offizieller Gedenktag für den Porajmos, den nationalsozialistischen Völkermord an den Roma.

Kultur- und Sozialminister Zoltán Tarr bezeichnete das Leid der Millionen ermordeten Juden und Roma als „eine Wunde am Körper der Welt, die niemals verheilen wird“. Zugleich formulierte er den Auftrag, der sich aus der Erinnerung ergebe:

„Wir müssen eine Gegenwart, eine Zukunft und eine Gesellschaft aufbauen, die die Tragödie des Holocaust und den Weg dorthin niemals vergisst.“

Auch die Botschaft der Staatssekretärin für Sozial-, Familien- und Seniorenpolitik, Kinga Dóra Tóth, stellte den Schutz der Menschenwürde in den Mittelpunkt. Kein Mensch dürfe aufgrund seiner Herkunft oder Identität kollektiv verantwortlich gemacht werden, hieß es.

„Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, eine Gesellschaft aufzubauen, die auf Menschenwürde, gegenseitigem Respekt und Solidarität beruht.“

Andor Grósz, Präsident des jüdischen Dachverbands Mazsihisz, erinnerte daran, dass die Lehren des Porajmos weit über die historische Erinnerung hinausreichen.

„Die Opfer des Porajmos erinnern uns daran, dass Gleichgültigkeit tötet, Mitgefühl aber Leben schenkt.“

Angesichts der historischen Energiekrise schalteten Mazsihisz und die Budapester Jüdische Gemeinde (BZSH) die Fassadenbeleuchtung des Holocaust-Gedenkzentrums sowie der Dohány-Straßen-Synagoge ab und riefen ihre Gemeinden zum Energiesparen auf. Die Gedenkstätte wurde damit zugleich zu einem Ort des Erinnerns und der gesellschaftlichen Verantwortung in einer Ausnahmesituation, die das Land derzeit durchlebt.

Quellen: MTI.hu, Mazsihisz
Photo: Living Memorial Budapest, Anna Katharian Breitling – Pester Lloyd

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cisleithanien_melancholiker
cisleithanien_melancholiker
8 Tage zuvor

Erst als das schützende Dach des alten Reiches zerbrach, konnte dieser scherckliche Hass über unsere Heimat hereinbrechen. Das friedliche Zusammenleben der vielen Völker unter der einen Krone bleibt das wahre Vorbild für eine bessere Zukunft.

István
István
8 Tage zuvor

Das Zusammenleben unter den Habsburgern war eines der Repression der Minderheiten und Unfreiheit des Einzelnen. Pläne zu einem selbstbestimmten Gemeinwesen der verschiedenen Völker gab es zwar, aber sie wurden nie umgesetzt. Darin liegt die eigentliche Tragik, vieles wäre vielleicht anders verlaufen wenn der bornierte alte Kaiser nicht in der Vergangenheit des Absolutismus gelebt hätte. Fakt ist vielmehr, dass das Herrenmenschendenken gerade in dieser Zeit zu einer tragfähigen Ideologie entwickelt wurde und dann tatsächlich erst nach dem Zusammenbruch der erzwungenen Gemeinschaft wurde daraus der industrielle Völkermord vorher und nachher nie gekannten Ausmaßes und Grausamkeit. An dem sich Täter aus den verschiedenen Reichsteilen mit unterschiedlichem ethnischem Hintergrund überall in der Hierarchie beteiligt haben.

district7coworking
district7coworking
5 Tage zuvor

Ein wichtiges zeichen gegen das Vergessen, gerade in der heutigen Zeit. Wer hier in Budapest lebt, spürt diese Geschichte an vielen Ecken und wir müssen alles tun, damit so etwas nie wieder passiert.

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